Wo sind die spritsparenden Kleinwagen im Coachingmarkt?

 Wo sind die spritsparenden Kleinwagen im Coachingmarkt?
Oder: Denken Sie nicht zu groß, das macht die Vermarktung leichter

Mit einem onlinegestützten Coachingprogramm kann der Einstieg in die Produktentwicklung gut gelingen. Doch, wer gewohnt ist, seine Kunden eng und persönlich zu betreuen, neigt leicht dazu, sein erstes Programm zu überfrachten und mit zuviel „Luxus“ auszustatten. Die Folge: Das eigentliche Ziel, nämlich die Ansprache neuer Kundengruppen gelingt nicht so leicht wie gewünscht. Ein Plädoyer zum Downshifting.

Auf dem Coaching- und Beratungsmarkt für Selbstzahler gibt es momentan hauptsächlich Limousinen zu kaufen: vollausgestattete, sichere und bequeme, individuell zugeschnittene Produkte (Einzelberatung & Co.). Für alle Veränderungswilligen, die momentan keine Limousine wollen, sehr wohl aber das Bedürfnis verspüren, von A nach B gelangen, gibt es – von Ausnahmen abgesehen – als Alternative nur Ratgeberbücher oder punktuelle Workshops. Beide sind nicht als Langstreckenfahrzeuge geeignet, sondern bieten einen Startimpuls und lassen den Kunden ansonsten auf freier Strecke stehen. Wo sind also die günstigen Kleinwagen in diesem Markt?

Wenn Sie das Ziel haben, neue Kundengruppen leichter anzusprechen durch Programme und Produkte, gelingt das meiner Meinung nach am einfachsten, indem diese sich nicht nur methodisch sondern auch preislich von den am Markt gängigen Produkten unterscheiden.

Das ewige Dilemma: Produktentwickler vs. Marketingverantwortlicher

In wohl jedem Unternehmen gibt es diesen ewigen Zwist: Die Produktentwickler möchten ein tolles, schönes, liebenswertes Produkt schaffen. Die Marketingverantwortlichen wollen vor allem ein Produkt, das sich gut verkaufen lässt. Und da der Preis nun mal ein wichtiges Kriterium ist, raten sie zur Reduktion auf das (für den Kunden) Wesentliche.

Auch wir Einzelunternehmer haben diese beiden Stimmen in uns – in diesem Artikel bekommt vor allem der Marketingverantwortliche ein paar Argumente gegenüber dem meist übereifrigen und qualitätsliebenden Produktentwickler an die Hand. ;)

Denn der Produktentwickler würde am liebsten für jede Eventualität im Prozess vorsorgen, so dass garantiert jeder Teilnehmer optimal betreut wird. „Hier an dieser Stelle geht es um Glaubenssätze, da muss ich Einzelsitzungen einbauen“ oder „Diese Übung kann man eigentlich nur in einem Präsenzworkshop machen“ – so oder ähnlich wird argumentiert. Und schwupps – ist es schon wieder ein Premiumprodukt…

Ein sehr hochpreisiges Programm erzeugt Akquisedruck – wollen Sie das?

Verstehen Sie mich nicht falsch: Es ist völlig in Ordnung, ein exklusives, hochpreisiges Programm anzubieten. Auch ich habe vor einigen Jahren mit einem solchen Programm erste Erfahrungen gesammelt („wesentlich – das Programm in eigener Sache“ kostete ca. € 1.300,-) und ausreichend Teilnehmer dafür gewonnen. Nur war die Teilnehmergewinnung eben nicht leicht sondern fast genauso schwer wie die Gewinnung von Einzelkunden. Ein hochpreisiges Programm schafft „Akquisedruck“ – was ja durchaus sehr positiv und aktivierend sein kann. Zu einem bestimmten Datum eine bestimmte Anzahl Kunden gewinnen zu müssen (damit es sinnvoll starten kann), setzt ungeahnte Kräfte frei :) – sorgt aber auch für schlaflose Nächte. Und ich persönlich möchte lieber etwas mehr Leichtigkeit in meinen Berateralltag und lieber etwas weniger Druck.

