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Videos aufnehmen für Online-Kurse: Tools und Tipps

Willst du damit starten, Videos für deinen Online-Kurs aufzuzeichnen? Es gibt eine Vielzahl an technischen Möglichkeiten, Lehrvideos aufzunehmen und auch verschiedene ‚Video-Formate‘, aus denen du wählen kannst. In diesem Artikel gebe ich dir einen Überblick über die verschiedenen Tools sowie Tipps für deine Vorbereitung und das Hosting deiner Videos.

Mindset-Botschaften, mit denen dir der Einstieg leichter fällt

Mit diesem Artikel richte ich mich an dich, wenn du gerade erst damit anfängst, Videos für deine Online-Kurse oder -Programme zu erstellen oder bisher nur sehr wenige Erfahrungen damit hast.

Für dich als Einsteiger:in ist mir folgende Botschaft ganz besonders wichtig:

Löse dich von dem Anspruch, Videos für einen Online-Kurs nur ein einziges Mal aufzunehmen und diese dann nie wieder anpacken zu müssen!

Oft höre ich so Erwartungen wie: „Einen Onlinekurs, den nehme ich einmalig auf und dann kann ich ihn dauerhaft verkaufen“. Sie haben dann irgendwo gehört oder gelernt, dass zur Skalierung eines Business dazugehört, das eigene Wissen in ‚Konserven‘ zu verpacken. Das ist ja auch richtig, das gehört zur Skalierung dazu – aber der Anspruch, es ohne viel Übung gleich so gut zu machen, dass es Evergreen-Content ist, ist unrealistisch.

Perfektion aus dem Stand heraus zu erreichen, ist etwas, das in keinem anderen Lebensbereich erwartet wird. In der Online-Business Welt allerdings scheint dies tief in den Köpfen zu sein: Ich brauche nur eine Anleitung, dann kann ich sofort mit den Erfahrenen (Video-Produzent:innen) gleichziehen.

Daher der zweite Teil der Botschaft: Deine ersten Videos für den ersten Kurs werden nicht perfekt sein. Punkt.

Mein Tipp: Du kommst leichter an den Markt mit deinem ersten Online-Kurs, wenn du die Anzahl der Videos darin reduzierst, zum Beispiel, indem du in deinem Pilot-Kurs deine Inputs live über Zoom vermittelst oder indem du auch Audios und Text als Lernmaterialien ausgibst.

Eine weitere Möglichkeit, schneller handlungsfähig zu sein UND dabei das Produzieren von Videos zu üben ist es, deine ersten Videos ausschließlich für die ersten Teilnehmer zu produzieren. Du ’sprichst‘ dann nur zu der aktuellen Teilnehmergruppe und hast nicht den Anspruch, dass sie so gut werden, dass du sie auch später noch verwenden kannst. Meist ist es dann zur qualitativ hochwertigen ‚Konserve‘ ein deutlich kleinerer Schritt.


Video-Formate für Lernvideos: Der ‚Talking Head‘ ist nur eine von vielen Möglichkeiten

Denkst du als allererstes an Videos, bei denen der Kurs-Anbieter in die Kamera spricht? Das ist nur eine Möglichkeit – und: aus didaktischer Sicht gesehen nicht die Beste.

Für den Einstieg in deinen ersten Online-Kurs ist das aber erstmal ausreichend. Wie ich oben geschrieben habe: Deine ersten Videos sind nicht für die Ewigkeit sondern für die aktuellen Teilnehmer – und GETAN ist besser als perfekt!

