Das eigene Café am Strand – oder doch lieber Coachingprodukte entwickeln?!

Manch einer erfüllt sich den Traum eines eigenen kleinen Cafés, irgendwo an einem schönen Ort. Schleswig-Holstein, meine Wahlheimat, bietet sehr viele solcher schönen Orte – und entsprechend viele solcher liebevoll gestalteten Cafés. Da kann man schon mal nachdenklich werden: Wäre das nicht auch ein Lebensentwurf? Das ist ja das Spannende am Reisen, dass man neue Impulse und Gedanken bekommt und sieht, wie andere Menschen ihr Leben gestalten… Doch mir wurde klar, dass das Entwickeln von Online-Produkten einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem eigenen Cafés hat: Im Sommer nicht arbeiten zu müssen!

Arbeiten, wenn andere Urlaub machen?

Gleich zu Beginn, damit das nicht missverstanden wird: Ich finde kleine, persönlich gestaltete Cafés oder ähnliches total klasse und kann auch sehr gut verstehen, dass jemand genau das machen möchte! Es ist nur so, dass ich während meiner Reise durch Schleswig-Holstein mein eigenes Geschäftsmodell aus einem anderen Blickwinkel betrachtet habe – und diese Erkenntnisse kurz mit Ihnen teilen möchte.

Als Inhaber eines Cafés muss man arbeiten, wenn andere Urlaub machen. Zumindest, wenn man sich einen eher abgelegenen Ort ausgesucht hat, in dem nur im Sommer genügend Gäste kommen. Je besser das Wetter (und je sehenswerter die Umgebung), desto mehr Arbeit gibt es. Das ist aus meiner Sicht ein ganz entscheidender Nachteil dieses Modells. Gut, möglich ist natürlich, in den Wintermonaten dann einfach im Süden zu „überwintern“ – aber das dürfte nicht für jeden machbar sein.

Besser: Arbeiten, wenn es draußen grau und kalt ist!

Wie wäre es stattdessen, im Herbst, Winter und Teile des Frühjahrs intensiver zu arbeiten, um im Sommer dann eine längere Genuss-Auszeit zu nehmen und die Zeit in schöner Umgebung zu verbringen? Mit eigenen Online-Programmen oder Online-Kursen ist das gut möglich!

Mir wurde klar, dass mein Geschäftsmodell mir eine sehr große Freiheit bezüglich meiner Zeitgestaltung – auch bezogen auf das ganze Jahr – ermöglicht: Ich arbeite überwiegend im Herbst, Winter und teilweise im Frühjahr – und habe dieses Jahr dafür einen sehr langen und sehr entspannten Sommer. Das ist toll! Und so bin ich sehr gerne Gast an all‘ diesen schönen Orten hier um mich herum und geniesse es, mal ein paar Wochen lang in den Tag hinein zu leben und die Sommerferien komplett den Kindern widmen zu können.

„Passives Einkommen“? Nein, das meine ich gar nicht! – die vier Erfolgsfaktoren für einen arbeitsbefreiten Sommer

Wie ist es möglich, sich den Sommer ganz oder überwiegend arbeitsfrei zu gestalten? Ein „passives Einkommen“ wäre da natürlich hilfreich – aber das meine ich gar nicht.

Nein, ich meine diese vier Schritte, die helfen, den Arbeitsanfall im Jahresverlauf proaktiver steuern zu können:

1. Freizeit und Sommergenuss höher priorisieren als Geld

Klar, die erste Voraussetzung dafür, dass Sie Ihren Sommer mehr geniessen und arbeitsfreier gestalten können ist, dass Sie das wirklich wichtig und erstrebenswert finden! Für mich persönlich ist das Draußen-Sein im Sommer mit meiner Familie das größte Glück – und ich kann gar nicht genug davon bekommen.

Natürlich könnte ich die Wochen auch weiterarbeiten und würde dann den einen oder anderen Umsatz mehr machen bzw. schneller mit meinen Produkten und Marketing-Aktionen auf den Markt kommen – aber mir ist meine (sommerliche) Freiheit nun mal wichtiger.