Leichter wird es, wenn Sie Ihr Programm abspecken und ein Stück weit die Leine loslassen, an der Sie Ihre Teilnehmer führen möchten – damit Sie es zu einem günstigeren Preis anbieten und damit eine Lücke am Markt schließen können.

Tipps, wie das Abspecken Ihres Programms gelingt – innere Haltung

Zunächst zwei Tipps. die Ihre innere Haltung zur Produktentwicklung betreffen. Nur nochmal zur Erinnerung:

  1. Sie lassen den Kunden nur die Wahl, in welcher Form diese Ihr Know-how bei Ihnen kaufen wollen! Sie erweitern Ihr Sortiment um günstigere Varianten, bei denen dann logischerweise auch der Anteil Ihrer wertvollen Arbeitszeit reduziert ist.
  2. Sie möchten Kunden gewinnen, die Sie bisher noch nicht gewinnen konnten. Andere Kunden mit anderen Bedürfnissen. Diejenigen Kunden, die gerne intensiv und persönlich von Ihnen betreut werden wollen, können dies ja weiterhin bei Ihnen bekommen – während neue Kunden ein Produkt bei Ihnen kaufen können, in dem diese stärker selbstverantwortlich gefragt sind. So erreichen Sie diejenigen, die bisher vielleicht bei Ihnen nur lesen und Ihre Aktivitäten verfolgen, aber bisher noch nie etwas gekauft haben.

Diese beiden Reminder helfen dabei, Ihr Programm nicht zu sehr aufzupolstern sondern sehr sparsam mit der eigenen Betreuungsleistung umzugehen.

Tipps wie das Abspecken Ihres Programms gelingt – ganz praktisch
  1. Unterteilen Sie Ihr großes Programm in zwei oder drei einzelne Teile und bieten Sie diese als einzelne Produkte an.
  2. Verkleinern Sie das Programmziel und brechen es auf ein konkretes Ziel herunter (z.B. statt: „Positionierung für Selbstständige“ besser „Zur eigenen Homepage in 6 Wochen“)
  3. Widerstehen Sie dem Drang, Präsenzanteile als festen Bestandteil Ihres Programms einzubauen – das verkompliziert die Vermarktung. Bei einem längeren Prozess mit einer Präsenzphase in der Mitte oder zum Ende relativiert sich das sicherlich, weil die Teilnehmer nur einmal reisen müssen.
  4. Ziehen Sie das Programm in die Länge, indem Sie die Taktung innerhalb der Module lockern – so dass die Teilnehmer für den gleichen Preis länger betreut werden. Auch aus didaktischer Sicht macht das meist Sinn, denn viele Teilnehmer sind dankbar für mehr Puffer zwischen den einzelnen Stationen und können besser in ihrem eigenen Tempo vorankommen. Das ist also nicht nur eine optische Aufwertung
  5. Denken Sie wie ein Marketingmanager und überlegen Sie sich zuerst einen Preis, zu dem es verhältnismäßig einfach sein wird, die gewünschte Teilnehmerzahl zu gewinnen. Gemeint sind nicht Dumpingpreise, sondern eine Preisspanne, die sinnvoll zwischen Selbstlernmedien und Einzelbetreuung angesiedelt ist. In den meisten Fällen wird dies für ein mehrwöchiges Programm (bei Selbstzahler-Angeboten) irgendwo zwischen 300 und 700 Euro liegen. (Meine subjektive Einschätzung; bezogen auf den Live-Coaching-Markt). Ausgehend von diesem Preis kalkulieren Sie dann in Abhängigkeit von Ihrem Stundenlohn, wieviel Ihrer wertvollen Arbeitszeit Sie tatsächlich in den Prozess reingeben dürfen.
  6. Die meisten Coachingprogramme bestehen im Grunde aus einem Selbstlernkurs plus einer klaren Struktur mit festen Terminen, zu denen die Teilnehmer bestimmte Meilensteine in irgendeiner Form für sich reflektieren können. Prüfen Sie jede Station im Prozess daraufhin, wie zeitintensiv Sie selbst darin eingebunden sind und reduzieren Sie wo möglich Ihre zeitliche Eingebundenheit:
    – Lassen Sie Teilnehmer sich gegenseitig unterstützen, indem Sie nur zu Beginn moderieren und klare Leitfäden als Hilfestellung geben,
    – betreuuen Sie die Teilnehmer teilweise asynchron und bieten Sie weniger synchrone Betreuung an (asynchron = Forum, Mail, Arbeitsblätter etc.; Synchron: Webinar, TelKo, Workshop etc.)
    – lassen Sie Einzelberatungen ganz weg und bieten Sie diese ggf. als optionale Leistung in der „Premium“-Variante an,
    – finden Sie eine Möglichkeit, Fragen und Anliegen gebündelt zu bearbeiten, z.B. in einer Sprechstunde, die Sie vorbereiten, indem Sie vorab schon die Anliegen der Teilnehmer einholen und dort beantworten.
  7. In jedem Fall macht es Sinn, zwei bis drei Preisvarianten des Programms anzubieten. Die Variante, an der Ihr Herz hängt, weil sie so „schön und komfortabel“ ist, könnte dann zur Premium-Variante werden mit einem entsprechend hohen Preis. In der „Standard“-Variante diejenige, bei der Sie meine o.g. Tipps berücksichtigt haben ;) und die günstigste könnte eine komplett unbetreute oder nur minimal betreute Variante Ihres Programms sein. Sich die Option offen zu halten, Teilnehmer die das möchten, enger zu betreuen, erleichter das „Loslassen“ meiner Erfahrung nach ungemein.
  8. Gerade für ein erstes Programm empfehle ich jedoch, erstmal nur mit einer möglichst leicht vermarktbaren Variante zu starten. Einen Pilotpreis anzubieten (bei Nennung des späteren Preises) um Ihr Vorgehen zu testen, finde ich für mich persönlich eine gute Vorgehensweise. Auch wenn dann mein Stundensatz noch nicht der Ziel-Stundensatz ist: Ich investiere damit in meine Produktpalette und kann dann gut damit leben.

