Die drei Dimensionen des Erfolgs bei Onlinekursen – Wann ist dein Kurs erfolgreich?

Drei Dimensionen des Erfolgs bei Onlinekursen

Was ist eigentlich ein „erfolgreicher“ Onlinekurs? Sicher möchtest du nicht nur einfach einen Kurs erstellen, du willst auch „Erfolg“ damit haben. Doch, was genau gehört dazu? In diesem Artikel skizziere ich die drei wichtigsten Dimensionen des Erfolgs eines Onlinekurses – damit du dir für dich stimmige Kriterien daraus ableiten kannst. 

Wann ist ein Onlinekurs eigentlich „erfolgreich“?

Wenn man sich so umhört in der Onlinemarketing-Welt, scheint nur eins zu zählen: Dass sich ein Produkt gut verkauft und dem Anbieter viel Umsatz bringt. Finanzieller Erfolg ist aber nur eine Dimension des Erfolgs eines Kurses. Damit du nachhaltig ein funktionierendes Onlinebusiness aufbauen kannst, solltest du alle drei wichtigen Kriterien für den Erfolg im Auge haben:

1. Teilnehmernutzen: Dein Kurs ist erfolgreich, wenn deine Teilnehmer erfolgreich sind

Langfristig am allerwichtigsten ist, dass deine Kunden mit Hilfe deines Kurses vorankommen. Dass sie Entwicklungsschritte machen, Probleme lösen können, persönlichen Zielen näher kommen können – durch die Unterstützung deines Kurses. Logisch eigentlich – das ist ja unter’m Strich das, was die Kunden bei dir kaufen.

Leider steht der Teilnehmernutzen oft eher weiter hinten, wenn man den „Marketern“ so lauscht, die momentan Onlinekurse als gute Verdienstmöglichkeit anpreisen. Aber: Wenn du so ähnlich tickst wie ich, dann geht es dir vor allem darum, einen Unterschied zu machen in dieser Welt. Du hast dich selbständig gemacht, um mehr Sinn in deinem Tun zu finden und Menschen voranzuhelfen. Und dann ist es dir auch wichtig, dass die Teilnehmer deines Kurses echte Fortschritte machen.

Und deswegen solltest du den Fokus auch darauf legen, dass dein Kurs wirklich „gut“ ist in dem Sinne, dass Teilnehmer mit der Hilfe deiner Materialien, der Strukturierung deiner Inhalte, deiner Unterstützung, der Community die du für den Kurs aufbaust, wirklich vorankommen.

Kriterien, an denen du den Teilnehmernutzen zwar nicht messen aber abschätzen kannst:

  • Ein recht großer Anteil der Teilnehmer arbeitet deinen Kurs durch. 60 – 70% sind meiner Erfahrung nach realistisch und ein guter Wert.
  • Die Teilnehmer-Community ist untereinander hilfsbereit und aktiv: Das spricht zum einen dafür, dass du Inhalte im Kurs hast, die eine Bedeutung für die Teilnehmer haben und zum anderen dafür, dass du durch deine Moderation ein sicheres, inspirierendes Klima geschaffen hast. Richtwert: Etwa 30% der Teilnehmer beteiligen sich sehr aktiv, weitere 20-30% verfolgen mehr oder weniger regelmäßig die Diskussion.
  • Du bekommst mit, wie die Teilnehmer ihr Verhalten ändern, Dinge ausprobieren, von kleinen Erfolgen berichten, an Hürden geraten, sich die Haare raufen weil etwas nicht sofort funktioniert, zweifeln und sich wieder fangen, sichtbare Durchbrüche erzielen oder davon berichten…. kurz: Du bekommst mit, dass deine Teilnehmer sich auf einen Entwicklungsweg eingelassen haben, den du mit deinem Kurs angestoßen hast.
  • Du siehst oder bekommst berichtet, wie einzelne Teilnehmer das definierte Kurs-Ziel in der vorgesehenen Zeit oder nur wenig mehr erreichen. Bewusst schreibe ich „einzelne“ Teilnehmern, weil das ein Indikator dafür ist, dass das Kurs-Ziel erreichbar ist. Weil Onlinekurse oft auch nebenbei von Teilnehmern bearbeitet werden, ist es meiner Erfahrung nach eher die Regel als die Ausnahme, dass das eigentliche Kursziel erst deutlich später als „vorgesehen“ erreicht wird.
  • Du bekommst positive Rückmeldungen zu deinem Kurs – und zwar nicht nur eine oder zwei von besonders großen Fans ;) sondern (ggf. auf Nachfrage) auch von denen, von denen du diese gar nicht erwartet hättest.
  • Über einen Fragebogen am Ende des Kurses bestätigen dir die Teilnehmer, dass der Kurs hilfreich für sie war.