Hier eine Liste oft verwendeter Video-Formate, wie du dein Wissen, deine Botschaften und Anleitungen für deinen Kurs in Videos unterbringen kannst:

(Die Bezeichnungen sind keine ‚offiziellen‘, sondern von mir genutzt, um dir die Formate zu verdeutlichen)

  • Kamera-Videos: Du sprichst in die Kamera. Neben dem genannten ‚Talking Head‘ (sitzend vor der WebCam) kann das auch im Stehen sein, bspw. auch vor einem Flipchart oder wenn du Sportübungen demonstrierst. Letztere sind meist nicht mit der WebCam aufgezeichnet sondern mit einer guten Handy-Kamera oder einer professinellen Digitalkamera, die auf einem Stativ befestigt ist.
  • Bildschirm-Video (Screencast): Du zeichnest auf, was auf deinem Bildschirm zu sehen ist, entweder deinen ganzen Bildschirm oder einen Ausschnitt davon. Dieses Video-Format kann gut dafür genutzt werden, Präsentationsfolien zu zeigen, die du durchklickst während du sprichst – oder auch, um Schritte in einer Software zu demonstrieren. Meist ist optional möglich, ein kleines WebCam-Bild von dir zusätzlich aufzunehmen.
  • Folien-Videos: Folienpräsentationen können auch direkt in der jeweiligen Präsentations-Software (z.B. Power Point) aufgezeichnet werden.
  • Scribble-Videos: Du filmst deine Hand / deinen Stift, während du zeichnerisch oder handschriftlich Dinge erklärst. Das kann auf dem Tablet oder auf Papier mit Draufsicht-WebCam sein.
  • Collagen-Videos: Verschiedene Medien-Elemente wie Bilder, Video-Sequenzen, Textelemente und Töne werden zusammengefügt und du sprichst dazu
  • Eine Kombination bzw. ein Zusammenschnitt der verschiedenen Formate. Besonders üblich: Die Kombination von Folien / Screencast und deinem ’sprechenden Gesicht‘.

Du siehst, es gibt weit mehr als nur die Option, dich selbst vor die Kamera zu setzen als „sprechender Kopf“.

Einige der genannten Optionen, vor allem das Aufzeichnen einer Folien-Präsentation, sind eventuell sogar besser für dich als Video-Einsteiger geeignet, weil du dich damit gut vorbereiten und das Video später einfacher schneiden kannst.


Tools zum Aufnehmen und Schneiden

Vorab-Überlegungen: Günstig / kostenlos starten oder gleich richtig investieren und lernen?

Es gibt unzählige Tools, um Videos aufzunehmen und/oder zu bearbeiten – und die meisten Tools sind auch für ‚Laien‘ gut zu bedienen. Da hat sich seit meinem Online-Business-Start in 2012 viel getan. Eine große Auswahl kann jedoch auch verwirren und so sehe ich die Gefahr, dass du dich gerade am Anfang in der planlosen Suche nach dem ‚richtigen‘ Video-Tools verrennst.

Für viele meiner Teilnehmer:innen hat ein pragmatisch-unperfekte Einstieg in die Welt der Videos gut funktioniert. Damit ist gemeint, dass erstmal genutzt wird ‚was da ist‘ oder wo die jeweilige Hürde niedrig ist – um die anfängliche Lernkurve flach zu halten und schnell ins Tun zu kommen.

Und später, wenn mehr inhaltliche Klarheit und Sicherheit vor der Kamera da ist, werden die Ansprüche an das / die Videotool(s) höher und es wird mehr Zeit und Geld investiert. Denn, die ausgefeilteren Tools, die mehr Möglichkeiten bieten, sind entweder lernintensiv oder kostenpflichtig.

Das ist also eine grundsätzliche Entscheidung: Erst nach einem professionellen Tool suchen und sich einarbeiten oder erstmal hemdärmelig loslegen, um den Online-Kurs auf die Straße zu bekommen? Ich gebe meist den Rat, zuerst mit simplen Tools praktische Erfahrungen mit Videodreh zu sammeln.

Worin unterscheiden sich die verschiedenen Video-Tools?