Das war mein Plädoyer und meine Tipps zum Downshifting bei Coachingprogrammen.

Ich hoffe, ich konnte gerade denjenigen, die das erste Mal über die Entwicklung eines Programms nachdenken eine weitere wichtige Perspektive reingeben – nämlich die des Marketingverantwortlichen. Aber auch fortgeschrittene Produktentwickler werden immer wieder zwischen einem „tollen Produkt“ und den Bedürfnissen Ihres Marktes abwägen müssen.

Wie sehen Sie das? Was gibt es zu ergänzen? Welche Fragen haben Sie? –> Immer ‚rein mit Ihren Gedanken ins Kommentarfeld – ich freue mich wie immer auf den Austausch. :)

Sonnige Grüße

Marit Alke

 

27 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Frau Alke,

    der Vergleich mit dem Kleinwagen ist sehr schön und treffend. Die Neigung zum Überfrachten ist mir durchaus bekannt. Doch man tut damit weder den Teilnehmern noch sich selbst einen Gefallen. Ihr Hinweis ist sehr wichtig, dass man mit einem Coachingprogramm zum einen bestehenden Kunden die Wahl zwischen verschiedenen Formaten lassen kann und auch neue Kundengruppen ansprechen kann. Genau so verhält es sich ja auch mit Kleinwagen. Sie dienen entweder als Zweitauto für die Stadt in einem Haushalt, der schon fahrzeugmäßig bestückt ist, oder als Hauptfahrzeug für ganz neue Kundengruppen. Wenn ich beispielsweise an den Smart denke, hat sich dafür eine Kundengruppe ergeben, die vielleicht von vornherein gar nicht im Blickwinkel war: Lieferdienste von Apotheken oder sonstigen Einzelhändlern, mobile Pflegedienste u.a. , also auch gewerbliche Kunden neben den Privatkunden, die vielleicht aus Budgetgründen oder weil sie nicht viel fahren, mit einem Kleinwagen gut bedient sind.

