Zeitmanagement für meinen Mitgliederbereich: Die Leitplanken setzen – alles andere ergibt sich

Muss bezogen auf den zeitliche Ablauf alles bis ins Detail vorgeplant sein, wenn du einen Onlinekurs, einen Workshop oder einen Mitgliederbereich starten möchtest? Ich bin der Meinung, das ist nicht unbedingt nötig – oder noch anders ausgedrückt: Es ist auch gar nicht möglich. Es sei denn, du erstellst einen reinen Selbstlernkurs, den du nach einem fixen Plan, ungestört durch äußere Einflüsse, produzierst. Aber sobald du mit einer Gruppe Menschen arbeitest, kommt diese Gruppe mit dir zusammen in Bewegung, die Dinge kommen in den Fluss, es entsteht etwas Neues durch die Interaktion, es entwickelt sich – und du hältst die Fäden in der Hand.

In diesem Artikel stelle ich dir meinen bald startenden Mitgliederbereich „Onlinkurs-Community“ vor und beschreibe, wie ich uns als Gruppe eine Struktur gebe, innerhalb der sich alles weitere formen kann. Damit nehme ich an der Blogparade von Claudia Kauscheder teil, ohne deren sanften Anstupser es diesen Artikel nicht gegeben hätte. :)

Was ist die Idee hinter der Onlinekurs-Community?

Momentan scheinen Memberships ja der neue Hype zu sein. Und den mache ich mit?? 

Bei kurzfristigen Trends bin ich ja immer zurückhaltend. Daher, ganz ehrlich – wäre diese zweifelnde Frage fast der Grund gewesen, warum ich doch wieder einen Rückzieher gemacht hätte…

Aber Mitgliederbereiche sind keine kurzfristige Erscheinung – sie werden immer mehr zum „neuen Normal“ unseres Miteinanders werden, so wie Onlinekurse mittlerweile in vielen Themenbereichen etabliert sind.

Membership? Community? Hab ich doch längst :)

Außerdem habe ich mir klargemacht, dass ich längst eine Community um mich herum habe – ein tragendes Netzwerk aus Online-UnternehmerInnen bzw. Selbständigen, die auf dem Weg dorthin sind.

In meinen Mentoring-Programmen (Mein-erster-Onlinekurs.de), das ich ja schon seit 2014 mehrfach durchgeführt habe, gehörte jeweils eine halbjährliche „Membership-Phase“ nach Ablauf des eigentlichen Programms fest dazu.

Und rund um die Inspi-Veranstaltungen (InspiCamp und InspiCon), die ich zusammen mit Daria Linzbach seit 2014 durchführe, ist ebenfalls längst ein vertrauensvoller Zusammenhalt der Teilnehmer entstanden.

Sowohl die individuell begleitete und moderierte Gruppenarbeit in meinen Programmen als auch die inspirierend-befruchtenden Live-Treffen mit der Inspi-Community machen mich glücklich – und bringen sichtbaren Mehrwert für die Beteiligten!

In der Onlinekurs (Inspirations-) Community möchte ich nun beides zusammenbringen:

  • Den Rahmen schaffen für offenen, großzügigen Austausch Online-UnternehmerInnen untereinander, wie es auf den Inspi-Veranstaltungen der Fall ist. Sich gegenseitig Einblicke geben, Erfahrungen teilen und wissen, dass man auch ‚heiklere‘ Fragen in dieser wohlwollenden Runde stellen darf.
  • Themenbezogenes individuelles Feedback und ‚Masterminding‘ bezogen auf die jeweils eigenen Onlinekurs-Projekte und das Drumherum, wie Marketing, Abwicklung, Mindset und Co. So wie ich es in meinem Programm „Mein erster Onlinekurs“ immer angeleitet habe.