2. „Für Kunden da sein“ neu denken: Termine selbst bestimmen

Als Coach, Trainer oder Berater – als Dienstleister überhaupt – sind Sie gewohnt, sich komplett nach Ihren Kunden zu richten was Termine angeht. Der Glaubenssatz „Ich muss immer verfügbar sein, sonst verliere ich Kunden“ sitzt bei vielen Dienstleistern tief. Diese Denkweise hängt eng mit dem grundlegenden Geschäftsmodell zusammen, die eigene Arbeitszeit gegen Honorar einzutauschen: „Wenn andere für meine Arbeitszeit bezahlen, dann müssen diese auch bestimmen dürfen, wann sie die in Anspruch nehmen“.

Der erste Schritt raus aus dieser Fremdbestimmtheit ist es, dass Sie selbst anfangen, Termine festzulegen, zu denen Kunden mit Ihnen arbeiten können! Nutzen Sie dafür Tools wie Terminland oder VCita, um vorab und pro-aktiv Zeitfenster zu bestimmen, in denen Sie für bestimmte Dienstleistungen zur Verfügung stehen. Wie wäre es, wenn Sie grundsätzlich nur noch 3 Nachmittage und 2 Vormittage zur Verfügung stellen als Zeitfenster für Einzelgespräche? Auf die gleiche Weise können sie Ihre Urlaubswochen im Sommer frei halten.

Wenn Sie gut positioniert sind und Ihren Kunden einen echten Mehrwert bieten – dann bin ich davon überzeugt, dass Ihnen dieses selbstbewusste Verteidigen Ihrer freien kundenfreien Zeiträume keinen großen Schaden zufügen wird. Ganz im Gegenteil: Da Sie mehr Luft gewinnen, strategisch und vorausdenkend zu arbeiten, kommen Sie mittel- und langfristig mit Ihrem Unternehmen sogar eher besser voran.

3. Systematisieren und Materialisieren, um den Hebel ansetzen zu können

Eine weitere Vorarbeit, die es Ihnen später ermöglicht, sich phasenweise aus Ihrem Geschäft herauszuziehen ist es, Abläufe und auch Arbeitsmaterialien für Ihre Kunden zu systematisieren. So können Sie während der arbeitsintensiveren Phasen „den Hebel ansetzen“ und mehr Kunden gleichzeitig voranhelfen – während Sie in der arbeitsfreien Zeit die ganz ungeduldigen Kunden mit „Selbstlernunterlagen“ versorgen können (und alle anderen auf später vertrösten).

Hier ein paar Möglichkeiten, Prozesse zu automatisieren:

  • Nutzen Sie die oben genannten Tools zur automatischen Terminvereinbarung
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre potenziellen Kunden soviele Fragen wie möglich schon ohne den direkten Kontakt zu Ihnen klären können – z.B. durch FAQ’s auf Ihrer Webseite oder aussagekräftigen Beschreibungen Ihrer einzelnen Beratungspakete. Auf diese Weise reduzieren Sie die notwendigen Vorab-Gespräche, die meist ziemliche Zeitfresser sind
  • Systematisieren Sie Ihren Kundengewinnungsprozess, wo dies sonst möglich ist – was ja sehr davon abhängt, wie der bei Ihnen aussieht
  • Schaffen Sie auch für die 1-zu-1 Arbeit mit Kunden Selbstlernunterlagen wie z.b. vorbereitende Audio-Dateien, in denen Sie das Vorgehen erklären, die Grundlagen Ihrer Arbeit erläutern und ähnliches. Sorgen Sie wann immer möglich dafür, dass Kunden vorbereitet zu Ihnen kommen, wenn dann wirklich Ihre persönliche Anwesenheit im Prozess nötig ist

Das waren jetzt alles Tipps, die sich auf die typische Honorararbeit beziehen. Und nun kommt noch – natürlich! – mein Lieblingstipp:

4. Eigene Kurse und Programme auf Gruppenebene anbieten

In dem Moment, in dem Sie einer größeren Gruppe an Kunden gleichzeitig das Arbeiten mit Ihrem Know-how anbieten können, sind Sie endgültig der „Herrscher über Ihre Termine“. Online-Coachingprogramme oder auch Online-Kurse, die zu einem bestimmten Zeitpunkt starten, ermöglichen Ihnen, Ihren Arbeitsanfall über’s Jahr gesehen sehr genau zu steuern. Klar, die Entwicklung so eines ersten eigenen Programms ist an sich recht arbeitsaufwändig – daher kann es sein, dass Sie den arbeitsfreien Sommer als Belohnung erst im zweiten Jahr bekommen. ;)

