Die verschiedenen Kurshosting-Lösungen im Überblick [OBL034]

Wo bekommt dein Onlinekurs sein „Zuhause“? Wie wirst du deine Kursmaterialien zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Teilnehmer ausliefern? Wenn du vor dieser Frage stehst und schon ein wenig recherchiert hast, dann hast du schon gemerkt, dass es unzählige Kursplattformen und viele Möglichkeiten gibt, seinen Kurs zu hosten. Und es kommen monatlich neue dazu – was die Orientierung und die Entscheidung nicht gerade leicht macht. Mit diesem Artikel möchte ich dir einen Überblick darüber geben, welche Möglichkeiten es grundsätzlich gibt – und wann welche davon für dich in Frage kommt. Mit der Klarheit kannst du dann gezielt nach spezifischen Lösungen suchen.

Folge hier anhören oder herunterladen:

Die im Podcast genannten Links:

Meist ist es eine große Hürde, sich für eine technische Lösung zu entscheiden, über die der eigenen Onlinekurs ausgeliefert werden soll. Oder anders herum formuliert: Ist diese Entscheidung erstmal gefallen, flutscht die Kurs-Entwicklung oft besser, weil man sich dann auf die jeweilige Plattform einlassen und dort einarbeiten kann.

Wenn du diesbezüglich noch am Anfang stehst, möchte ich dir mit diesem Artikel einen grundsätzlichen Überblick geben, was für Lösungen es überhaupt gibt. Und zwar nicht im Einzelnen, bezogen auf einzelne Tools, sondern bezogen auf die verschiedenen Kategorien von Kursplattform-Lösungen. Das dürfte bei der Orientierung und Entscheidung schon mal ein gutes Stück helfen – und von da aus kannst du dann einzelne Anbieter miteinander vergleichen.

1) Kursplattformen mit Marktplatz

Auf diesen Plattformen kann jeder, der etwas zu lehren hat, einen Kurs erstellen und direkt auf dem integrierten Marktplatz zum Verkauf anbieten. Im englischsprachigen Bereich gibt es bereits mehrere dieser Marktplätze für Onlinekurse – im deutschsprachigen ist bisher nur Udemy.com ein relevanter Anbieter. Dort wächst auch der Bereich der deutschsprachigen Kurse, aus denen Besucher des Marktplatzes auswählen können, es ist aber immer noch überschaubar.

Weitere Kursplattformen mit angeschlossenem Marktplatz, teilweise explizit mit dem Schwerpunkt berufliche Themen sind z.B. Eliademy (finnischer Anbieter), Skillshare, OpenSesame, Simplilearn oder Lynda.com. Alle auf englisch und wenn dann nur mit einem geringen Anteil anders-sprachiger Kurse.

Meine folgenden Ausführungen beziehen sich auf Udemy, auch wenn ich in diesem Artikel eigentlich nicht auf einzelne Plattformen eingehen wollte… Aber Udemy ist der einzige nennenswerte Player im deutschsprachigen Raum mit diesem Geschäftsmodell…