Zusammengefasst:

  • Mein Mitgliederbereich ist als Community angelegt, als Gemeinschaft und als moderierte Gruppe. Es ist keine ‚Akademie‘ oder ‚Content-Club‘ oder ähnliches. Es wird Content entstehen aus dem Austausch und dem aktuellen Bedarf der Gruppenmitglieder heraus, aber es gibt keinen Content-Plan von meiner Seite.
  • Von den Werten her richtet sich meine Community an Menschen, die ’nachhaltig‘, also langfristig, am Nutzen der Kunden ausgerichtet, basierend auf guten Beziehungen ihr Business aus- oder aufbauen möchten.
  • Ich schaffe den zeitlichen und energetischen Rahmen für wohlwollend-konstruktiven Austausch – und bringe auch mich und meine Gedanken / Erfahrungen ein. Dadurch wird jedes Mitglied, das dafür offen ist, auch Impulse bekommen, nach denen er / sie gar nicht gefragt hat – Inspirationen eben ;).
    Nach meiner Erfahrung führen solche Anstupser oft besser zu (schnellen) Ergebnissen als Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Natürlich ist es auch möglich, gezielt Fragen zu stellen und um Feedback zu bitten – was ja dann wiederum Inspirationen schafft für alle, die sich an der Diskussion beteiligen oder sie verfolgen…
  • Der Mehrwert soll sein: gemeinsam am eigenen Business arbeiten, durch Anstöße aus der Community hin und wieder aus dem „Kaninchenloch“ der Klein-Klein-Umsetzung herauszukommen, schneller bestimmte Entscheidungen treffen können statt wochenlang allein dran grübeln, durch Feedback und Außenblick bessere Angebote und Content erstellen, inspiriert werden von dem, was die anderen machen und schaffen – und auch miteinander Spaß haben, Erfolge feiern, Zweifel diskutieren können, einfach mal jemanden zum Plaudern haben, Netzwerk erweitern. Naja, und so weiter… ;)

Für wen ist das gedacht?

Die Community soll ein motivierender, hilfreicher Ort sein für alle, die ihr Onlinekurs-Business aufbauen oder weiterentwickeln möchten. Ich setze also voraus, dass die Mitglieder bereits angefangen haben, ihre Sichtbarkeit und/oder ein Online-Netzwerk aufzubauen.

Ein Onlinekurs ist ja nach meinem Verständnis sowieso NICHT der erste Schritt in die Online-Welt. Erst gilt es, durch kostenlose Mehrwerte und aktives Interagieren in den Social Media die Grundlagen dafür zu schaffen, dass später Teilnehmer gewonnen werden können.

Von der Community können daher alle diejenigen am meisten profitieren, die entweder kurz vor oder mittendrin in ihrem ersten Onlinekurs sind – oder die schon Kurse am Markt haben und ihr Business entspannt weiter ausbauen, ihre Angebote weiterentwickeln und sich offen mit Gleichgesinnten austauschen möchten.

Wer noch keinen eigenen Kurs am Markt hat, kann meinen Selbstlernkurs „Der OnlinekursKurs“ im Paketangebot zur Mitgliedschaft erwerben – fortgeschrittenere Onlinekurs-EntwicklerInnen brauchen das ja nicht mehr.

Welche Bedenken ich bezüglich des „Zeitkorsetts“ eines Mitgliederbereichs hatte

Claudia fragt in ihrer Blogparade nach dem Zeitmanagement für Membership-Bereiche. Und auch danach, welche Gedanken rund um das Zeitmanagement uns ggf. bisher davon abgehalten haben, einen Mitgliederbereich zu starten. Viele, die einen Mitgliederbereich gründen wollen, fürchten eine Überforderung, sowohl von sich selbst als auch ihrer Mitglieder. Das ist auch eine Gefahr, die ich auch sehe und achtsam im Blick behalten möchte.

Ich habe die Vision für eine solche Community für Onlinekurs-Entwicklerinnen, die gemeinsam ihr Business voranbringen und sich gegenseitig inspirieren, schon seit mehreren Jahren. Mich schreckte – wie viele andere auch – genau dieses Commitment, als Membership-Anbieterin „selbst und ständig“ anwesend sein zu müssen. Wegen meiner Weltreise 2019/2020 musste das Vorhaben sowieso warten.

Kollidiert ein Membership mit meinem optimalen Arbeitsjahr – mit Sommer- und Winterpause?

Seit Jahren mache ich immer eine längere Sommerpause von meist zwei Monaten, in denen mein Business weitgehend ruht. Das hatte ich mal in diesem Artikel / Podcast beschrieben: >> Dein optimales Arbeitsjahr. Auch um Weihnachten und den Jahreswechsel herum ziehe ich mich gern mehrere Wochen ins Private zurück.

