Mein herrlich unperfektes Online-Business – profitabel, wachsend und erfüllend [OBL036]

Bestimmt kennst du das auch: Dein Online-Business hat diverse Baustellen. Und damit sind nicht nur die spannenden Produkt-Ideen gemeint, sondern die Basics, das Fundament wie Webseite, Prozesse, Social Media und Co. Mein Business entspricht an sehr vielen Stellen nicht dem „Lehrbuch“, den gängigen Empfehlungen – und ich will einige dieser Baustellen jetzt endlich angehen! Bei dieser Gelegenheit ist mir aber bewusst geworden, wie weit ich – trotz der ganzen Baustellen – mit meinem Business schon gekommen bin: Es ist profitabel, wachsend UND macht mich sehr glücklich und erfüllt. Die Botschaft, die ich dir in diesem sehr persönlichen Artikel mitgeben will ist: Besinne dich auf das Wesentliche! Es gibt viele Tipps, die sich zwar sehr schlüssig anhören und sicher auch hilfreich sind – im Kern aber geht es um Beziehungen und Mehrwert.

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Wenn du mich schon etwas länger kennst, dann weisst du, dass ich nicht so sehr gerne „Stories“ von mir erzähle und meine Artikel meist eher sachlich-nutzenorientiert sind. In diesem Artikel spreche ich mal über mich und gebe dir Einblick in mein Business, so wie es jetzt gerade ist. Damit möchte ich eine Botschaft mitgeben und dir Mut machen, dich nicht von den ganzen Baustellen auf dem Weg zum „mustergültigen“ lähmen und frustrieren zu lassen. Unter’m Strich zählt etwas ganz anderes, nämlich der Mehrwert den du in die Welt bringst und die Beziehungen, die du aufbaust.

Mein herrlich-unperfektes Business

Ich zähle mal auf, was aus meiner Sicht alles nicht so optimal ist an meinem Business. Den jeweiligen Expertenrat, den ich ja auch in allen Fällen sehr sinnvoll finde. Nur eben meist nicht umgesetzt:

Expertenrat: Hab‘ eine Startseite, die den neuen Besucher deiner Webseite abholt und durch die Infos führt

Baustelle: Bei mir landen neue Besucher auf der Blogseite – und sehen als erstes die aktuellen drei Podcast-Folgen oder Artikel. So erkennt sicher nicht jeder auf den ersten Blick, worum es bei mir geht.

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Expertenrat: Hab‘ ein professionelles Branding

Baustelle: Meine Webseite und meine Facebook-Seite sehen immer noch so aus wie am ersten Tag *hüstel*. Ich hab‘ mir zwar mittlerweile einen schönen Styleguide machen lassen, der z.B. auch in meinem Kurs „Mein erster Onlinekurs“ zum Einsatz kommt. Aber meine Haupt-Webseite und meine Social Media Seiten sind immer noch im „Ursprungs-Design“.

Auch meine URL und das Wort Coachingprodukte ist für mich längst nicht mehr aktuell und müsste dringend ausgetauscht werden. Mich hemmt hier, dass ich noch nicht entschieden habe, ob mein Name die Marke sein soll oder ich eine neue Marke brauche.

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Expertenrat: Biete deinen Webseiten-Besuchern ein knackiges Freebie, damit sie sich in deine Email-Liste eintragen

Baustelle: Mein Freebie ist immer noch ein 27-seitiges E-Book aus dem Jahre 2014, in dem ich meine Leser noch sieze und in dem der Begriff „Coachingprodukte“ verwendet wird. Mit der Grundaussage kann ich allerdings immer noch gut leben und ich bekomme nach wie vor gutes, dankbares Feedback für meine ausführliche Darstellung, mit welchem Coachingprodukt man am besten startet. Insofern ist das wohl nicht ganz so dramatisch. Aber ich bin nicht so glücklich darüber, dass ich – anders als andere, die quasi monatlich neue kreative Ideen für Freebies haben – meine neuen Abonnenten immer noch mit einem aus meiner Sicht veralteten Ebook begrüße.