Vorteile:
  • Auch ohne eigenes Marketing dürften einige Verkäufe des Kurses zustande kommen, weil Udemy mit Promotion-Aktionen und Querverweisen auf Kurse aufmerksam macht. Vermeintlich also eine Lösung für Online-Trainer mit kleiner oder fehlender eigener Folgerschaft (in der Praxis dürfte der Ertrag in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen, wenn der Anbieter nicht selbst auch massiv Werbung für den Kurs macht).
  • Die Anbieter werden in einer Community und über den Support aktiv unterstützt bei der Erstellung ihres Kurses, z.B. durch Qualitätskriterien für Videos, die auch per Feedback geprüft werden.
  • Aus Teilnehmersicht ist Udemy für video-lastige Selbstlernkurse sehr angenehm gestaltet, die Nutzerführung für Teilnehmer ist gut gemacht.
  • Es entstehen keine Kosten für das Einstellen des Kurses – Udemy finanziert sich über die Provisionen.
Nachteile:
  • Wer sich auf dem Marktplatz für deinen Kurs interessiert, bekommt auch x andere zum ähnlichen Thema angezeigt – wenn du nicht schaffst, aus der Masse herauszuragen, wird dein Kurs austauschbar.
  • Wovon viele träumen – Onlinekursen, die sich von selbst verkaufen – das gibt es auch hier nicht! Ohne eigenes aktives Marketing dürfte der Ertrag sehr gering sein.
  • Auch die hohen Anforderungen an die Kurs-Materialien sind sowohl vor- als auch nachteilig: Du bist gezwungen, sehr hochwertige Videos zu erstellen, und ganz allgemein deren Qualitätsstandards zu erfüllen – was eine Menge Aufwand erfordert.
  • Die Provisionen, die der Kursplattform-Anbieter bekommt, sind relativ hoch. Zudem verkaufen sich Kurse oft über Rabattaktionen, so bleibt von einzelnen Kursen nicht viel Gewinn bei dir hängen.
  • Du hast sehr eingeschränkte Möglichkeiten, Teilnehmer direkt anzuschreiben.
  • Die Kurse dürfen maximal 50 Euro kosten bei Udemy, es ist also nur für kleinere und Einstiegskurse geeignet.
Lohnenswert?

Ich bin ganz ehrlich: Ich halte Udemy hauptsächlich als Werbeplattform für interessant – als weitere Plattform, auf der man mit seinem Expertenwissen präsent sein kann. So wie es für die eigene Marke hilfreich ist, bei Amazon ein gut bewertetes Buch zu haben, so wird das zukünftig wohl auch mit Onlinekursen sein. Um jedoch im nennenswerten Umfang Geld zu verdienen mit eigenen Kursen ist Udemy meiner Ansicht nach nicht geeignet – vor allem nicht mit dem Hintergedanken „einmal Arbeit haben, immer Geld verdienen“. Ohne eigenes Marketing geht es auch hier nicht – und wenn man es schafft, aus eigener Marketing-Kraft seine Kurse zu verkaufen, sollte man sie lieber von einer eigenen Plattform aus anbieten oder einer, die niedrigere Verkaufsprovisionen einbehält und einen weniger einschränkt.

Für wen?
  1. Für die, die gerade anfangen mit eigenen Kursen kann ein Kurs bei Udemy vielleicht nicht der mega-Umsatzbringer, dafür aber ein gutes Lernfeld sein. Denn so kann man erstmal einen Kurs entwickeln auch ohne Marketing-Grundlagen. Nur wie gesagt, das darf dann nicht das Ende der Fahnenstange sein sondern sollte als Einstieg in die Welt der Onlinekurse gesehen werden.
  2. Für die, die bereits als Experte gut im Netz sichtbar sind und mit einem günstigen oder kostenlosen Kurs weiter Renommee aufbauen wollen. Wichtig ist dann, darauf zu achten, dass der Kurs wirklich überzeugt und man auch wirklich die 5-Sterne Bewertungen bekommt (und diesen Aufwand dann als Marketing-Investition zu sehen).

2) Miet-Kursplattformen

Diese zweite Kategorie ist vor allem für nicht-technikaffine Kurs-Entwickler interessant: Hier zahlt man jährlich oder monatlich einen Betrag dafür, dass man seine Kurse dort einstellen kann. Zusätzlich wird oft noch für die Zahlungsabwicklung – die ist bei den meisten integriert – ein Prozentsatz vom Umsatz einbehalten. Die ausgereiftesten Lösungen kommen auch hier aus dem englischsprachigen Bereich, wie z.B. Ruzuku, Teachable, oder Thinkific.

Im deutschsprachigen Bereich ist dieser Markt erst im Werden 🙂 . Speziell für Coaches / Berater ist Anton Korduan mit seinem E-Shepherd eine gute Anlaufstelle (In diesem Interview + Demo-Video habe ich mit Anton zusammen seine Plattform vorgestellt). Auch Elopage ist ein viel versprechender deutscher Anbieter eine Kurshosting-Plattform inklusive Zahlungsabwicklung. Auch zu dieser Plattform habe ich mit dem Mit-Gründer Tolga Önal gesprochen und ein Demo-Video mit ihm aufgezeichnet. Beide deutschen Anbieter sind noch recht neu am Markt und von beiden habe ich über Teilnehmer schon Gutes gehört. Vor allem ist hier der Support sehr persönlich und engagiert, was bei den eingesessenen amerikanischen Plattformen nicht (mehr) der Fall ist.