Ist das ein Hinderungsgrund? Nachdem ich mit mehreren Kollegen darüber gesprochen hatte, unter anderem auch auf dem Online-InspiCamp im Mai, ist mir klar: Muss es nicht sein! Denn, wer sagt denn, dass es immer zwangsläufig mit der gleichen Intensität über alle Monate hinweg aktive Moderation und Input von Seiten des Anbieters geben muss?

Ich musste mich erst von dem typischen Monats-Rhythmus für Memberships gedanklich lösen, um sehen zu können, dass es auch mit zwei längeren Pausen pro Jahr möglich ist, einen guten Mehrwert und Raum für die Mitglieder zu schaffen. Natürlich werde ich das vorher sehr transparent machen, dass es Phasen gibt, in denen ich nicht (oder kaum) präsent bin.

Was ich daher sicher weiß: In meiner Community gibt es keine festen Monatsthemen! Das würde bei mir genau diesen Druck erzeugen, über’s ganze Jahr hinweg mit der gleichen Intensität „liefern“ zu müssen, den ich nicht möchte.

Es wird Schwerpunkt-Themen geben, ja, aber die ergeben sich aus der Interaktion in der Gruppe. Statt in Monaten kann man so einen Membership ja auch in anderen Rhythmen denken – in Halbjahren oder Quartalen bspw. – und dieses Umdenken war es, was mich letztlich motiviert hat, es anzugehen.

Wie schaffe ich den Rahmen für den fruchtbaren Austausch der Mitglieder?

Wie in der Einleitung schon angedeutet, halte ich nicht so viel davon, alles vorher bis ins Detail durchzuplanen. Aber natürlich braucht es einen Rahmen, „Leitplanken“ wie ich das nenne, damit es nicht in Chaos ausartet.

Seit Ende Mai bin ich bereits mit einer kleinen Gruppe an Gründungsmitgliedern aktiv in meiner Onlinekurs-Community. Meine ersten 20 Mitglieder waren bereit, mit mir zusammen ein paar Formate für den Austausch ausprobieren. In den vier Wochen vor meiner diesjährigen Sommerpause habe ich daher zu verschiedenen Zeiten verschiedene Termine recht kurzfristig reingegeben. Das war spannend – aber hat auch hier und da zu Verwirrung geführt… So geht es also nicht auf lange Sicht – aber das hatte ich auch nicht vor.

Ich werde nochmal einen Bericht darüber schreiben bzw. als Podcast veröffentlichen, was ich da genau alles an Ideen getestet habe – das führt hier zu weit.

Meine Erkenntnis aus der Gründungsphase ist jedenfalls: Es braucht bezüglich die Live-Termine langfristige Klarheit, damit die Mitglieder sich das gut merken und freihalten können.

Struktur für die Live-Meetings

Die Meetings selbst brauchen dann ebenfalls eine Struktur. Nur einfach locker über das Thema Onlinekurse quatschen ist auch nett, aber zielführender ist, wenn ich als Moderatorin hier ebenfalls einen Rahmen vorgebe. Dabei orientiere ich mich an der bewährten Erfolgsteam-Methode, modern auch als „Mastermind“ bezeichnet (und etwas altmodischer heißt sie „Intervision“ oder „Kollegiale Fallberatung“): Anhand einer straffen Zeitstruktur werden gezielt Fragen von Mitgliedern mit mir und der Gruppe geklärt.

Über dieses Konzept hatte ich vor mehreren Jahren in meinem Blog geschrieben, und zwar in diesen beiden Artikeln:

>> Die magische Zutat, die aus einem Buch ein Programm machen kann

>> So bringen Sie ein virtuelles Erfolgsteam ins Laufen

Der monatliche Zeitplan als Leitplanke

Nach ein paar Gesprächen und der gemachten Erfahrung habe ich momentan folgendes für die Live-Treffen geplant:

  • Zweimal pro Monat, alle 14 Tage, gibt es ein „Mastermind-Meeting“ in Zoom. Nach dem Vorbild des Online-InspiCamps werden auch Breakout-Räume eingerichtet und zu Beginn des Meetings teilen sich die Kleingruppen auf die Räume auf. Anfangs werden wir dafür die Zeitvorgabe der „Erfolgsteam“-Methode ein wenig üben müssen, denn es erfordert Disziplin, nicht vom Thema abzuschweifen.
  • Einmal pro Monat gibt es eine offene Sprechstunde für die, die vor ihrem ersten Kurs stehen und optimalerweise parallel den Selbstlernkurs „OnlinekursKurs“ durcharbeiten.
  • Und ebenfalls einmal pro Monat, zeitversetzt, möchte ich eine Art „Mini-Barcamp“ durchführen für die „fortgeschrittenen“, erfahrenen Onlinekurs-UnternehmerInnen, um Wissen zu teilen, Erfahrungen zu besprechen, neue Entwicklungen am Markt zu diskutieren usw. In 2-3 parallelen Sessions kann sich dann gezielt zu Themen ausgetauscht werden, die Onlinekurs-UnternehmerInnen in ihrem Business-Ausbau beschäftigt.

Halbjährlicher Rhythmus als „Taktgeber“

Analog zu Phasen, in denen ich mich ganz rausziehe, gibt es für meine Mitglieder Phasen mit erhöhter Intensität und Präsenz von meiner Seite – nach aktueller Planung sind das zweimal pro Jahr „Umsetzungssprints“, 3-4 wöchige Online-Workshops, in denen meine Mitglieder und ich enger zusammenrücken und hoffentlich viel geschafft und geklärt bekommen für die Projekte, die sich rund um das Onlinekurs-Business ergeben.

Das ist dann quasi wie ein Onlinekurs im Membership – nur, dass gruppenweise an unterschiedlichen Themen gearbeitet werden wird. Das könnte beispielsweise sein: „Ersten Kurs launchen“, „Videos drehen und bearbeiten“, „Kursplattform und Zahlungsanbieter anlegen“ oder ähnliche größere Projekte, die ein wenig Angang und Feedback von außen erfordern.

Alles Weitere ergibt sich…

Natürlich findet der Austausch nicht nur zu den Terminen, sondern vor allem auch asynchron in der Facebook-Gruppe statt. Dort stelle ich Reflexionsfragen, die zur Diskussion anregen, ich oder andere posten spontan „Fundstücke“ aus dem Netz oder teilen ihre Erkenntnisse zu einem bestimmten Thema. Jederzeit können Fragen gestellt werden, auch zu Themen „rund um Onlinekurse“, die also nicht direkt mit dem Onlinekurs, sondern eher mit dem Online-Business im Allgemeinen zu tun haben.

Außerdem habe ich gute Erfahrungen mit „Schwerpunkttagen“ gemacht, die rein in der Facebook-Gruppe stattfanden, an einem vorher kommunizierten Datum. Beispielsweise stellte sich heraus, dass mehrere von uns aktiver und gezielter mit LinkedIn arbeiten wollen, also habe ich einen Schwerpunkt-Tag dazu angesetzt, an dem mehrere aus der Gruppe ihr Profil richtig aufgesetzt haben und wir gemeinsam überlegt haben, welche Rolle das Netzwerk im (Onlinekurs-)Marketing spielen kann.

Wenn ich merke, ein Thema beschäftigt mehrere, greife ich das auf und spiele es in die Gruppe zurück. Die Mitglieder selbst haben Ideen und Vorschläge – und so wird sich alles weitere „zwischen den Leitplanken“ entwickeln im Laufe der Zeit.


Soweit meine Überlegungen zum Mitgliederbereich für Onlinekurs-UnternehmerInnen…

Die Klarheit darüber, welche Leitplanken ich setze und wo ich mir und der Gruppe Raum für Entwicklung lasse, hat sich nicht über Nacht eingestellt. Vor allem das konkrete Ausprobieren mit meinen wohlwollenden Gründungsmitgliedern hat mir dabei sehr geholfen – und ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das diese mir entgegen gebracht haben! Ab September öffne ich die Community für neue Mitglieder. Wenn du die vorbereitenden Mails dazu erhalten möchtest, trag dich gern unverbindlich auf der Interessenten-Liste ein. Ich freu‘ mich über dein Interesse!

Wie das alles mein Zeitmanagement langfristig verändert, werde ich ebenfalls erst erfahren dürfen, das kann ich vorher schlecht planen. Aber so habe ich dank der Blogparade von Claudia meine bisherigen Überlegungen mal in Worte fassen dürfen – danke auch dafür!

Ich bin gespannt, wie ich das alles in ca. einem Jahr rückblickend reflektieren werde – ich halte euch auf dem Laufenden darüber.

Herzliche Grüße

Marit Alke

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