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Expertenrat: Schicke deinen neuen Abonnenten eine Sequenz an einleitenden Mails, damit sie gut in dein Thema reinkommen und Vertrauen gewinnen

Baustelle: Klingt absolut überzeugend für mich. Nur ist es leider noch nicht umgesetzt. Woran ich da hake, kann ich auch nicht sagen – es gibt noch keine Autoresponder-Sequenz für meine neuen Abonnenten.

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Expertenrat: Schreibe mindestens einmal pro Woche einen Newsletter mit Mehrwert an deine Abonnenten

Baustelle: Mein Newsletter kommt nur etwa einmal im Monat. Ich habe ihn auch nicht in meinem Kalender stehen sondern schreibe ihn – jetzt nicht lachen bitte! – wenn ich Lust dazu und etwas Mehrwertiges zu teilen habe. Einmal pro Woche würde mein Newsletter ja dann kommen, wenn immer bei jedem Artikel / neuen Podcast-Folge eine Mail dazu rausginge – da bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich das machen möchte.

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Expertenrat: Nutze die Social Media systematisch, poste regelmäßig auch etwas von dir, um im Gedächtnis zu bleiben

Baustelle: Ich bin nicht die Frau für Sinnsprüche, Selfies in sämtlichen Lebenslagen und auch sonst nicht so begeistert dabei, hinter meine Kulissen blicken zu lassen. Dafür kuratiere ich sehr gerne auch die guten Artikel von anderen, wenn sie für meine Follower wertvoll sind – und vielleicht zu wenig von mir selbst.

Was ich ändern möchte: Über ein Tool zur Automatisierung auch ältere Artikel von mir oder von anderen wieder ins Blickfeld rücken. Denn es sehen ja doch immer nur wenige, wenn es nur einmal gepostet wird. Und auch meine Gruppe mit mehr Konsistenz moderieren. Momentan ist alles sehr stimmungsabhängig, was ich in Facebook so mache. Die anderen Kanäle habe ich kaum im Blick, auch da ist sicher Potenzial für mehr…

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Expertenrat: Du brauchst einen Redaktionsplan für Blog und Podcast

Baustelle: Durch den Podcast, bei dem ich mich zum wöchentlichen Senden verpflichtet habe, schaffe ich es immerhin, jede Woche etwas zu veröffentlichen. Aber denk‘ bloß nicht, das folge einem Plan! Oft – so wie heute – entscheide ich mich erst Mittwoch, was Donnerstag in die Welt gehen soll. Das macht meine Inhalte sehr unzusammenhängend für meine Leser und Hörer.

Ich hab‘ schon öfter versucht, einen wenigstens groben Plan  zu machen – aber dann folge ich doch mal wieder meiner Lust / meinem Sendungsbewusstsein und hinüber ist der schöne Plan.

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Expertenrat: Du solltest günstige Einstiegsprodukte haben, die immer verfügbar sind

Baustelle: Hmm, bei mir gibt es nur zwei Dinge zu kaufen. Zweimal im Jahr die Teilnahme an meinem Flagschiff-Programm „Mein erster Onlinekurs“ und die „Selbstlernkurs-Werkstatt“, ein Selbstlernkurs, in dem ich zum eigenen Selbstlernkurs führe. Meine Produkt-Palette ist also weit entfernt von „optimal“ und oft schon habe ich gehört, wie gut es wäre, wenn es ein Grundlagen-Buch oder einen kleinen Kurs oder kleinere Tutorials zu kaufen gäbe. Jaaa, ich arbeite dran! :)

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Noch nicht genug? Hier noch eine Auflistung, was ich sonst noch alles unperfekt an meinem Business finde (bezogen auf „mustergültiges Onlinebusiness“):

  • Ich habe keine Produktivitäts-Rituale – und halte mich selbst auch eher für wenig produktiv
  • Meine Angebote platziere ich nur sehr zurückhaltend
  • Kooperationen gehe ich nicht systematisch ein sondern nach Bauchgefühl – und auch das sehr zurückhaltend
  • Ich feile nicht an meinen Überschriften oder an meinen Texten: Erster Entwurf, einmal gegenlesen, raus damit
  • Listenaufbau habe ich noch nie bewusst vorangetrieben, da wäre sicher deutlich mehr drin
  • Ich mag meine Komfortzone :)

So, ich glaube, es reicht, um zu demonstrieren, dass ich eine ganze Menge sinnvoller Experten-Ratschläge noch nicht umgesetzt habe. :) Meistens geht es mir gut damit, dass so vieles noch nicht umgesetzt ist. Wahlweise ist es mir egal oder ich grinse drüber.

