Wirksame Onlinekurse entwickeln: Einige Didaktik-Basics [OBL048]

Dass jemand ein Experte ist in einem Thema und/oder etwas selbst gut kann, heisst noch lange nicht, dass er auch gut „lehren“ kann – also dass er automatisch in der Lage ist, einen guten, für die Teilnehmer wirklich unterstützenden Onlinekurs zu gestalten. Vieles wirst du allerdings intuitiv richtig machen wenn du dich z.B. an meinen Rat hältst, deinen Onlinekurs nicht im stillen Kämmerlein sondern im aktiven Austausch mit deinen Interessenten und Teilnehmern zu entwickeln. Dazu gehört auch, dass der erste Onlinekurs eben kein Selbstlernkurs sein sollte – jedenfalls nicht, wenn es sich um ein komplexeres Thema handelt, das Reflexion und Verhaltensveränderung erfordert. In dieser Podcast-Folge gebe ich dir ein paar didaktische Grundprinzipien an die Hand, die dir helfen werden, deinen Kurs noch besser zu machen – weil du eben als „Nicht-Didaktiker“ nicht alles intuitiv richtig machen wirst.


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Die im Podcast genannten Links:

Die Inhalte in Stichworten:

In dieser Folge spreche ich über didaktische Grundlagen, die jeder Trainer in seiner Ausbildung vermittelt bekommt. Die meisten Onlinekurs-Entwickler haben diesen Hintergrund nicht – machen aber meist durch gutes Einfühlungsvermögen intuitiv vieles davon richtig. Dennoch wird es bei fast jedem Kurs (einschließlich meiner eigenen) hier Verbesserungspotenzial geben – und diese didaktischen Grundprinzipien dir helfen, deinen Kurs noch besser zu machen.

  • Von Lernzielen ausgehend den Kurs gestalten
    • statt aus der Expertenwarte heraus agieren und einfach reinzuschütten, was du weisst
    • Es gibt Lernzielebenen, die aufeinander aufbauen: Um neue Handlungen umzusetzen, muss bwpw. erst das Grundlagenwissen aufgenommen, für die eigene Situation reflektiert werden bevor das Lernziel erreicht werden kann. Ein Kurs kann auch auf der Lernziel-Ebene „Kann eine Entscheidung treffen über zukünftige Handlungen“ aufhören – wichtig ist nur, die Lernziele klar zu haben, um die einzelnen Module sauber aufzubauen
  • Orientierung an den Teilnehmern
    • Die entscheidende Frage ist: „Was wollen / sollen die Teilnehmer lernen/verändern/umsetzen?“ und nicht „was will ich vermitteln?“
    • Spezifisch zugeschnitten statt pauschale Tipps
    • Lerninputs lernerfreundlich aufbereiten – angepasst an die Gewohnheiten der Zielgruppe
  • Den Weg standardisieren und individuelle Wege ermöglichen
    • Durch den Prozess leiten – ohne dogmatisch zu sein – nicht nur vermitteln, was bei einem selbst gut geklappt hat sondern auch Alternativen nennen, den Weg begründen, mögliche Schwierigkeiten nennen
  • Berücksichtigen, wie Menschen lernen
    • Wenn du lehrst, hast du implizit eine Annahme darüber im Kopf, wie Menschen grundsätzlich lernen. Mach‘ dir bewusst, was deine Lerntheorie ist – und öffne dich für wirklich erforschte Theorien, die dann deinen Kurs besser umsetzbar für einen größeren Kreis an Teilnehmern machen
    • Eine hilfreiche Lerntheorie ist das „4MAT“-Modell, das wiederum auf Lerntheorien des Erfahrungslernens (z.B. von Kolb) aufbaut
  • Orientierung durch wiederkehrende Elemente vs. Lebendigkeit durch Abwechslung
    • In Onlinekursen brauchen die Teilnehmer stärker als im Seminarraum eine Führung durch wiederkehrende Routinen, bspw. jeden Montag den Wissensinput als Audio oder wiederkehrende GEstaltungselemente im Video

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Wenn du weitere Fragen dazu hast oder mir Rückmeldungen geben möchtest dazu, freue ich mich über dein Feedback!

Herzliche Grüße

Marit Alke

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Klasse Podcast! Vielen Dank für diese wirklich hilfreichen Tipps zur Erstellung meines Online Kurses! Nun ist mir bewusst, was ich konkret falsch gemacht habe! Endziel definieren und Meilensteine setzen.

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