Weil die Vielfalt an Möglichkeiten so verwirrend sind, hier mal ein paar Kriterien, nach denen sich Video-Tools unterscheiden:

  • Ist mit dem Tool nur Aufnahme / Aufzeichnen möglich bzw. nur Schneiden / Bearbeiten? –> Das macht oft mehrfaches Down- und Uploaden nötig.
  • Oder kann nach der Aufnahme / dem Aufzeichnen das Video direkt bearbeitet werden? –> Das spart auf Dauer viel Arbeitszeit.
  • Ist es zum Download als Programm oder App für lokales Arbeiten am jeweiligen Computer oder ist es web-basiert? –> Das eine erfordert einen leistungsfähigen Rechner, das andere eine gute Internet-Verbindung.
  • Wie ausgefeilt sind die Bearbeitungs-Möglichkeiten? –> Einige erlauben nur basales Herausschneiden oder Trimmen von Videos, andere erlauben vor allem das kreative Zusammenstellen verschiedener Medien und bei wieder anderen geht es vor allem um Optimierung der Kameraaufnahme (á la Hollywood)

Tools für die Aufnahme und Bearbeitung von Lernvideos – ein Überblick

Pragmatische Tools: Einfache Aufnahme, nutzen ‚was da ist‘:

Wie oben geschrieben, geht es anfangs darum, erstmal ins Tun zu kommen, Erfahrungen zu sammeln und zu nutzen, was schon da ist oder leicht verfügbar:

  • Für die einfache Aufnahme und Schnitt von Videos gibt etliche kostenlose Programme, in der Regel ist auf deinem Rechner eines installiert. Auf dem Mac ist das der Quicktime Player oder IMovie, für Windows hängt es von der Version ab. Web-basiert kommt bspw. der Movie Maker Online in Frage (der auf früheren Windows-Versionen vorinstalliert war).
  • Folien-Videos (du sprichst zu deiner Präsentation) können direkt in Powerpoint, Keynote (mac), Prezi oder Canva pro aufgenommen werden, außer bei Keynote auch inklusive WebCam.
  • Meist gibt es passend zu deiner WebCam ein Programm vom Hersteller, mit dem du dich vor deiner WebCam aufzeichnen kannst (bspw. Logitech Capture)
  • Talking Head oder dich selbst vor einem Flipchart o.ä. kannst du auch einfach mit deinem Smartphone aufnehmen. Dafür brauchst du ein Stativ mit Selbstauslöser und ein Ansteckmikro. Es gibt auch viele Apps, die das Schneiden / Bearbeiten direkt am Handy ermöglichen (z.B. InShot).
  • Wenn dir Zoom oder ein anderes Konferenz-Tool vertraut ist, kannst du auch das benutzen, um bspw. deinen Bildschirm / deine Präsentation abzufilmen – du nutzt dann einfach die Aufzeichnung als Video. Allerdings komprimieren Konferenz-Tools das Video und vor allem auch den Ton, so dass die Ausgabe-Qualität nicht optimal ist.

Günstige Tools für Aufnahme inklusive einfache Bearbeitung:

Die folgenden Tools sind eigentlich dafür gedacht, Videobotschaften zu erstellen, können aber gut auch für Lernvideos genutzt werden, wenn nur einfache Schnitt-Funktionen benötigt werden:

  • SnagIt, ein kostenpflichtiges, günstiges, einfach zu bedienendes Tool zum Aufzeichnen des Bildschirms mit kleinem integriertem Kamerabild. Die Bearbeitung ist auf einfaches Schneiden und Trimmen reduziert. In Verbindung mit dem dazugehörigen kostenlosen Videohosting bei Screencast können Videos zügig aufgenommen, geschnitten und dann auf Webseiten oder Sprachnachrichten eingebunden werden.
  • Loom, ebenfalls ein Video-Tool für einfache Folien-/Bildschirm-Videos und Videobotschaften; im Gegensatz zu SnagIt web-basiert, kostenlos für Videos bis 5 Min. Hosting ist in der Cloud und ebenfalls integriert, allerdings der Free-Version ebenfalls begrenzt.
  • Vimeo Screen Recorder (setzt ein kostenpflichtiges Vimeo-Konto voraus): Eine Chrome Browser-Erweiterung, mit der du ebenfalls deinen Bildschirm plus eine WebCam aufnehmen kannst. Die entstandenen Recordings können per Link geteilt werden und werden direkt in deinen Vimeo-Account hochgeladen, von wo aus du den Einbettungscode kopieren kannst.