Coursepath und Patience.io sind zwar beispielsweise ebenfalls Anbieter aus Deutschland, richten sich (von der Preisstruktur her) aber wohl eher an Unternehmen und Unternehmens-Trainer.

Vorteile:
  • Dein Kurs kann ganz schnell eingerichtet werden, alles ist vorbereitet
  • Oft ist Video- oder Audio-Hosting inklusive, so dass hier an anderer Stelle Kosten entfallen (z.B. für einen professionellen Videohoster wie Vimeo.com, den ich eindeutig Youtube vorziehe für Kurs-Videos)
  • Da die Gestaltungsmöglichkeiten nicht sehr groß sind, besteht auch nicht die Gefahr, dass zu lange „gefriemelt“ wird
  • Das Design des Kursbereichs wird deine Teilnehmer wohl nicht vom Hocker hauen, aber es ist solide und professionell
  • Bei den meisten Anbietern ist die zeitliche Steuerung der Module / Lektionen gut geregelt
Nachteile:
  • Die fehlenden Anpassungsmöglichkeiten zwingen dich, in dem recht engen (Design-)Korsett zu bleiben. Was dich auf der einen Seite schnell handlungsfähig macht, lässt dich deinen Kurs auf der anderen Seite nicht so gut für dich anpassen.
  • Bei den Plattformen aus USA bin ich mir nicht sicher, wie gut das mit europäischen Datenschutz-Standards passt
  • Was bei den amerikanischen Plattformen für die meisten Nutzer ein Vorteil ist, ist für uns ein Nachteil: Die integrierte Zahlungsabwicklung, die oft weder die Zahlungsgewohnheiten der deutschen Endkunden berücksichtigt noch unsere komplizierten VAT-Regelungen.
  • Die deutschen Plattformen verändern sich momentan noch wöchentlich – hier muss also ständig „nachgelernt“ werden.
Für wen?

Im Grunde sind diese Mietplattformen ideal für den Einstieg mit eigenen Onlinekursen. Der Aufwand, einen professionell funktionierenden Kurs zu erstellen, wird weitmöglich reduziert. Auch eine Verkaufsseite für den Kurs wird meist automatisch mit wenigen Klicks erstellt. Wegen der datenschutz- und abwicklungstechnischen Nachteile kann diese Variante aber hierzulande (noch!) nicht uneingeschränkt empfohlen werden.

Die Plattformen E-Shepherd und Elopage sind noch in der Weiterentwicklungs-Phase – es wird aber noch im Hintergrund daran gearbeitet und optimiert (dafür ist der Support bei beiden noch sehr persönlich). Eliademy ist ein finnischer Anbieter und hat auch eine Pro-Variante, mit der auch private Kurse erstellt werden können.

3) Online-Business Komplett-Lösungen

Diese Variante, einen Kurs zu hosten, geht schon weit über die Funktionen einer reinen Kursplattform hinaus. Hier mietet man gleich eine komplette Webseite mit allen Funktionen, die Online-Unternehmer brauchen. Email-Marketing, Landingpages, Zahlungsabwicklung – hier ist alles dabei als Gesamtpaket. Und eben auch das Erstellen von Onlinekursen, Mitgliederbereichen oder anderen digitalen Produkten – weil diese Komplett-Plattformen sich gezielt an Online-Unternehmer mit digitalen Produkten richten.

Beispiele sind das neue Spreadmind (das ich in der letzten Podcast-Folge und mit Demo-Video hier vorgestellt habe) und aus Amerika NewKajabi und Rainmaker.