    • Hallo Frau Birkner,

      genau, das ist auch nochmal ein interessanter Aspekt, dass sich noch ganz neue Kundengruppen auftun können, in dem Moment in dem man ein innovatives und niedrigschwelliges Produkt anbietet – Kunden mit denen man vorher gar nicht gerechnet hat. Sehr schön, ein Anreiz mehr, mit einem Programm sichtbar zu werden ;)

      Viele Grüße
      Marit Alke

  2. liebe frau alke,
    wieder ein sehr interessanter artikel in einem jetzt schon sehr interessanten blog — trifft genau die themen, mit denen ich mich auch in den vergangenen monaten beschäftige.

    eine mutige ergänzung ;-) habe ich noch zu ihrer liste: das programm gar nicht fertig entwickeln sondern nur mit den ersten 2 modulen zu starten. alles weitere wird on-the-fly entwickelt.
    das hat folgende vorteile:
    – gefahr von „in-schönheit-sterben“ ist damit enorm verringert
    – und was noch viel wichtiger ist: user-feedback kann schon gleich bei der weiterentwicklung miteinbezogen werden (d.h. die weiteren module können besser an die zielgruppe angepasst werden)
    nachteil: das vorrangige modell, welches hierfür passt, ist das einer membership-site – und das hat meines erachtens immer noch einen unseriösen beigeschmack. die amerikaner sind hier wieder mal einige schritte weiter.
    allerdings gäbe es auch noch ein 2tes modell, welches hierfür passen würde: ein email-autoresponder, der die einzelnen lern-module wöchentlich, 2wöchentlich oder wie auch immer automatisch an die zahlenden abonnenten sendet.
    auch so hätte der coach zeit, parallel das produkt/programm weiterzuentwickeln.

    ich freue mich sehr, auf ihre weiteren artikel!

    • Hallo Herr Katzer,

      danke für das Feedback – freut mich, dass es Ihnen wieder gefällt und Sie weiterhin dabei sind! Ich gebe Ihnen absolut Recht und in meiner Webinar-Reihe habe ich genau diese Philosophie vermittelt. „In Schönheit sterben“ ist ein toller Ausdruck dafür, was man unbedingt vermeiden sollte. Loslegen und zwar möglichst bald – statt im stillen Kämmerlein vor sich hinzuwerkeln – absolut!

      Doch, warum soll dieses iterative Vorgehen nur für eine Membership-Seite funktionieren? In dem Moment, in dem Sie mit der Vermarktung Ihres Programms starten, brauchen Sie doch erstmal nur die „Rahmendaten“, den Steckbrief – mehr ist zu dem Zeitpunkt nicht nötig. Parallel zur Teilnehmergewinnung können Sie dann damit starten, Ihr erstes Modul fertigzustellen. Alle weiteren Module liefern Sie dann aus, wenn sie im Prozess gebraucht werden. Bei Selbstlernkursen bietet sich in der Tat ein Autoresponder an.

      Viele Grüße und bis bald mal wieder,
      Marit Alke

    • ich möchte noch ergänzen: in meiner darstellung geht es rein um die vermarktung eines „online produktes“ – habe da wohl schon zu sehr die scheuklappen auf, um auch noch an offline-maßnahmen zu denken…

      • Hallo Herr Katzer,

        ich rede auch von „online“-Produkten und meine damit, dass Teilnehmer aus der Ferne betreut werden. Offline bedeutet für mich vor allem Präsenzlernen, die Betreuung über’s Telefon z.B. rechne ich eher nicht dazu. Sie verbinden mit dem Wort „online“ anscheinend das selbstgesteuerte Lernen über’s Internet. Ist interessant, wieviele unterschiedliche Assoziationen es in diesem Bereich immer noch zu bestimmten Begriffen gibt – und entsprechend wichtig, dass wir möglichst immer präzisieren, was gemeint ist.

        Viele Grüße nochmal
        Marit Alke

  3. Liebe Marit Alke,

    ohja… ich kenne die Produktentwicklerin in mir sehr gut ;)

    Zum Glück gibt’s auch die Marketingfrau in mir, die mir zum Beispiel beim Konzipieren eines Coachingangebots für Oberstufen-SchülerInnen (Berufswahl) ähnliches geraten hat wie Sie in Ihrem Artikel: teil dein Angebot auf in Bausteine, mach den Einstieg leicht über einen Schnupperworkshop und biete vorab sogar über deinen Blog (www.konflikte-entfalten.de) ein kostenloses eMail-Coaching (ohne individuelle Betreuung) an.
    So gefällt’s jetzt auch der Produktentwicklerin:)
    Ob’s meinen KundInnen gefällt, werd ich in den nächsten Monaten sehen.

