Wie du deine Angst vor Konkurrenz und Mitbewerbern konstruktiv nutzt

Angst vor Mitbewerbern und Konkurrenz

Kennst du das ungute Gefühl, wenn ein anderer Anbieter „fast das gleiche“ anbietet wie du? Gehen dann deine Schotten runter und du denkst: „Jetzt bloß aufpassen, dass meine Leser davon nichts mitbekommen!“?. Oder ist dir schon mal die Angst begegnet, dein Angebot könnte keiner brauchen, weil es ja schon mindestens 7 Mitbewerber in der gleichen Nische gibt? Oder verspürst du Genugtuung, wenn im Webinar deiner „Konkurrentin“ nur 10 Leute teilnehmen (du selbst bist natürlich inkognito drin)? All‘ das sind Ausprägungen von Konkurrenzdenken – und das hilft dir nicht voran! Hier ein paar Ideen, wie du diese Gefühle in eine deinem Business zuträgliche Energie ummünzen kannst. 

Warum Konkurrenzdenken niemanden hilft – und völlig unnötig ist

Wenn du dich vom lokalen Berater/Dienstleister hin zu einem Anbieter von Onlinekursen und anderen digitalen Produkten entwickelst, dann spielst du auf einmal auf einem viel größeren Feld: Du kannst Kunden gewinnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum – was eine enorme Chance und Hebelmöglichkeit für dich bedeutet. Gleichzeitig, das ist ganz logisch, gibt es auf einmal auch mehr „Mitbewerber“, die ein ähnliches Thema bearbeiten wie du – zumindest, wenn du nicht gerade eine Mini-Spezial-Nische ausgewählt hast.

Und da wir gewohnt sind, in Territorien und begrenzten Ressourcen zu denken, kann es sein, dass sich hin und wieder die Angst oder die Abneigung vor Konkurrenz breit macht. Hier zwei Sätze dazu, warum Konkurrenzdenken unnötig ist und dir schadet und nicht nützt:

1. Kunden sind kein knappes Gut

Konkurrenzdenken geht von einer begrenzten Anzahl von Kunden aus und davon, dass einer dem anderen Kunden wegnehmen könnte. Dies ist in der Welt der digitalen Produkte und Online-Angeboten weit an der Realität vorbei.

Nehmen wir mal das Beispiel Karriereberatung:

Was schätzt du, wieviele Menschen in deiner Stadt oder in deinem Kreis sind unzufrieden mit ihrem Job und würden aufhorchen, wenn jemand eine Lösung anbietet? Wieviele dieser Menschen nutzen das Internet und speziell die sozialen Netzwerke, um gezielt oder ungezielt nach Lösungen für ihr Problem zu suchen? Das sind die, um die du „konkurrierst“ mit deinen „Mitbewerbern“, richtig? Und dann denke das mal weiter: Jede Woche entdecken viele hundert dieser Gruppe ganz neu, dass es so etwas wie Blogs oder Podcasts zum Thema gibt!

Was ich sagen will ist folgendes: Die Zahl deiner „Mitbewerber“ nimmt zu, das mag sein. In dem genannten Thema entdecken sicher gerade viele Berater und Coaches den großen Markt, der sich ihnen im Internet auftut. Aber: Dein Markt (egal welcher) wächst auch gerade noch jeden Tag massiv!

Und: Jeder Berater oder Coach, der sich auf das Online-Parkett wagt und sich in deinem Themenfeld tummelt, hilft sogar noch dabei mit, diesen Markt jeden Tag größer zu machen.

Langer Rede kurzer Sinn: Von Knappheit kann wirklich überhaupt keine Rede sein! Entsprechen widersinnig ist es, sich zu grämen, wenn wieder ein neuer Blog mit einem ähnlich gelagerten Thema startet: Er hilft nur dabei mit, noch mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es im Internet brauchbare Lösungen gibt.

