Zu sehr mit Projekten beschäftigt um die Grundlage für passives Einkommen zu schaffen?

Zu sehr mit Projekten beschäftigt um die Grundlage für

Du arbeitest von Projekt zu Projekt, von Kunde zu Kunde, und wenn der Auftrag vorbei ist, bleibt von deinem Engagement außer einer Referenz nichts übrig? Bleibende Werte zu schaffen – darum geht es bei der Produktentwicklung. Die Idee hinter dem Konzept des „passiven Einkommens“ ist: jetzt aktiv zu investieren um später mit relativ geringem Aufwand ein Einkommen zu generieren. Doch woher die Zeit für diese Investition nehmen angesichts eines vollen Arbeitsalltags? In diesem Artikel plädiere ich für machbare Zwischenschritte und eine spezielle Brille…

Das Dilemma ist: du weißt eigentlich, dass du langfristig nicht nur deine Zeit gegen Geld tauschen willst. Du würdest gerne dein Wissen materialisieren, z.B. in Form einer Video-Reihe, die du als Selbstlernkurs verkaufen oder deinem eigentlichen Coaching voranstellen kannst.

Aber du arbeitest von Projekt zu Projekt, von Kunde zu Kunde, bist gut gebucht – und es bleibt zu wenig Zeit, um so ein großes Vorhaben anzupacken. Denn: Was muss nicht alles beachtet werden! Und wieviele Stunden wird es dauern, bis du das Aufnehmen von Videos gut beherrscht? Wie findest du heraus, wie der bestmögliche Marketingprozess aussieht? Usw.

Von 1-zu-1 auf 1-zu-100 in kurzer Zeit?

In einer Hauruck-Aktion wird es meiner Meinung nach nicht gelingen, sich über das Entwickeln eigener Coachingprodukte ein passives (Zusatz-)Einkommen zu schaffen. Du brauchst also einen Weg, der zu deinem Alltag passt. Und evtl. auch die Bereitschaft, in dieses neue Geschäftsmodell eher langsam hineinzuwachsen.

Mein Tipp ist nach wie vor: Fang mit einem betreuten Coachingprogramm an! Betreue einen Kunden oder eine kleine Teilnehmergruppe über einen längeren Zeitraum und liefere nach und nach die entsprechenden Inhalte und Arbeitsmaterialien dazu aus. Auf diese Weise wird aus der Produktentwicklung ein Projekt wie viele andere auch – und bekommt in deinem Arbeitsalltag die nötigen Zeitfenster eingeräumt.

Es ist ein tolles Gefühl, etwas Bleibendes zu erschaffen

Ich selbst stecke ja gerade mitten drin in so einem Projekt: Ich begleite 10 Teilnehmer dabei, ihr erstes Coachingprogramm zu entwickeln. Alle zwei Wochen gibt es von mir wieder neuen Input mit Texten, Erfahrungsberichten, teilweise Lern-Audios und Lernvideos (wenn es aus didaktischer Sicht Sinn macht). Das ist jeweils eine ganze Menge Arbeit – vor allem kurz vor dem Montag, wenn das neue Modul freigeschaltet wird (so wie heute, z.B. ;) ).

Aber es macht sehr viel Spaß, für diese 10 hochmotivierten Leute die Unterlagen zu erstellen. Es ist, als würde ich mit dieser Gruppe kommunizieren, egal, ob ich eine Reflexionsfrage formuliere oder ein Video aufnehme – es fühlt sich also alles ganz selbstverständlich an. Und GANZ NEBENBEI entsteht dabei mein „Selbstlernkurs“, den ich nach Abschluss des aktuellen Programms beliebig oft vervielfältigen kann. Das ist ein tolles Gefühl! Statt meine Arbeitszeit wie früher von Projekt zu Projekt einzusetzen und am Ende nicht viel davon übrig zu behalten, zahle ich jetzt auf mein eigenes Konto ein – auf mein Produkte-Konto.