Vorteile:
  • Wenn alle integrierten Komponenten gut zusammenspielen, dürfte diese Lösung sehr komfortabel sein, weil alles über ein Dashboard zu steuern ist und mit einmal Einloggen alles auf einem Blick da ist
  • Die Kosten sind meist geringer als die einzelnen Komponenten kosten würden, jedenfalls wenn man die Kosten ansetzt, die fortgeschrittene Marketer mit größeren Listen haben
  • Das Design ist optimiert und vorbereitet, so dass mit relativ geringem Aufwand ein professioneller Kurs- oder Mitgliederbereich eingerichtet werden kann
Nachteile:
  • Die einzelnen Komponenten müssen gut funktionieren, denn meist ist das Einbinden von Alternativen nicht machbar
  • Wer schon einen Blog und ein gut laufendes Email-Marketing-System hat und jetzt eigentlich nur eine Kurshosting-Lösung braucht, der hat viel (Umzugs-) Aufwand, der eigentlich ja nicht nötig wäre
  • Die Kosten der beiden amerikanischen Anbieter sind für Einsteiger sehr hoch und stellen eine Hürde dar, denn die Kostenvorteile kommen erst für fortgeschrittenere Unternehmer zum Tragen. Bei Spreadmind sind die Einstiegskosten moderat und damit für Einsteiger erwägenswert.
  • Mir persönlich gefällt die Abhängigkeit von einem einzigen Unternehmen nicht – das muss jeder für sich abwägen.
Für wen?

Diese Komplettlösungen sind ideal für diejenigen, die schon genau wissen, dass sie sich ein Online-Business aufbauen wollen und die nicht die Zeit oder die Technik-Affinität haben, sich alles selbst aus Komponenten zusammenzustecken. Entsprechend braucht es eine Bereitschaft, zu investieren, sowohl was die Einarbeitungszeit angeht („Alles drin“ bedeutet zwangsläufig auch relativ hohe Komplexität) als auch was die monatlichen Mietkosten angeht.

Die frisch auf den Markt gekommene Lösung Spreadmind ist im Vergleich zu den amerikanischen Anbietern sehr gut auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten, beispielsweise was die Zahlungsmöglichkeiten angeht – und es ist bei großem Leistungsumfang momentan noch zu einem fairen Preis zu haben. Das ist ein möglicher Mittelweg zwischen einer wenig anpassbaren Miet-Kursplattform und der aufwändig zu erstellenden selbgehosteten Kursplattform.

4) Selbstgehostete Kursplattform

Bei dieser Variante richtest du dir selbst eine Kursplattform ein. Hauptsächlich verbreitet ist es, auf einer eigenen WordPress Webseite mit Hilfe von Mitglieder-Plugins wie Digimember und ggf. weiteren Plugins den Kurs anzulegen. Hier gibt es – auch wieder im englischsprachigen Markt – ganz viele Plugins und Themes speziell für Onlinekurs-Entwickler, die die bei WordPress fehlenden Funktionen auszugleichen.

Eine weitere selbstgehostete Lösung ist die Open-Source-Plattform Moodle, die für Universitäten entwickelt wurde und vom Grundsatz her kostenlos von jedem genutzt werden kann. Ich erwähne diese Möglichkeit nur ungern, weil ich dringend davon abrate, sich ohne erfahrene (Hosting- und Einrichtungs-) Unterstützung an dieses komplexe System heranzuwagen.

Vorteile einer selbstgehosteten Kursplattform in WordPress:
  • Du hast nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten und kannst dir deinen Kursbereich genau so einrichten, wie du es dir vorstellst. Was das Design angeht, aber auch was die Funktionalität angeht. Ich z.B. brauche immer auch einen Bereich für zusätzliche Infos und kann nicht alles in der Module-Lektionen-Struktur unterbringen. Bei den Mietplattformen muss man das aber machen – in WordPress lege ich einfach zusätzliche Seiten an.
  • Du behältst die „Datenhoheit„, soweit man das überhaupt sagen kann, wenn man im Internet unterwegs ist 🙂
  • Die Kosten der einzelnen Komponenten (Plugins, Videohosting, Theme etc.) sind meist unter’m Strich günstiger als die anderen Varianten. Da man aber deutlich mehr Zeit in die Einrichtung steckt, hinkt dieser Vergleich ein wenig.
Nachteile:
  • Die Kehrseite der unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten ist der hohe „Friemel-Faktor“: An der eigenen Kursplattform wird oft sehr lange herum-gebastelt und -optimiert, bis eben alles (annähernd) so ist, wie man sich das so vorstellt. Ich vergleiche das immer gern mit Wohnungen/Häusern: Wer mietet, ist meist deutlich anspruchsloser als derjenige, der ein Eigenheim kauft. 🙂
  • Es kostet auch ohne hohen Perfektionsanspruch schlichtweg Zeit, sich eine eigene Lernplattform einzurichten, auch wenn z.B. das Mitgliederplugin Digimember mittlerweile sehr benutzerfreundlich gestaltet ist.
  • Diese Lösung setzt voraus, dass man sich mit WordPress bereits auskennt – sich nur für eine Kursplattform in Wrodpress einzuarbeiten ist – sagen wir mal – unverhältnismäßig.
Für wen:

Ich glaube, anhand meiner obigen Ausführung wird gut deutlich, warum diese Lösung im deutschsprachigen Bereich die wohl beliebteste unter den Online-Unternehmern ist: Es mangelt schlichtweg noch an massentauglichen, uneingeschränkt empfehlbaren Alternativen. So langsam entwickelt sich das ja – und es kommen Kursplattform-Lösungen auf den Markt, die auch für Solo-Unternehmer geeignet sind.

Die eigene Kursplattform ist eigentlich die „Königsklasse“ unter allen Lösungen – und tendenziell eher für fortgeschrittenere und/oder technik-affine Kursanbieter geeignet. Langfristig ist das aufgrund der relativ geringen Kosten (wenn es einmal läuft) und der Hoheit über Daten und Gestaltung sicher auch die eleganteste Lösung, so denke ich jedenfalls. Aber wenn die Alternativen nicht in Frage kommen, die ich genannt habe, dann macht eine eigene Kursplattform in WordPress auch für Einsteiger durchaus Sinn – möglicherweise braucht es dafür dann einen Mindset-Shift und ein Absenken der Ansprüche (Es muss ja z.B. nicht gleich das komplizierteste aller Themes sein, nur weil Kollegin xy damit so ein geniales Design hinbekommen hat?!).

Der Vollständigkeit halber…

… aber für die allermeisten Kurs-Entwickler nicht relevant ist, dass einige Plattformen mit ausgewählten Experten (Buchautoren, Professoren, Fachbereiche von Unis etc.) Onlinekurse erstellen und diese dann auf ihrem Marktplatz verkaufen. Das sind dann Kurs-Marktplätze mit stark beschränktem Zugang, weil eben nicht jeder hier seinen Kurs erstellen und anbieten kann. Beispiele sind Pink University und Iversity. Sie sind als Hosting-Lösung nur dann möglicherweise interessant, wenn du dir bereits durch mehrere Fachbücher einen Expertenstatus aufgebaut hast und im weitesten Sinne „wirtschaftsbezogene“ Themen abdeckst.

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Das war mein Überblick darüber, welche Möglichkeiten es grundsätzlich überhaupt gibt, deinen Kurs zu hosten. Ich glaube, es wurde deutlich, dass es nicht die eine Lösung gibt, die für fast alle gut passt.

Irgendeinen Kompromiss muss man (noch) eingehen:

  • Entweder ist die Lösung relativ aufwändig selbst zu erstellen, ermöglicht dafür aber große Gestaltungsfreiheit,
  • oder die Lösung macht Technik-Laien das Leben leicht, ermöglicht aber nicht die Zahlungsabwicklung, die wir in Deutschland brauchen oder
  • die Plattform ist noch in der Entwicklung, was auch ein gewisses Risiko birgt oder
  • der Marktplatz funktioniert nicht für deutschsprachige Kurse.

Ich rate dir also, an die Suche nach einer Kursplattform nicht mit dem Anspruch heranzugehen, eine Lösung „für die Ewigkeit“ zu finden! Wenn du deine Kurs-Materialien gut sortiert auch auf deiner Festplatte liegen hast, ist ein Umzug von einer zur anderen Kursplattform-Lösung in den meisten Fällen schnell gemacht – es spricht also nichts dagegen, für den Einstieg Kompromisse bei der Kursplattform-Lösung einzugehen.