Um Kurse (=Selbstlernkurse) zu einem bestimmten Zeitpunkt zu füllen, braucht es eine funktionierende Marketing-Kampagne, die Sie meist über mehrere Wochen beschäftigt. Läuft der Kurs einmal, haben Sie als Anbieter nicht mehr viel zu tun. Bei einem betreuten Programm (bei dem Sie z.B. zwischendurch Webinare halten, für Einzelgespräche zur Verfügung stehen oä) haben Sie zwar eine insgesamt längere Arbeitsphase, aber da Sie für ein betreutes Programm einen deutlich höheren Preis nehmen können ja auch meist mehr Umsatz. In beiden Fällen bestimmen Sie selbst, wann Sie Ihr Programm „launchen“ (d.h. intensiv bewerben) und durchführen.

Mein Programm z.B. startet dieses Jahr einmal im Frühjahr und einmal im Herbst ;) . Mein Business geht nicht unter, weil ich jetzt fast 5 Wochen für Sie nicht zu hören und zu sehen war – ich kann den Faden jederzeit wieder aufgreifen :) . Was ich mit diesem Artikel tue…

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Sie sehen also: Mit ein wenig Fokus haben wir Solopreneure die Freiheit, uns den Sommer freizuschaufeln – wenn wir das denn wollen. Ein Café-Besitzer dagegen arbeitet zwar in schöner Umgebung und hat entspannte Kunden – aber er muss ausgerechnet im Sommer besonders viel arbeiten ;) …

Ist dafür Sie überhaupt ein relevantes Thema? Für mich ist es Bestandteil meines „Freedom-Business“, dass ich selbst bestimmen kann, wann ich (im Jahresverlauf) wie intensiv arbeite. Natürlich gelingt es mir nicht vollständig und nicht perfekt – aber ich nähere mich meinem persönlichen Ideal.

Wie sieht für Sie die optimale Aufteilung zwischen Arbeit und Freizeit im Jahresverlauf aus? Welche Schwierigkeiten sehen Sie und welche Gedanken kommen Ihnen dazu? Nutzen Sie wie immer gerne den Kommentarbereich dazu – ich freue mich darauf!

Hier – falls es Sie interessiert – noch ein paar visuelle Eindrücke meiner 5 Sommer-Natur-Wochen:

Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!

Herzliche Grüße

Marit Alke

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Marit,
    dein Artikel ist sehr schön geschrieben und macht mir noch mehr Lust auf den Kurs mit dir. Ich freue mich schon sehr auf die Wochen und bin sehr zuversichtlich, mit deiner Unterstützung dieses Kurses einen guten Onlinekurs hinzubekommen.
    Sehr gut haben mir deine Bilder gefallen.
    Liebe Grüße
    Brigitte

    • Hallo Brigitte,

      danke für dein Feedback! Freut mich, dass dich das motiviert. :) Behalte deinen Schwung noch bis Oktober, bis es mit dem Programm losgeht!

      Herzliche Grüße
      Marit

  2. Vielen Dank für Ihren inspirierenden Artikel.
    Ich bin durch Zufall drüber gestolpert und bin gespannt, was ich sonst noch Tolles in Ihren anderen Beiträgen finde.

  3. Es passiert tatsächlich schnell mal, dass man sich unterwegs in ein anderes Leben weg träumt. Ein nettes Cafe am Strand, eine kleine Pension in den Bergen oder vielleicht einen eigenen Weinberg…
    Doch gerade an der Gastronomie sind schon viele zerbrochen. Sollte man sich gut überlegen.

    Ich bin zwar kein Solopreneur, habe es aber mit meinem Beruf mehr als gut getroffen. Und solange man das von sich behaupten kann, halte ich die Welt für in Ordnung.

    Gruß Gabriel

    • „In ein anderes Leben träumen“ – Ja, genau, das war mir im Urlaub passiert. Und dann habe ich dazu hier in Lübeck ja sogar die besten Umgebungsvoraussetzungen, weil dies eine Urlaubsregion ist. Aber – kommt nicht in die Tüte, mein Internet-Business erscheint mir viel zu gut ausbaubar :) Schön, dass Sie auch den Job haben, der Sie erfüllt – letztlich ist das das Wichtigste überhaupt.

      Herzliche Grüße
      Marit

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