    Danke für Ihre schöne Website!

    Herzliche Grüße
    ina machold

    • Hallo Frau Machold,

      ganz herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Klasse, dass Sie die inneren Anteile Ihrer „inneren Firma“ so gut ausbalanciert haben – das ist super für’s Unternehmensklima ;)

      Bei Ihrer Zielgruppe kann ich es mir noch hilfreich vorstellen, wenn Sie einige von ihnen zu „Praktikanten“ oder „Azubis“ machen (um beim Bild zu bleiben) – sprich, lassen Sie sie das Angebot aktiv mitgestalten. Das ginge z.B. indem Sie die Abonnenten des kostenlosen Kurses in eine geschlossene Facebook-Gruppe einladen, dort zum Austausch anregen und ganz viel nachfragen.

      Ansonsten danke für das Lob und bis bald,
      Marit Alke

  4. Hallo Frau Alke,

    danke für das Ausformulieren Ihrer Erfahrungen.
    Ich möchte noch einen einfachen kleinen Tipp beisteuern: Nehmen Sie bei der Produktdefinition immer auch die Perspektive der verschiedenen Kundengruppen ein.
    Damit meine ich nicht nur, das Kundensegment, dass neu angesprochen werden soll, sondern auch die anderen Kunden die für anderen Produkte gewonnen wurden, oder gewonnen werden sollen. Am einfachsten: Falten Sie sich einen Papierhut auf den sie die Kurzbeschreibung/-bezeichnung dieser Kunden schreiben, setzten Sie deisen Hut richtig – echt – wirklich auf und achten Sie darauf was passiert. Sind sie zufrieden mit dem Angebot, fehlt noch etwas, passt es zu Ihren Bedürfnissen…
    Ein Perspektivwechsel öffnet auch hier meist neue (manchmal weite, manchmal kleine) Horizonte.

    Viele Grüße
    Guido Bosbach

    • Hallo Herr Bosbach,

      danke, das ist eine wertvolle Ergänzung! Klar, die Kunden dürfen natürlich auch nicht aus den Augen verloren werden und da gefällt mir Ihr Tipp, auch hier mit einer Analogie bzw. einer Art Aufstellung zu arbeiten.

      Toll, hier entsteht ja fast so etwas wie ein Fundgrube an guten Ideen!

      Herzliche Grüße zurück
      Marit Alke

      • Hallo Frau Alke,

        nicht nur wegen meiner räumlichen Nähe zu Bonn… Ein einfaches Hilfsmittel (auch) für diese Art von Visualisierungen sind Gumminbärchen. Sie lassen sich leicht stellen, gruppieren, ausrichten, und nach getaner Arbeit (und eine Gruppenfoto zur Dokumentation) finden sie sich anschließend gerne zum abschließendenen Arbeitsessen wieder zusammen ;-)

        Viele Grüße
        Guido Bosbach

  5. Klasse hier. Vom Kleinwagen zu Gummibären. Hier ein neuer Gedanke. Ich nutze Carsharing wie Drive now und Car2go.
    Inwieweit kann man diese Marketingkonzepte auch Online-Produkte übertragen?
    1. Wenn der Kunde etwas braucht, möchte er einen einfachen und direkten Zugang zum Produkt haben.
    2. Einfach bedienbar,
    3. transparente Preise
    4. Eine freundliche Hotline.
    5. Eine Grundausstattung, die Spaß macht.
    6. … das Potential des Teilens
    Herzliche Grüße,
    Ulrike Zecher

    • Hallo Frau Zecher,

      super, das gefällt mir, dass Sie meinen Gedanken weiterspinnen! Macht Spaß so und ich find’s sehr inspirierend, was Sie auflisten. Danke!
      Herzliche Grüße zurück,
      Marit Alke

      • Da fällt es leicht den Bogen zu einem aktuellen Projekt von mir zu spannen. Online Übersichten von „privaten“ Parkplätzen (Garageneinfahrten, am Wochenende ungenutzen Firmenparkplätzen, Tagsüber ungenutze private Parkplätze usw) die im Online gefunden und Offline genutzt werden können.
        Der einfache Start dazu ist allerdings schon gemacht auf facebook unter „hierparken“ und sonst auf hierparken.org… allerdings wie gesagt ist das erst die Basis, keine Coaching/Beratung aber ein einfacher zugang zu einem (zukünftigen) und einfachen Produkt.