Und glaubst du, ich hätte zum jetzigen Zeitpunkt schon zwei Module mit jeweils sechs Lektionen fertigestellt, wenn ich mich nicht gegenüber Kunden verpflichtet hätte, Inhalte zu liefern? Ich kenne mich und weiss: Ich hätte wohl gerade mal den Plan stehen. :)

Automatisierung? Das darf Schritt 2 oder 3 sein

An die Automatisierung der Kaufabwicklung habe ich mich übrigens in dieser Runde noch nicht herangewagt. Vorher muss dann ja alles perfekt stehen, der gesamte Prozess, auch rechtlich und formal muss soviel beachtet werden – und das hätte mich zuviel Zeit gekostet. Mich mit Automatisierung zu beschäftigen ist aber demnächst für mich der logische nächste Schritt, wenn ich im Frühjahr das Programm für eine größere Teilnehmergruppe öffnen möchte.

Da ist sie wieder – die freundliche Hilfe der Verbindlichkeit ;) .

Mit diesem Ziel vor Augen freue ich mich nämlich schon darauf, auch in dem Bereich demnächst wieder ganz viel zu lernen.

Fazit: Wenn du passives Einkommen aufbauen möchtest, fang erstmal an, es zu hebeln

Produkte zu erstellen, die mit relativ wenig Marketingaufwand auch noch nach längerer Zeit einen Gewinn abwerfen, ist eine gute Idee! Doch im stillen Kämmerlein alles perfekt vorzubereiten und dann erst damit auf den Markt zu gehen ist für mich persönlich nicht stimmig – und ich würde es wegen der fehlenden Dringlichkeit wohl auch gar nicht hinbekommen.

Dies sind die drei Hebel, die du einsetzten kannst, um deinem Ziel des passiven Einkommens näher zu kommen:

  • Hebel 1: Wissen materialisieren und wiederverwenbare Inhalte schaffen
    Das geht übrigens in fast jedem Projekt, wenn du mal ein wenig kreativ wirst: Statt deinem Kunden eine lange Mail zu schreiben, mach gleich ein Arbeitsblatt draus. Statt deinem Bekannten die Nutzung einer bestimmten Software am Telefon zu erklären, mach ein Bildschirmvideo draus. Wenn ein Kunde dich für ein Präsenzseminar anfragt, biete an, gegen einen geringen Aufpreis die Teilnehmer vorab mit drei Vorbereitungsunterlagen zu versorgen usw.
  • Hebel 2: Nutze die Kraft der Gruppe, um deinen Kunden voranzuhelfen
    Dieser Hebel ist vor allem für Coaches und Berater interessant: Statt einen einzelnen Kunden sehr intensiv zu betreuen, schaff Strukturen, in dem sich mehrere Gleichgesinnte mit deiner Unterstützung gegenseitig zu einem Thema voranhelfen. Du sprichst damit neue Kundengruppen an, denen eine Einzelbetreuung zu eng ist oder deren Leidensdruck nicht so hoch ist, dass diese bereit sind, die hohen Preise dafür zu bezahlen.
  • Hebel 3: Mach dich ortsunabhängig
    Selbst in einer Großstadt ist es manchmal nicht ganz einfach, Gruppenangebote für ein spezifisches Thema zu verkaufen. Daher setz einen großen Hebel an, indem du ganz oder teilweise „online“ arbeitest und so einer bedeutend größeren Zielgruppe den Zugang zu deinem Unterstützungsangebot ermöglichst.

Wenn du anfängst, diese drei Hebel konsequent in deiner Arbeit zu nutzen, legst du also ganz wie von selbst den Grundstein dafür, dass du auch etwas jenseits deiner Arbeitsleistung pro Stunde zu verkaufen hast.