An meiner Liste von Kriterien siehst du, dass ich ein Freund davon bin, einen Kurs in irgendeiner Form zu begleiten. Bei reinen Selbstlernkursen, zu denen es nicht einmal eine Community, wie z.B. eine Facebook-Gruppe, gibt, hast du nur die Möglichkeit, über Fragebögen Feedback einzuholen.

Ein Hinweis noch: Dein Onlinekurs wird nie perfekt sein. Er wird nie allen Ansprüchen genügen, du wirst nie alle Teilnehmer mitnehmen – und er kann trotzdem „erfolgreich“ sein bezogen auf den Teilnehmernutzen! Weil der Blick auf die Gesamtheit der Teilnehmer wichtig ist. Und es ist auch gar nicht so einfach, auf dieser Ebene „erfolgreich“ zu sein – was in der Natur der Sache liegt: Onlinekurse sind didaktisch gesehen viel herausfordernder als z.B. ein Live-Workshop oder ein Seminar, weil der Teilnehmer eine viel größere Selbstverantwortung hat. Dennoch: Fokussiere dich darauf, einen hohen Teilnehmernutzen zu schaffen – weil du langfristig daraus deine Zufriedenheit und deine Integrität als Online-Unternehmer ziehen wirst.

Ach ja, das noch: Oft liest man, dass sich der finanzielle Erfolg automatisch einstellt, wenn der Teilnehmernutzen hoch ist – weil dann über Empfehlungen und Co. immer neue Kunden kommen. Da ist natürlich etwas dran, zufriedene Teilnehmer werden dich bei der Vermarktung unterstützen. Aber das wird bei weitem nicht ausreichen! Ein Top-Kurs, der nicht gut vermarktet wird, versauert auf der Festplatte – während ein mittelprächtiger Kurs problemlos mit Hilfe eines entsprechenden Marketing-Trichters verkauft werden kann. Die Stimmen der nicht-zufriedenen Teilnehmer haben ja keine öffentliche Plattform wie bei ebay oder amazon…

2. Verkäufe und Umsatz: Dein Kurs ist erfolgreich, wenn du ihn zu einem angemessenen Preis gut verkaufst

Bei allem Sinn für die Qualität eines Kurses und bei allem Feilen am Inhalt und der Konzeption – ein Onlinekurs, den keiner kauft ist nicht erfolgreich. Und noch schlimmer ist ein Onlinekurs, der wegen zu wenig Teilnehmern abgesagt werden muss. ;) Daher liegt zu Recht ein sehr großer Fokus auf der Vermarktung von Onlinekursen: Du brauchst genügend Teilnehmer, die einen angemessenen Preis für deinen Kurs zu zahlen bereit sind.

Bei deinem ersten Onlinekurs sollte der finanzielle Erfolg nicht so im Vordergrund stehen – siehe hierzu auch Punkt 3 weiter unten. Du wirst viiieeel Zeit investieren, einige Umwege gehen, Hürden überwinden – und meist noch nicht so sehr viele Teilnehmer für deinen Kurs gewinnen, sprich relativ wenig damit verdienen. Das gehört dazu und sollte in die Schublade „Investition in dein Business“ gepackt werden.

Wenn ein Kurs dann aber einmal erstellt ist, werden Teilnehmerzahlen und letztlich der Gewinn deines Kurses zu einem wichtigen Gradmesser für deinen Erfolg.