2. Die für die „Konkurrenzabwehr“ eingesetzte Energie führt nicht zu mehr Kunden

Keine Frage, es kostet Energie, wenn du dich damit beschäftigst, wie du deine Interessenten von anderen, ähnlichen Anbietern fernhältst. Es kostet auch Energie, gegen die Lähmung und die Angst anzugehen, die einen befällt, wenn man das Gefühl hat, es gäbe schon so viele Lösungen zu dem eigenen Thema.

Es kostet Kraft, die niemandem etwas nützt! Schon gar nicht deinem Business. Es bringt dir auch nicht mehr Kunden, wenn du einen Link deines Mitbewerbers bewusst nicht teilst, obwohl er hilfreiche Infos für deine Leserschaft beinhält oder du evtl. sogar mal eine kritische Bemerkung bei deinen Interessenten über das andere Angebot fallen lässt.

Und wenn du dich zurückziehst, weil es scheinbar schon so viele Mitbewerber in deinem Thema gibt – dann schadest du dir natürlich erst recht massiv. Zu dieser Unterkategorie des Konkurrenzdenkens hatte ich übrigens schon mal einen Artikel geschrieben, den verlinke ich unten noch.

Halten wir also fest: Konkurrenzdenken lohnt sich nicht! Gleichzeitig sind die Gefühle in dem Zusammenhang normal und jeder dürfte die kennen. Daher: Lerne, diese Energie FÜR dich und zum Wohle aller Beteiligten zu nutzen. Hier ein paar Tipps dazu:

So kannst du die Energie konstruktiv nutzen, um dein Business voranzubringen

Ich liste hier einfach mal die Tipps auf, die ich im Kopf habe:

  • Mach dir bewusst, dass es keine Knappheit gibt:
    Wenn du merkst, dass da ein vermeintlicher Mitbewerber dein Blut in Wallungen bringt, hole tief Luft und stelle dir das riesige Potenzial an Kunden vor, das die Hilfestellung, die du und der andere anbieten können, brauchen kann. So versetzt du dich in eine konstruktive innere Haltung und kommst raus aus den negativen Gefühlen.
  • Tue etwas mutiges und gehe in Vorleistung:
    Wenn du den Nutzen für deine Folgerschaft im Blick hast, solltest du großzügig die Inhalte von thematisch ähnlich aufgestellten Anbietern teilen. Kuratieren nennt man das – und das hilft definitiv auch dir, wenn du deiner Zielgruppe auf diese Weise kontinuierlich guten Mehrwert bietest. Du brauchst ja nicht den Link zum Angebot zu teilen, aber kostenlose Mehrwerte wie Blogposts, Webinare etc. kannst du gut und großzügig teilen. Auch wenn vielleicht einige dann tatsächlich den Kurs des Anderen und nicht deinen buchen (was du nicht wirst nachvollziehen können).
  • Kläre mit Hilfe des Anderen deine Positionierung:
    Sprich deinen Mitbewerber nett an und lade ihn zu einem persönlichen Gespräch ein. Nutze dieses Gespräch dazu, gemeinsam mit dem anderen auszuloten, wo Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede in euren Ansätzen und Angeboten bestehen. Das ist für beide Seiten superhilfreich – denn oft wird einem die eigene Positionierung gerade in Abgrenzung zu anderen erst richtig klar!
  • Schicke Interessenten ggf. gezielt zum Anderen:
    Nachdem ihr einmal wohlwollend eure Angebote gegeneinander abgewogen habt, bist du viel besser in der Lage, einzelne, noch zweifelnde Interessenten ggf. zu deinem Mitbewerber zu schicken, sollte das tatsächlich mal besser passen. Kein Angebot ist exakt gleich und du wirst sicher sehr positiv bei deinem Interessenten in Erinnerung bleiben wenn du sehr klar bist: „In meinem Onlinekurs bist du für dein Anliegen nicht 100%ig gut aufgehoben, aber bei der xy könnte das gut passen!“. Glaub‘ mir: Das wird zu dir zurückkommen, dass du hier im Sinne des Kunden und nicht im Sinne deines Umsatzes agierst. Aber das ist zugegeben schon etwas für „fortgeschrittene“ und selbstbewusste Online-Unternehmer – wenn dir das Weiterschicken von Interessenten noch schwer fällt, dann ist das völlig okay.
  • Feile immer weiter daran, noch klarer und noch besser zu werden:
    Letztlich gilt der gute alte Spruch „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Wenn es in deiner Nische viele Mitbewerber gibt, dann muss das für dich ein stetiger Anreiz sein, noch klarer in deiner Positionierung zu werden und immer weiter daran zu feilen, genau deiner Wunsch-Zielgruppe noch besser passende Angebote zu machen. Ich denke, dass die Energie hier am allerbesten aufgehoben ist: Wenn du es schaffst, im Laufe der Zeit immer besser den Nerv genau deiner Zielgruppe zu treffen, dann wird auch dein Business florieren. Ganz unabhängig davon, was andere in diesem Themenfeld so anbieten und machen.
  • Kooperiere:
    Gerade, wenn du dann bald besser geklärt hast, was deine ganz spezielle Ausrichtung ist, dann macht es auch sehr viel Sinn, über Kooperationen mit Mitbewerbern nachzudenken. Denke darüber nach bzw. erlebe, was möglich ist, wenn zwei oder mehr Anbieter mit ähnlich gelagerten Themen ihre Energie in eine Richtung bündeln! Ist es dann nicht sehr wahrscheinlich, dass jeder Einzelne unter’m Strich einen spürbaren Zugewinn an Kunden zu verbuchen hat als wenn jeder einzelne versucht, den anderen zu übertrumpfen? Ich persönlich bin davon sehr überzeugt und ich habe es auch schon erlebt (z.B. in der Kooperation mit Sabine Piarry für den Online-Workshop „Ein Produkt in einem Tag„. Sabine bietet ein Programm an, das meinem „mein-erstes-coachingprogramm.de“ sehr ähnlich ist und trotzdem können wir gemeinsam viel mehr bewegen – und auch mehr Nutzen stiften).
  • Mach weiter dein Ding und scher dich nicht drum, was andere um dich herum so an wertvollen Dingen anbieten:
    Das ist aus meiner Sicht nicht die beste Strategie, aber die ist immerhin besser, als sich in Konkurrenzdenken aufzureiben. Wenn du dich zu den anderen Tipps (noch) nicht aufraffen kannst, dann fokussiere dich darauf, deinen Interessenten und Kunden einfach weiter stetig Mehrwerte zu bieten – dann kann dein Business weiter florieren und wachsen, selbst wenn andere ähnliche Themen anbieten.

Fazit:

Es gibt viele konstruktive Möglichkeiten, Konkurrenzdenken in sinnvollere Aktivitäten durch eine andere innere Haltung umzumünzen!

Du wirst sicher nicht in einem Tag den Schalter umlegen können, dafür sitzen viele dieser Ängste und Zweifel zu tief. Aber du kannst kontinuierlich daran arbeiten, immer besser darin zu werden, deinen Followern Mehrwerte zu bieten. Und das kannst du noch besser, wenn du deine Mitbewerber positiv annimmst statt dich gegen sie abzuschotten.

In einem älteren Artikel von mir habe ich übrigens auch die Bereiche aufgelistet, in denen du dich von deinen Mitbewerbern unterscheiden kannst – hier gilt es, nach und nach noch mehr Klarheit zu bekommen: „Oh nein! Meine Produktidee hat schon jemand anderes verwirklicht!“ – Oder: Wie Sie Konkurrenzdenken überwinden.

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Jetzt bin ich gespannt: Wie siehst du das? Was empfindest du als Konkurrenz und wie reagierst du dann? Hältst du meine Tipps für sinnvoll oder für eher blauäugig? Welche Erfahrungen hast du ggf. schon mit Mitbewerbern gemacht?

Ich freu‘ mich auf die Diskussion – gerne auch auf Facebook.

Herzliche Grüße

Marit Alke

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