Wie siehst du das? Was hast du zu ergänzen? Wie hast du das gelöst und wo hast du deinen Kurs gehostet? Welche Fragen sind offen geblieben? Nutze das Kommentarfeld für Feedback, Fragen und mehr – ich freu‘ mich, von dir zu lesen!

Herzliche Grüße

Marit Alke

 

P.S: Für diejenigen, die das Abenteuer „Kursplattform in WordPress“ (Variante 4) angehen möchten, habe ich einen Selbstlernkurs mit detaillierten Erklärvideos erstellt: WP-Kursplattform Selbstlernkurs.

 

21 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Marit,

    wieder mal ein Klasse-Beitrag! Der Vollständigkeit und Einfachheit halber sei vielleicht noch erwähnt: Man könnte – gerade als Einsteiger – den gesamten Online-Kurs auch einfach über eine E-Mail-Autoresponderserie laufen lassen.

    Jede Mail = 1 neue Lektion (+ evtl. Link zu einer „geheimen“ Seite auf der eigenen Webpräsenz).

    Super easy, ratzfatz aufgesetzt und extrem skalierbar 😉

    Viele Grüße vom Texterschreibtisch

    Detlef

    PS: Und Vorsicht bei Udemy – wirklich nur zu Marketingzwecken! Hier werden – gefühlt – Udemy-seitig im Sekundentakt Kurse verramscht. Denn Udemy verdient dabei in jedem Fall. Und Kleinvieh macht bei den vielen Kursen dort ja bekanntlich auch Mist.

    • Hallo lieber Detlef,

      danke für das Feedback. Und übrigens: Wie schön, dass wir uns neulich auf dem InspiCamp gesehen haben, so wird so ein Kommentar gleich persönlicher 🙂

      Ja, danke für die Ergänzung! In meinem Kurs habe ich das als Option auch mit drin, weil das für Einsteiger ja wirklich so geht – muss nicht gleich eine Plattform sein. Aber hier ging es ja um Kursplattformen, also hab ich die Alternative rausgelassen.

      Liebe Grüße
      Marit

    • Hey Detlef,

      danke für den Tip! Das kommt für mich gerade richtig. Ich habe mich noch nicht dazu durchgerungen zu 100% ja zu sagen zu einem Online-Kurs. Mit dieser Möglichkeit kann ich aber „gratis“ ein wenig testen und experimentieren 🙂

      Liebe Grüße,
      Tanja

      • Hallo Tanja,

        sehr gut! Alles was die Einstiegshürden senkt ist willkommen! Du kannst auch Teachable mal ausprobieren, auch dort kannst du kostenlos schon sehr viel machen – inklusive Emails.

        Lieber Gruß
        Marit

  2. Hervorragend – Du leistest hier wirklich großartige Arbeit, liebe Marit.

    Ich finde es ganz wundervoll, dass Du den Markt sondierst und den Menschen hier eine Anlaufstelle bietest.

    Ganz herzlich
    Anton

    • Danke Anton!

      Wie du an meinen Abwägungen gesehen hast, kommst du mit deinem E-Shepherd genau richtig. Noch gibt es aus meiner Sicht dort den „Kompromiss“, dass du noch weiter dran optimierst, aber das wird ja bald vorbei sein 🙂

      Lieber Gruß
      Marit

  3. Hallo Marit,

    definitiv wieder ein sehr mehrwertiger Artikel. Danke.
    Ich habe mich damals für die selbstgehostete Lösung entscheiden, weil ich dort am Meisten zu lernen gab. Komisches Kriterium, aber ich glaube, so ticke ich. 🙂

    Und ich hatte noch eine alte DigiMember Lizenz für Version 1.0, damals einmalig 99,-, da gab es noch nicht das fiese Abo-Modell.

    Mit dem Abo-Modell hat sich DigiMember sicherlich mehr Einnahmen, aber weniger Nutzer erzeugt.