Daher: Grübel nicht zu lange. Feil nicht zu lange an deinem System. Lies und konsumiere nicht noch einen Kurs, in dem gezeigt wird, wie man sich ein passives Einkommen aufbaut…

Fang an! Entweder mit einem kleinen, technisch unaufregenden Coachingprogramm und/oder indem du bei jeder Kundenanfrage sofort mit der Produktentwickler-Brille hinschaust und dich fragst: Was kann ich (alternativ oder zusätzlich) anbieten, um „nebenbei“ mein Wissen zu materialisieren und bleibende Werte zu schaffen?

Diese spezielle Brille ist übrigens sehr angenehm zu tragen und steht jedem „Wissensarbeiter“ gut :D

Was hälst du davon? Lass mich und die anderen Leser gerne an deinen Erfahrungen oder Gedanken dazu teilhaben! Und wenn dir der Artikel gefällt, freue ich mich auch, wenn du ihn weiterempfiehlst. :)

Herzliche Grüße

Marit Alke

P.S.: Ich möchte dir noch eine Artikelserie zum Thema „Passives Einkommen“ empfehlen, die einen sehr realistischen Einblick in das Thema ermöglicht: Artikelserie Passive Income von selbstaendig-im-netz.de. Beim Lesen wird deutlich: Eigene Coachingprodukte sind nur eine mögliche Quelle für passives Einkommen und bestimmt nicht die mit der besten Aufwand-Ertrag-Ratio – dafür aber mit dem größten Sinn-Faktor. ;)

 

8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Hallo Kristine,

      du bist doch auch schon gut auf dem Weg mit deinem Akquise-Coachingprogramm und entwickelst damit Unterlagen, die du später vielfältig wieder verwenden kannst! klingt gut.

      Viele Grüße
      Marit

  1. Hallo Marit,

    ebenfalls Danke für den motivierenden Artikel.

    Wollen wollte ich ja bereits länger, nun passiert es.

    Ich bin schon sehr gespannt, was da rauskommen wird.

    Viele Grueße

    Joerg

    • Hallo Jörg,

      gerne! Ich bin auch gespannt und sehr sicher, dass aus deinem 3-Tages-Intensiv-Einzelcoaching für Unternehmer sehr gut ein onlinegestützter Kurs werden kann.

      Viele Grüße
      Marit

  2. Hallo Marit, Du sprichst mir aus der Seele.
    Lieber unperfekt starten als perfekt gezögert.
    Ich gewöhne mir auch immer mehr die agile Methode an, nämlich schnell mit einem Prototypen starten und anschließend verbessern oder ergänzen.
    Und dass Deine Erfolgsteam funktionieren, merke ich gerade am eigenen Leib ;-)

    • Hallo David,

      ich glaube auch, dass man sich an dieses Vorgehen gewöhnen kann. Wir sind noch aus der „alten Bürozeit“ gewöhnt, dass alles, was wir rausgeben, perfekt sein muss, weil die Fehler ja sonst irgendwo schwarz auf weiss zu lesen waren. Im Computerzeitalter ist alles immer „beta“ und wird permanent verändert und optimiert. Und übrigens: Dadurch, dass ich meine Unterlagen ja für wirklich anspruchsvolle Teilnehmer schreibe und erstelle, sind die auch schon auf wirklich hohem Niveau! :) Was wir jetzt im Gehen noch finden sind so kleine aber feine Verbesserungsvorschläge wie z.B. dass die Lektion als Druckvariante zur Verfügung stehen sollte oder ähnliches.

      Schön, dass das Erfolgsteam „marit“ funktioniert – finde ich immer noch cool, dass es das jetzt gibt. Was man mit einer Webinarreihe alles anstoßen kann. Wann legst du mit Webinaren los? ;)

      Viele Grüße
      Marit

  3. Pingback: Ein Coachingprogramm entwickeln – Alle Beiträge aus meinem Blog ordentlich sortiert | coachingprodukte-entwickeln.de

  4. Liebe Marit, ich stehe zwar noch ganz am Anfang mit meinem Thema, werde aber versuchen alles was ich tue durch diese ‚Brille‘ betrachten. Toller Artikel !!!
    Liebe Grüße, Karen

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