Folgendes kommt dann in den Blick:

  • Wie hoch der Marketingaufwand (in Zeit und Geld) ist, um einen Teilnehmer zu gewinnen. Das wirst du nicht exakt ausrechnen können, aber eine gewisse Gegenüberstellung von Aufwand und Teilnehmerzahl solltest du machen. Ich für meinen Teil bekam schnell ein Gefühl dafür, was ich für einen Aufwand treiben muss, um 10 – 20 oder 30 Teilnehmer zu gewinnen. Wenn dir das Verhältnis von Aufwand und Gewinn anfangs ungünstig erscheint: Keine Sorge, das wird im Laufe der Zeit immer besser! Das liegt daran, dass du mit jeder Vermarktungs-Aktion wieder neue Leute in deine E-Mail-Liste bringst, die potenziell Interesse an deinen Produkten oder Programmen haben. Bei den meisten steht bei den ersten Onlinekursen noch das Aufbauen der Liste mit im Vordergrund.
  • Wie viel deiner Arbeitszeit tatsächlich für die Betreuung der Kurs-Teilnehmer gebraucht wird im Verhältnis zum Gewinn. Erfasse wenigstens grob, wie viel Zeit du im  laufenden Kurs aufwendest. Wenn das Verhältnis Gewinn / Betreuungsaufwand nicht stimmt, solltest du entweder die Betreuungsintensität senken, den Preis erhöhen oder beides, indem du zwei Varianten anbietest. Du solltest nicht den Fehler machen, in Stundenhonoraren zu rechnen! Denn dann ist meist in der Anfangszeit die Bilanz nicht so toll… Denke immer an das Potenzial, das ein Kurs hat, weil du ihn immer wieder an immer größere Teilnehmergruppen verkaufen kannst, weil du es immer besser schaffen wirst, dich zurückzuziehen und die Teilnehmer selbstverantwortlich arbeiten zu lassen usw.
  • Das Potenzial deines Kurses für finanzielles Wachstum: Ist dein Kurs so gestaltet, dass du immer mehr damit verdienen kannst? Das ist nicht unbedingt nötig, man kann auch problemlos einfach immer wieder das gleiche Programm mit der gleichen Teilnehmerzahl durchführen und damit einen soliden Zuverdienst generieren. Spannend wird es aber, wenn du deinen Kurs „skalieren“ kannst, sprich, auch bei steigenden Teilnehmerzahlen einen guten Nutzen stiftest. Auch hier darf sich das ganze entwickeln: Dein erster Kurs ist vielleicht noch recht stark betreut von dir und daher kannst du nur eine kleine Teilnehmergruppe aufnehmen. Das ist gut so, damit du lernen kannst, was deine Teilnehmer im Prozess brauchen. Später kannst du dich immer weiter zurückziehen, bzw. die Betreuung durch dich persönlich zum Premium-Element machen – das entsprechend viel kostet.
  • Die Regelmäßigkeit bzw. Unregelmäßigkeit der Geldeingänge. Kurse können ganz unterschiedlich gestaltet sein – vom Gruppenprogramm, das an einem Datum startet bis hin zum Selbstlernkurs, der bspw. dauerhaft über Anzeigen o.ä. vermarktet wird. Entsprechend unterschiedlich fallen die Geldeingänge aus. Mein Geschäftsmodell ist momentan so gestaltet, dass ich zweimal pro Jahr einen großen Batzen einnehme, durch den Start meines Flagschiffprogramms Mein erstes Coachingprogramm – und zwischendrin teilweise nur sehr wenig. Das ist nicht für jedermanns Nerven gut geeignet, könnte ich mir vorstellen. :) Auch das kann also ein Indikator für deinen finanziellen Erfolg sein – wie gut die Geldeingänge deinen Bedürfnissen entsprechen.

Letztlich gilt hier, wie bei den anderen Dimensionen auch, dass du dir deine eigene Definition davon machen solltest, wann dein Kurs für dich erfolgreich ist. Wenn du die genannten Aspekte in den Blick nimmst, hast du hier schon ein recht vollständiges Bild.

3. Deine Weiterentwicklung: Dein Kurs ist erfolgreich, wenn du dich durch ihn weiterentwickelst und Freude daran hast

Dieser Punkt ist mir persönlich ebenfalls sehr wichtig: Ich möchte, dass du entspannt, Schritt-für-Schritt vorankommst – und den Weg geniessen kannst. Der Weg hin zu einem Business mit eigenen Onlinekursen oder anderen Online-Angeboten ist ein spannender persönlicher Wachstumsprozess, wie ich immer wieder feststelle. Und entsprechend solltest du deinen Kurs auch daraufhin überprüfen, ob er zu deinem Wachstum und deinem Lernen beiträgt – und ob du Spaß und Freude auf dem Weg zu seiner Fertigstellung hast.