    Viele Grüße,
    David

    Viele Grüße,
    David

    • Hallo David,

      ja, ich ticke ähnlich 🙂 🙂 – kann ich nachvollziehen. Ich glaube nicht, dass Digimember damit so sehr viel weniger Nutzer hat – es hat sich ja auch deutlich verbessert. „Fies“ finde ich das Abomodell nicht, nur folgerichtig, weil ja auch laufend Support geleistet werden muss (und das sicher nicht zu knapp).

      Aber alles gut, jedem seine Meinung. Mich ärgert nur, dass bei Digimember der Support stark nachlässt – DAS lässt mich dann eher nach Alternativen Ausschau halten. Für Zugang zum Support, der sich auch aktiv bemüht (wie bei ThriveThemes) zahle ich gern meine Abo-Gebühr.

      Lieber Gruß
      Marit

  4. Wow Marit, Respekt für diesen Artikel!

    Das ist ja quasi eine richtige Marktanalyse. Ich denke für jeden, der nicht so richtig weiß für was er sich entscheiden soll ist dieser Artikel Gold wert! Da werde ich sicher den einen oder anderen drauf schicken, wenn er nicht weiß, ob wir die richtige Lösung für ihn sind oder ob was anderes besser passt.

    So eine neutrale Seite, die die Dinge objektiv anspricht, ist wirklich ein echter Mehrwert für die ganze Branche!

    LG Mario

    • Hallo Mario,

      danke für dein Feedback! Das freut mich, dass du das so siehst. Ja, ich denke das auch. Du hast natürlich jetzt durch den Affiliate-Run, den du ja für den Lauch auch brauchst, sehr viele positiv gefärbte Berichterstattungen über Spreadmind.

      Ich habe versucht, möglichst neutral zu berichten – aber natürlich hab ich auch meine Meinung (z.B. bin ich WordPress-Fan 🙂 ) und eingeflossen ist das mit Sicherheit.

      Spreadmind steht im Vergleich zu den amerikanischen Komplettlösungen ja sehr gut da – und ich freu‘ mich, dass es eine deutsche Variante gibt! Und jetzt gilt es, hier auch eine stabile, langfristig funktionierende Lösung zu schaffen, die die „Kinderkrankheiten“ möglichst schnell überwindet. Ich drücke euch (und dem deutschen Online-Unternehmer-Markt) sehr die Daumen dafür! 🙂

      Viele Grüße
      Marit

  5. Hallo Marit,
    sehr guter Artikel, bestimmt nützlich, wenn jemand noch vor der Wahl der Plattform steht. ich würde noch gerne OptimizePress erwähnen, da es eine der meist genutzten Plattformen ist, mit der man selbstgehostete Plattformen für die eigenen Kurse esrtellen kann. LandingPage, Mitgliederbereich und Einbindung der meisten E-Mail Verteiler sind damit realisierbar. Nachteil: es läuft „only english“ und man muss für die Übersetzung Loco Translate einsetzen.
    Gruss,
    Emese

    • Hallo Emese,

      danke für die Ergänzung! Ich bin ja bewusst nicht in die Tiefe gegangen beim Thema „Selbstgehostete Plattform mit WordPress“ sondern habe Digimember nur als Beispiel erwähnt. Optimizepress ist ein WordPress-Plugin, das eben auch die Member-Funktion enthalten hat – das als Erläuterung für diejenigen, die jetzt denken könnten, es wäre eine Kursplattform „an sich“.
      Ich habe die Membership-Funktion ausgeführt und fand sie nicht sehr gut im Handling – und auch für die Landingpages ist es nicht mehr meine erste Wahl. Aber ja, es lässt sich damit machen. Und es gibt auch noch unzählige weitere (auch kostenlose) Mitglieder-Plugins, aber wie gesagt, das Fass wollte ich nicht aufmachen 🙂

      Das dann mal in einem gesonderten Artikel – und dann komme ich nochmal auf dich zu wegen deiner Erfahrungen im Detail mit OP. 🙂