Tools für erweiterte Bearbeitung und Erstellung abwechslungsreicher Lernvideos (All-in-One):

Diese Tools sind All-in-One-Video-Tools (Aufnahme und vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten) oder erlauben die fortgeschrittene Bearbeitung:

  • Camtasia: Erlaubt vor allem dem kreativen Zusammenschnitt und das Überblenden verschiedener Medien. Bildschirm- und Kamera-Aufnahme direkt aus dem Programm heraus, die dann direkt weiter bearbeitet werden kann, was Zeit spart und Qualitätsverlust vermeidet. Es können zusätzliche Videos, Bilder, Audios hochgeladen und eingearbeitet werden, Quizzes erstellt werden, Links und Sprungmarken eingebaut werden usw.. Ist nicht ganz billig und erfordert einen leistungsstarken Rechner, wird von vielen Kurs-Anbieter:innen genutzt, es gibt eine umfangreiche deutschsprachige Bibliothek an Tutorials.
  • Movavi Videosuite: Die günstigere Variante, mit etwas weniger Funktionen als Camtasia. Ebenfalls desktop-basiert, ebenfalls hohe Anforderungen an den Rechner, auf dem es installiert wird. Ich bin bei meinem Test vor einigen Jahren damit nicht warm geworden, aber ich kenne viele, die damit zufrieden sind.
  • Flixier: Vergleichbar vielfältige Aufnahme- und Bearbeitungs-Funktionen wie Camtasia und Movavi, aber web-basiert. Das hat den großen Vorteil, dass man mit Team-Mitgliedern gemeinsam an Videos arbeiten kann (!) und keinen leistungsstarken Rechner – nur gutes Internet – braucht. Monatliche / jährliche Abrechnung vs. Einmalzahlung bei Camtasia/Videosuite.

Kostenlose, komplexe Video-Tools:

Meiner Ansicht nach sind diese Tools alle lern-intensiv, dafür kostenlos und ‚mächtig‘ in den Funktionen:

  • Da Vinci Resolve: Vor allem für die Optimierung von Kamera-Videos gemachtes Video-Bearbeitungs-Tool. Durch die Cloud-Lösung anscheinend ebenfalls für die Arbeit im Team geeignet – bin aber nicht sicher, ob das in der kostenlosen Variante enthalten ist.
  • OpenShot und ShotCut: Leistungsstarke, kostenlose Open-Source Video-Bearbeitungs-Programme, die keine eigene Aufnahme-Funktion haben.
  • OBS (Open Broadcast Software): Für die Aufnahme von verschiedenen Szenen geeignet, Übergangseffekte, Optionen für Kameraaufnahme usw. Komplexe Funktionen, lernintensiv und nicht selbsterklärend. Keine Schnitt- oder Nachbearbeitungsoption. (Ist ursprünglich eine Streaming-Software, kann auch für die Aufnahme von kreativen Videos genutzt werden).

Das ist eine lange Liste an möglichen Tools – die hoffentlich mehr Klarheit reinbringt in die Vielfalt der Möglichkeiten.

Für den Start empfehle ich, erstmal zu schauen, was du vielleicht integriert in deinem Computer sowieso zur Verfügung hast oder was du schon kennst und einfach anzufangen und Erfahrungen zu sammeln. Später, wenn du besser weißt, was du brauchst, kannst du dich neu auf die Suche machen nach dem für dich gut geeigneten Videotool.

Ich selbst nutze seit Jahren Camtasia für meine Lernvideos und bin immer noch sehr zufrieden. Es ist das teuerste Tool aus dieser Liste und aus meiner Sicht das ‚Schweizer Taschenmesser‘, das alles kann, was ich brauche und dabei weitgehend intuitiv bedienbar ist. Es gibt aber mittlerweile gerade für einfachere Video-Formate auch günstigere (oder kostenlose, dafür zeitintensive) Tools – es kommt also immer drauf an, was du vorhast.