Folgendes gehört zu dieser Dimension des Erfolgs:

  • Gerade in der Anfangszeit steht das Lernen absolut im Vordergrund! Du musst möglichst rasch herausfinden, was bei deiner Zielgruppe einen Nerv trifft, wie und mit welchen Inhalten du wirklich Nutzen stiften und voranhelfen kannst – und mit welchen Botschaften, Strategien und Aktionen du deinen Kurs vermarktet bekommst. Dein Kurs ist also erfolgreich, wenn du durch ihn mehr über dich und deine Zielgruppe herausfindest und dadurch die folgenden Kurse noch viel besser auf ihre Bedürfnisse zuschneiden kannst. Wenn du diesen zentralen Gedanken in der Anfangsphase im Hinterkopf behältst, wirst du viel besser vorankommen, weil der Druck wegfällt, gleich zu Beginn einen Top-Kurs zu gestalten, der sich top verkauft. :)
  • Wie dein Kurs und die Erfahrungen helfen, deine Selbstwirksamkeit zu stärken. „Selbstwirksamkeit“ bedeutet, dass du dich in der Lage fühlst, etwas aus eigener Kraft hinzubekommen. Erfahrungsgemäß zweifeln hier viele zu Beginn daran – was mir ähnlich ging. Mit jedem kleinen Erfolgserlebnis, wie z.B. dem Feedback eines Teilnehmers, dem Bewältigen einer Technik-Herausforderung, dem Gewinnen eines Teilnehmers stärkst du das Gefühl „Ich kann Onlinekurs!“. Und ich kann dir sagen: Dieses Gefühl ist einfach nur toll! :) Auf einmal werden dann nämlich jede Menge Ideen verwirklichbar und die Welt steht dir quasi offen.
  • Zu lernen und neue Erfahrungen zu machen ist nicht nur beim ersten Kurs wichtig. Mit jedem neuen Kurs-Projekt stehen wieder neue Herausforderungen an – mache dir deine Learnings bewusst, schreibe sie auf, teile sie mit anderen. Dieses Wissen wird es dir in Zukunft immer leichter machen, gute Kurse zu erstellen, die Nutzen stiften, gute Einnahmen bringen UND dich glücklich und reifer machen.
  • Du hast Freude daran, deinen Kurs zu gestalten, zu vermarkten und zu betreuen. Das ist zu guter Letzt der vielleicht wichtigste Indikator dafür, dass dein Kurs für dich erfolgreich ist! Wenn du Freude verspürst bei der Mehrheit der Aufgaben, die mit dem Kurs verbunden sind, dann hast du alles richtig gemacht. Ungeliebtere Aufgaben kannst du in Zukunft delegieren. Oder du kannst deinen Kurs so umgestalten, dass er besser deinem Naturell entspricht. Zu wenig Kontakt zu „echten Menschen“? Dann baue mehr Webinare ein oder sogar ein Live-Treffen. Zu viel Aufwand für die Videos? Dann mache Audios und schöne Texte. Passe deinen Onlinekurs einfach im Laufe der Zeit immer besser an deine Bedürfnisse an – auch das ist ein Faktor für den Erfolg.

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So, das waren die drei wichtigsten Dimensionen des Erfolgs für deinen Onlinekurs. Letztlich ist es natürlich deine Definition von Erfolg die zählt. Was willst DU konkret mit deinem Kurs oder deinen Kursen / Programmen etc. erreichen?

Ich hoffe, dass die hier genannten Aspekte deinen Blick weiten konnten und dir helfen, wirklich ganzheitlich an deine Projekte ranzugehen – und dich nicht nur an Teilnehmerzahlen und Gewinn zu messen.

In dieser Podcast-Folge habe ich die Frage nach den Dimensionen des Erfolgs ebenfalls thematisiert: Wann bist du erfolgreich mit Onlinekursen? Oder: Warum du deinen Erfolg nicht nur in Geld messen solltest [OBL025].

Schreib‘ mir deine Gedanken, Ergänzungen und dein Feedback dazu gerne wie gewohnt in die Kommentare – ich freu‘ mich drauf! Wenn dir der Artikel gefällt, freue ich mich auch, wenn du ihn weiterempfiehlst oder teilst.

Bis bald! :)

Herzliche Grüße

Marit Alke

 

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