        Viele Grüße
        Guido Bosbach

  6. Klasse Bild – der spritsparende Kleinwagen – es muss ja wirklich nicht immer die Luxus-Limousine sein. Die will sich nicht jeder leisten.

    Natürlich muss auch ein Kleinwagen nach allen Regeln der Kunst beworben und verkauft werden. Aber das kann man ja zum Glück lernen.

    Danke für den tollen Beitrag,
    Annja Weinberger

    • Hallo Frau Weinberger,

      dafür sind Sie doch die Fachfrau, für die Regeln der Kunst! ;) Danke für’s Feedback, freut mich, wenn es gefällt.

      Viele Grüße
      Marit Alke

  7. Hallo Marit,

    sehr schöne Metapher mit den Kleinwagen. Du schreibst wirklich inspirierend.

    Bei der Entwicklung meiner Dienstleistungspakete gehe ich meistens so vor: Passenden Kleinwagen auswählen, randvoll tanken (das bedeutet viel, viel Zeit vorsehen), Startpunkt und Endpunkt (Ziel) mit Etappenzielen bestimmen und die ersten ein oder zwei Etappen gut vorbereiten.

    Danach schwinge ich mich in die Stimmung und die Bedürfnisse der Gruppe ein und entwickle weitere Aufgaben, Informationen, Videos etc. im laufenden Programm. Ich greife aktuelle Fragen der Teilnehmer auf und suche nach dem besten Weg, gute Lösungen einfach zu vermitteln. Je nachdem, was die Gruppe braucht, fahren wir über schöne Landstraßen, nehmen auch mal einen Pass, um von oben den Ausblick zu genießen oder wählen für manche Etappen die schnellste Variante: die Autobahn.

    So macht mir Produktentwicklung am meisten Spaß :)

    Viele Grüße von Sabine

    • Liebe Sabine,

      danke!! Du hast den Faden aber nicht minder inspirierend weitergesponnen! :) Ich habe das Gefühl beim Lesen deiner Vorgehensweise selbst in Schwung zu kommen – ein sehr schönes Bild, das gemeinsame Durch-die-Landschaft fahren. Du bist für mich und viele Andere ein super Vorbild für die kreativ-spielerische Produktentwicklung – danke dafür.

      Viele Grüße zurück
      Marit

  8. Finde ich gut. Baukastenprinzip für Beratung und Coaching.
    Mein Verdacht: Viele Experten trauen sich gar nicht, beim Kunden zu fragen, was er eigentlich wirklich braucht. Dann läge ja ein Teil der Expertise beim Kunden selbst. Ohgottogott… ;-)

    • Hallo Herr Hahn,

      ja, Sie haben Recht, der konsequente Blick aus Kundensicht gehört unbedingt zur erfolgreichen Produktentwicklung dazu. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kunden – nach Ihrem BEDARF befragt – eher in herkömmlichen Kategorien denken („Wir brauchen ein Seminar zum Thema xy“ „Ich brauche einen Experten, der mir xy macht“). Fragt man hingegen genauer nach deren ZIELEN, die hinter einer Anfrage stehen, kann man mit ungewohnten Formaten viel besser überzeugen. Das gilt für Unternehmen, denen ich Lernprozesse geschneidert habe. Ich nehme aber an, das funktioniert auch im Selbstzahler-Bereich, wenn man über die Ziele argumentiert und die Methoden in den Hintergrund rücken.

      Freue mich, dass Sie hier mitdiskutieren – danke!
      Bis bald,
      herzliche Grüße
      Marit Alke

  9. Liebe Marit Alke,

    ein wirklich inspirierender Blog. Danke für die tollen Tipps! Ich selbst neige auch immer zum Überfrachten und komme dann erst gar nicht ins Tun ;-)

    Und ich habe genau die Erfahrung gemacht, dass es ein großer Aufwand ist, ein großes Programm zu vermarkten, weshalb ich auch dazu übergegangen bin, eben dieses großes Programm in seine Bestandteile zu zerlegen und diese als eigenständige Programme anzubieten.