Um herauszufinden, was DU genau brauchst, führt kein Weg am Ausprobieren und Üben vorbei! Du hast ja hier jetzt jede Menge Ideen für empfehlenswerte Tools bekommen.


Tipps zur mentalen und praktischen Vorbereitung

Wenn du mit Videos ganz neu startest, gibt es auch ein paar mentale Hürden. Hier einige Tipps, die dir dabei helfen sollen, mehr Freude am Aufnehmen von Lernvideos zu haben – und somit auch schneller brauchbare Kurs-Videos zu erstellen.

  • Du brauchst an Hardware für den Start eigentlich nicht viel. Besorge dir aber mindestens ein vernünftiges Mikrofon! Denn fast alle eingebauten (in den Computer, Tablet, WebCam, Headset) Mikrofone erzeugen einen ungünstigen Klang. Ich nutze seit Jahren zufrieden das solide, unspektakuläre Tischmikro Samson Meteor mit einem kleinen Stativ darunter – auch für meinen Podcast. Das ist ein USB-Mikro für den Desktop.
    Wenn du mit dem Smartphone aufnehmen willst, brauchst du ein Lavalier-Ansteckmikro wie bpsw. das Rode SmartLav (oder eine der günstigeren No-Name Varianten).
    Ob du eine zusätzliche WebCam brauchst oder die eingebaute benutzen kannst, musst du individuell ausprobieren. Ich finde die HD-WebCams von Logitech gut.
  • Gewöhne dich an deine Stimme – es ist ganz normal, dass die anfangs komisch klingt, da wir „in unserem Kopf“ unsere Stimme anders hören als von außen.
  • Tipp aus meiner Facebook-Gruppe ‚Erfolgreich mit Online-Kursen“: Kleb‘ dir einen Smiley oder nette Augen als Bild so an die WebCam (so wie diese von Bettina Schöbitz, bei der es noch mehr gute Video-Tipps gibt), dass du deine Zuschauer direkt anschaust. Eventuell musst du da ein wenig herumprobieren, wo genau bei deiner WebCam dieser Punkt ist.
  • Womit auch immer du aufzeichnest: Es ist ungünstig, sich ständig selbst anzuschauen! Vor allem, wenn dein Kamerabild bspw. links unten platziert ist und du unbewusst immer mal wieder prüfst, ob deine Haare noch sitzen – das sorgt dafür, dass deine Augen hin und her rollen in der Aufnahme.
    Daher: Wenn du es nicht schaffst oder zu anstrengend findest, die ganze Zeit daran zu denken, NICHT in dein Gesicht zu schauen, schalte es in dem Programm aus falls möglich oder kleb einen Zettel darüber oder ähnliches.
  • Vor allem wenn du dich in Vollbild mit deinem Kamerabild zeigen möchtest: Experimentiere in deinem Büro / deiner Wohnung damit, wo ein guter Platz ist. Es führt hier zu weit, auch noch Tipps für die Einrichtung eines guten Home-Studios zu geben, aber sorg‘ dafür, dass du dich vor der Kamera weitgehend wohlfühlst. (Ich schreibe „weitgehend“, weil es durchaus länger dauern kann, bis dein Studio wirklich „fertig“ ist – ich bin auch immer noch am Experimentieren).