      Lieber Gruß
      Marit

  6. Liebe Marit,
    eine wundervolle Zusammenfassung der Möglichkeiten – und Entscheidungskriterien. Danke.

    Es steht und fällt doch irgendwie immer alles mit einer Zielklärung:
    – Was will ich machen? (Thema, Inhalt, Methode)
    – Wen will ich erreichen? (Zielgruppe)
    – Was kann ich selbst in der Umsetzung realisieren? (Ressourcen)
    – Wo brauche ich Unterstützung? (ggf. Dienstleister)
    – Was ist mir sonst noch wichtig? (Werte, Einstellungen)

    Schritt für Schritt dann das Business starten, weiter entwickeln und „gesund wachsen“ … ich glaube, das ist ebenfalls wichtig. Die Technik entwickelt sich so schnell weiter, dass eine Entscheidung von vor 3 Monaten heute auf einmal ganz anders ausfallen könnte.

    Viele Grüße,
    Nico

  7. Hallo Marit,

    super Zusammenfassung der „Kurs-Lösungen“. Für die selbstgehosteten-Plugin-Lösungen bräuchtest du wahrscheinlich mindestens 2 Artikel, um die Möglichkeiten auch nur annähernd zu erfassen. 😉

    Was vielleicht für Einsteiger noch ein hilfreicher Gedanke ist. Wenn man zu dem Schluss kommt, dass es eine selbstgehostete Kursplattform werden soll, dann ist es zumindest eine Überlegung wert, diese Arbeit abzugeben.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das unter Umständen ein „langes Lied“ werden kann, wenn man sich in alle Abläufe einarbeiten muss.
    Wer es sich leisten kann, sollte aus meiner Sicht einen Dienstleister mit der Einrichtung beauftragen. Die Inhalte brauchen noch Zeit genug ….

    Und solche Lösungen wie E-Shepherd und Spreadmind von den Kosten her zu vergleichen, sind solche „Nebenkosten“ oder eben die eigene Zeit (die ja auch kostet) natürlich mit zu berechnen.

    Was für mich aber der entscheidende Unterschied ist:
    Bei den selbstgehosteten (WordPress-)Lösungen, habe ich viel mehr Möglichkeiten, viel mehr (und oft viel bessere) Tools, die ich einsetzen kann.

  8. Liebe Marit,

    mit diesem super Artikel lieferst du in der Tat hohen Wert. Zum einen durch den sehr umfassenden Überblick und dann auch durch die Aufführung der Vor- und Nachteile. So kann sich jeder die Lösung suchen, die zumindest im Moment für ihn am geeignetsten ist.

    Für Trainer und Coaches könnte auch noch blink.it in Frage kommen.

    Sehr wichtig finde ich den Hinweis, dass die Lösung, die man jetzt wählt, nicht für die Ewigkeit sein muss. Die übersichtliche Organisation der Kursmaterialien auf dem PC ist in der Tat eine wichtige Voraussetzung, wenn man irgendwann umziehen möchte.

    Hier empfiehlt sich, sich frühzeitig ein System der Datenorganisation zu überlegen – und sich auch daran zu halten -, damit man nicht im Falle eines Falles in die Bredouille gerät.

  9. Liebe Marit,

    vielen Dank für diese hervorragende Übersicht und die Darlegung der Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten.
    Ich hatte mich nach dem Kurs bei dir ja sofort für die selbstgehostete Kursplattform-Variante entschieden und es bis heute nicht bereut.
    Doch ist es in der Tat schon so, dass eine Technik-Affinität sehr von Vorteil ist.
    Für mich war ausschlaggebend, dass ich damit die größtmögliche Freiheit bei der Gestaltung habe und zugleich alles in meinen Händen liegt.

    Grüße aus Lanzarote.
    Bianka

  10. Hallo Marit,
    danke für den hervorragenden Überblick und diese super Entscheidungsgrundlage. Habe mich für WP entschieden und freue mich auf Deinen Kurs im Juli.
    Herzliche Grüße aus dem Süden
    Roswitha Gronemann

    • Hallo Roswitha,

      der Juli beginnt ja morgen schon! 🙂 Super, dass du mit meiner Übersicht besser entscheiden konntest – so sollte das doch sein!

      Lieber Gruß
      Marit

  11. Hallo Marit,
    Vielen Dank für diese ausführliche Analyse und Auflistung!
    Sonnige Grüße!
    Dorothea

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