Manchmal überkommt mich aber auch eine Welle des Unzulänglichkeitsgefühls – gerade, wenn ich mich mit anderen Online-Unternehmern vergleiche, das muss ich schon zugeben. Aber ich fürchte, der Vergleichs-Virus ist recht weit verbreitet, egal wie vielen Expertentipps man folgt. Da hilft nur, immer wieder zu sich selbst und dem zurückzukehren, was wirklich wichtig ist.

Profitabel, wachsend und erfüllend!

So, jetzt kommt aber endlich das Happy End: Mein Business ist profitabel und wächst bisher jedes Jahr deutlich! In 2014 und 2015 hatte ich ein „gutes Teilzeiteinkommen“, das ja zu meiner Teilzeit-Arbeitszeit passt. Ich arbeite im Schnitt 25-30 Stunden die Woche und mache die Schulferien fast immer komplett mit. In 2016 habe ich erstmalig einen Gewinn, der einem guten Vollzeiteinkommen entspricht – wenn alles weiter so läuft wie geplant. Mein wichtigstes persönliches Erfolgskriterium ist die freie Zeit bzw. freie Zeitverfügbarkeit – dafür würde ich im Zweifel immer auf Umsatz verzichten – und in der meisten Zeit des Jahres ist dieses Kriterium erfüllt. Das heißt, ich fühle mich erfolgreich und voll im Fluss – objektive Kriterien für Erfolg im Online-Business gibt es ja eh nicht.

Also, mein Online-Business ist trotz der genannten Unzulänglichkeiten gesund! Und, noch viel wichtiger: Es macht mich glücklich und erfüllt mich. Ich kann sehen und bekomme zurückgemeldet, wie viele Menschen ich erreiche und wie vielen Unternehmern ich bei einer Transformation ihres Business helfe. Sowohl meinen Kunden / Teilnehmern als auch meinen Bloglesern und Podcast-Hörern. Ich weiss, dass meine Einschätzung in Sachen Onlinekurse für viele Gewicht hat und ernst genommen wird – und dass ich damit für bessere Kurse sorge. All‘ das ist sehr erfüllend für mich.

Da rücken dann die ganzen noch-nicht-umgesetzten Expertenratschläge in den Hintergrund… :)

Worauf es ankommt

Was sind aus meiner Sicht die Faktoren, die wesentlich sind für meinen Erfolg als Online-Unternehmerin? Ich denke, es sind die folgenden fünf Punkte:

Beziehungen aufbauen steht an allererster Stelle

Meine Community wächst und gedeiht – organisch, weil ich es ja nicht forciere. Natürlich kann ich bei der Menge der Leute nicht mehr jeden Einzelnen wahrnehmen. Aber ich agiere in Resonanz mit meiner Community, ich nehme wahr, was passiert, ich spüre immer wieder hin, ob das, was ich sende stimmig ist zu dem, was ankommt. Ich greife Fragen auf, bin einfach „da“ und agiere nicht nur über automatisierte Mails oder Posts. Ich fühle, dass mir viel Vertrauen entgegengebracht wird – und genau darum ging es mir von Anfang an: Vertrauenswürdig sein.

Das „Hinhören“ ist auch ein wichtiger Rat, den ich jedem Onlinekurs-Entwickler mitgebe: Am Anfang steht das Hinhören, das „in-Resonanz-gehen“, herausfinden, wo der Schuh drückt – erst auf der Basis kann ein wirkungsvoller, marktfähiger Kurs entstehen.