    Herzlichen Gruß
    Birgit Geistbeck

  10. Hallo zusammen,
    als „Neue“ in diesem Thema habe ich aus den verschiedenen Beiträgen schon ganz viele Tipps für mich herausgezogen: danke Ihnen allen dafür!
    Trotz größter Bedeutung des finanziellen Aspekts für die Kunden: ich erlebe es immer wieder, dass (potentielle) Kunden zwar bereit wäre für ein notwendiges/sinnvolles/anstehendes Coaching oder Training zu bezahlen, jedoch meinen, keinen Zeit dafür zu haben. Sie müssen die entlaufenen Hühner einfangen, statt den Zaun zu reparieren. Daher wäre für mich auch ein wichtiger „Kleinwagenaspekt“, dass meine potentiellen Kunden mit wenig eigenem Zeitaufwand ein (für sie) möglichst überraschendes erstes Ergebnis erzielen. Sie sollen dadurch auf mein Coachingangebot so viel Appetit bekommen, dass sie sich vom Alltagstermindruck nicht mehr abhalten lassen, sich auf mein Angebot einzulassen. Jetzt muss ich „nur noch“ das dafür passende Thema für diese speichelflussanregenden online-Module finden…. ;-)
    Erkenntnisreiche Woche an alle
    Anja Kiefer-Kaufmann

    • Hallo Frau Kiefer-Kaufmann,

      danke für Ihren Kommentar und wie klasse, dass Sie schon so viel rausziehen konnten! Ihr genannter Aspekt ist super-wichtig: Teilnehmer „kaufen“ auch die Verbindlichkeit, die ein betreutes Coachingprogramm bietet! Verbindliche Termine zum Austausch in der Gruppe (z.B. per Telefonkonferenz) sind solche Hilfe, damit das für die Teilnehmer „wichtige“ Thema auch „dringend“ wird (Zeitmanagement-Matrix, Sie wissen schon?!). Und richtig, als Anbieter sollte man das immer im Blick behalten und dafür sorgen, dass man mit möglichst kleinen, dafür aber kräftigen Impulsen möglichst viel anstößt. Allein schon deshalb finde ich Angebote, die mit der LÄNGE des Videomaterials z.B. werben, zweifelhaft. Der Mehrwert sollte vielmehr gerade darin bestehen, die Inhalte auf den Punkt zu bringen. Das ist harte Arbeit (jeder der schon mal ein Buch geschrieben hat, weiss das)

      Viele Grüße
      Marit Alke

  11. Pingback: Ein Coachingprogramm entwickeln – Alle Beiträge aus meinem Blog ordentlich sortiert | coachingprodukte-entwickeln.de

  12. Liebe Marit,

    Dein Blog liest sich leicht und fluffig. Und genau so sollte Produkt- und Marketingentwicklung sein. Dann spürt auch der Kunde den Spaß am Produkt bzw. der Dienstleistung. Das passt super zu meinem Motto „Das Leben darf leicht sein!“

    Deine Einladung, das eigene Angebot einfach hin und wieder zu hinterfragen, stärker aus der Kundenperspektive zu betrachten und entsprechende Anpassungen vorzunehmen, nehme ich mir bewusst wieder auf meine To-do-Liste.

    Aus den zahlreichen Kommentaren nehme ich mir auch einiges mit. Das ist wie der Ideenkorb der Teilnehmergruppe in Präsenzseminaren. Da steckt zusätzlich jede Menge Kompetenz drin, die sich nutzen lässt :-)

    Viele Grüße,

    Karen

  13. Liebe Marit,

    den Artikel kannte ich nicht nicht, danke für die Anregung.

    Tatsächlich neigt man als Berater gerne dazu den Mercedes verkaufen zu wollen. Aber viele Kunden können/wollen sich eben nur den Fiat 500 leisten.

    Es ist eine Veränderung des eigenen Anspruchs notwendig, nie ganz einfach.

    Aber das klappt sicher.

    Liebe Grüße

    Jörg

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