  • Licht: Du brauchst nicht gleich Studio-Lampen, aber Licht ist wichtig. Schau‘, ob du Stehlampen findest, die gleichmäßig Licht abstrahlen. Achte auch auf Hintergrund-Licht, das nicht zu punktuell ist. Wenn du mit dem Smartphone aufzeichnen möchtest, ist es für den Einstieg am einfachsten, wenn du dich direkt vor ein Fenster setzt oder stellst. Dafür kannst du eine WebCam-Halterung mit Saugnapf verwenden, die eigentlich für’s Auto gedacht sind. (Video-Hack von Ludwig Linnekogel).
    Ich habe dieses Ringlicht, was schon ziemlich groß ist. Für meine Kinder habe ich während des Lockdowns günstige „Flächenleuchten“ gekauft, ähnlich wie diese Key-Light LED Videoleuchte
  • Bereite dich vor – auf eine Weise, die für dich stimmig ist! Manche brauchen den gesamten Text vorher schriftlich und sprechen es dann mit Hilfe einiger Stichworte ‚auswendig‘ ein. Andere werden zu roboterhaft, wenn sie nur ablesen und sind lieber – auf der Basis einer Grundstruktur – flexibel.
    Meine bevorzugte Art, Lernvideos vorzubereiten besteht in einer Folien-Präsentation: So wird mein Video einerseits meinem Anspruch gerecht, auch visuelle Unterstützung für das Gesagte zu schaffen (wie gesagt, ‚Talking-Head‘-Videos sind eher nicht lernförderlich) und andererseits eine Struktur zu haben, die mir hilft, nicht zu lange zu einem Thema zu reden.
  • Tu‘, was immer dir hilft, locker und präsent zu sein vor der Aufnahme. Komm‘ in die Energie, wärme deinen Körper und deine Stimme auf, atme bewusst, sorge für frische Luft, nimm‘ das Video im Stehen statt im Sitzen auf… Keinesfalls solltest nach einer langen sitzenden Kopfarbeits-Phase direkt auf den Aufnahme-Knopf drücken! Stimme dich ein – im wahrsten Sinne des Wortes – deine Zuschauer:innen werden das spüren.
  • Mache lieber mehrere kurze als ein sehr langes Video für deine Kurs-Module – vor allem bei Selbstlernkursen finde ich das wichtig auch für die Motivation der Teilnehmenden. Hier kannst du auch gern zwischen den Formaten (siehe oben) wechseln – und bspw. jeweils das erste Video in einem Modul als ‚Talking Head‘ aufnehmen und die weiteren dann als Folien- oder Scribble-Videos.
  • Didaktisch gesehen ist klar, dass du nicht nur „Wissen teilst“, sondern immer vom Lernziel ausgehen solltest: Erst musst du klar haben, was der Teilnehmer tun soll, dann geht es darum, welchen Input er von dir braucht. Videos in Online-Kursen sind kein Selbstzweck und auch kein Mittel deinen „deinen Kopf zu leeren“!
    Bei Online-Kursen geht es um die Transformation, die Teilnehmer:innen ins Reflektieren, Ausprobieren und Tun zu bringen – und damit ein Ergebnis zu erreichen. Darüber hatte ich ausführlich in diesem Artikel geschrieben: >> Wie du deine Kurse wirksamer machst durch konsequente Teilnehmer-Orientierung.