Ich bleibe dran

Je mehr Online-Unternehmer ich kennenlerne, desto mehr schält sich ein Erfolgsfaktor heraus: Dranbleiben. An einem Thema, bei einer Zielgruppe, an den gestarteten Projekten. So richtig wachsen tut meine Reichweite erst seit etwa einem Jahr, 2,5 Jahre nach dem Start des Blogs. Erst jetzt steigen die Zugriffe auf meinen Blog, werden meine Beiträge etwas mehr geteilt, kommen immer mehr Leute in meine Webinare. Lange Zeit „stagnierte“ das – was einen wachstumsorientierten Unternehmer möglicherweise vom Pfad abgebracht hätte (nach dem Motto „Die Nische ist zu klein“).

Mir geht es wirklich um das Vorankommen derjeniger, die von mir lernen

Im Zusammenhang mit Onlinekursen ist ja die Haltung weit verbreitet, dass man sich damit ein „passives Einkommen“ aufbauen kann, dass man durch Automatisierung als Unternehmer weniger mit Kunden interagieren muss und damit selbst freier wird. Mein Business ist tatsächlich so, dass man ja nur über’s Internet und in meinen Kursen mit mir arbeiten kann.

Dennoch spürt jeder, der enger mit mir arbeitet, dass mir das Vorankommen meiner Follower und meiner Teilnehmer wirklich am Herzen liegt. Das ist eine Frage der Haltung denke ich, aus welchem inneren Motiv heraus jemand Onlinekurse anbietet. Ich möchte dazu beitragen, dass wirklich wirkungsvolle, gut gemachte Onlinekurse auf den Markt kommen – und nicht lieblos aufgenommene Video-Sequenzen, die den Lerner mit dem Stoff weitgehend allein lassen.

Mein Wissen hat Substanz

Auf den zweiten Blick wird vielen klar, dass mein Wissen nicht nur auf „hat mal einen Onlinekurs rausgebracht“ basiert, sondern ich ja auch schon vorher Expertin für Online-Lernprozesse war. Wenn ich die Expertenratschläge umsetze :) wird das definitiv etwas sein, das ich noch stärker betonen möchte. Denn meine Nische wird zunehmend auch für andere attraktiv – und so kann ich mich abheben von denen, deren Expertise auf den frisch gemachten Erfahrungen mit dem eigenen Onlinekurs basiert.

Ich bin gut darin, mich auf das Wesentliche zu fokussieren (und öfter „nein“ zu sagen)

Mein Erfolgskriterium Nr. 1 ist ja die zeitliche Freiheit. Jedes potenziell spannende (Kooperations-)Projekt kann diese zeitliche Freiheit zunichte machen. Die Zeitfreiheit ist für mich wesentlich. Und die oben genannten vier Punkte: Community-Dranbleiben-Wirkung-Substanz. Alles, was nicht wesentlich ist, wird sehr kritisch von mir geprüft – und oft genug abgelehnt oder verschoben.

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Wow, das ist wieder mal ein Artikel, die mir aus der Hand geflossen ist. Am Wochenende habe ich entschieden, dass ich diese Botschaft mal in die Welt – zu dir – bringen möchte: Dein Business darf gerne unperfekt sein – und es hat trotzdem das Potenzial, Großes zu bewegen, profitabel und „gesund“ zu sein!

Das rufe ich besonders denen zu, bei denen viel Energie in das Zweifeln fließt, die sich unzulänglich fühlen, weil sie so viele der Expertentipps noch nicht umgesetzt haben. Oder die vielleicht noch nicht mal richtig gestartet sind, weil es eben noch so viel zu erledigen gibt und die To-Do-Listen in den Himmel wachsen. Ich dachte, wenn ihr seht, dass ich als fortgeschrittene Online-Unternehmerin immer noch nicht alles parat habe und trotzdem mit meiner Entwicklung sehr zufrieden bin, dass ihr dann auch entspannter an das Hineinwachsen in euer Online-Business rangehen könnt?!

Besinne dich auf das, was dein Business im Kern ausmacht – das soll meine Botschaft sein.

Schreib‘ mir, was du dazu denkst! Ich brauche keine Komplimente :) sondern ich möchte wissen, was du für Beobachtungen gemacht hast, wie es deinem Business mit den Unperfektheiten so geht und vielleicht auch, was du anpacken willst, nachdem du meinen Artikel oder die Podcast-Folge gehört hast.

Ich bin gespannt!

Herzliche Grüße

Marit Alke

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