Wo deine Lernvideos hosten? Video-Hosting – ein paar Gedanken dazu

Deine Videos für deinen Online-Kurs brauchen ein ‚Zuhause‘, eine Plattform, wo sie gespeichert werden und für den Zugriff von den verschiedensten Endgeräten aus jeweils in passender Auflösung abgespielt werden können. Am Anfang fehlt hier oft die Klarheit, was warum am besten ist. Hier ein paar Gedanken von mir dazu:

  • Kein Hosting ist keine Option. Mancher Einsteiger denkt sich, Videos könnten ja auch über die Google Drive, die Dropbox oder auch die eigene WordPress-Seite an die Teilnehmer ausgeliefert werden. Hosting ist deswegen wichtig, weil die Auslieferung des Videos von den Hosting-Plattformen an die jeweiligen Endgeräte angepasst wird – und der Kunde es überall direkt abspielen kann, ohne sich etwas herunterladen zu müssen.
  • Youtube ist sicher die bekannteste Video-Hosting-Plattform. Die ist aber auf Reichweite ausgelegt und will Werbung ausspielen. Um sichtbar zu werden als Expert:in sehr gut geeignet – für Kurs-Videos, die irgendwo eingebettet werden sollen, eher ungünstig. Zum einen sind die Möglichkeiten des Weitergabe-Schutzes begrenzt (der Link kann weitergegeben werden), zum anderen wirkt es einfach nicht sehr professionell, wenn nach dem Kurs-Video weitere Videos angezeigt werden, was sich nur schwer unterdrücken lässt.
    –> Es ist durchaus für den Anfang eine Möglichkeit, wenn dich alles andere zu sehr vom Pfad abbringt, bei Youtube deine Videos auf ’nicht-gelistet‘ zu stellen. Aber langfristig wirst du davon wegwollen.
  • Viele Kursplattformen wie bspw. Elopage, Coachy, Spreadmind ermöglichen den Upload von Videos auf deren Server. Das ist tendenziell eine gute Option und sicher am einfachsten. Manchmal gibt es Begrenzungen, die man schneller knackt als man als Video-Laie gedacht hat, aber grundsätzlich eine Möglichkeit.
    –> Meine Gedanken dazu: Die Landschaft der Kursplattform-Anbieter ändert sich ständig, es ist also gut möglich, dass du in einigen Jahren deine Kurse umziehen möchtest. Bewahre daher unbedingt die Videos und die dazugehörigen Texte (du wirst dein Video hoffentlich nicht ‚wortlos‘ in deine Lektion einbinden) in einer geeigneten Ordner-Struktur auf deiner Festplatte auf.
  • Mein Tipp ist allerdings, dass du dir von Anfang an eine eigene Kurs-Video Bibliothek aufbaust bei einem etablierten Video-Hosting-Dienst, bspw. Vimeo – statt deine Videos direkt bei den Plattformen hochzuladen, was einen möglichen Umzug erschwert. Das ist nicht kostenlos zu haben. Aber egal, ob du mit Live-Input oder mit Lernvideos in deinen Kursen arbeitest: Deine Videos (bzw. Aufzeichnungen) sind ein sehr wichtiges Asset für dein Business.
    Wenn du schon weißt, dass du ziemlich sicher mit Onlinekursen weitermachen wirst, lohnt sich meiner Ansicht nach, von Anfang an für das Video-Hosting zu zahlen – und zwar außerhalb der Kursplattform. Ich und viele meiner Kolleg:innen nutzen Vimeo, bei dem du bspw. auch sehr flexibel die Privatsphäre deines Videos einstellen kannst.

Fazit: An Tools gibt es keinen Mangel! Wichtig ist jetzt, dass du praktische Erfahrungen sammelst

Wie du an diesem Artikel siehst, gibt es wirklich mittlerweile für jeden Geldbeutel, für sämtliche denkbaren Video-Formate und für jeden Wissensstand Möglichkeiten, Videos aufzunehmen und zu bearbeiten.

Wichtig ist, dass du nicht wochenlang recherchierst, bevor du dich endlich für ein Tool oder eine Kombination aus Tools entscheidest – sondern praktisch loslegst.

Solltest du merken, dass dein Online-Kurs nicht auf den Markt kommt, weil du von dem Erstellen der Lernvideos ausgebremst wirst: Reduziere den Anspruch oder die Anzahl der Videos in deinem Kurs!

Wirklich gute Lernvideos erstellen ist tatsächlich nichts, was man zwischen Tür und Angel macht. Vor allem erfordert es, dass du geübt darin bist, deinen Inhalt strukturiert und visuell unterstützt auf den Punkt zu bringen. Das musst du ÜBEN, das nimmt dir kein noch so tolles Tool ab. 😊

Dafür ist ein Pilot-Kurs super gut geeignet: Hier kannst du verschiedene Video-Formate ausprobieren, mit deinem Licht und Ton experimentieren usw. – und danach deutlich klarer sehen, worauf du bei den Tools für deine Videos achten möchtest.



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