Kann man nur in der Nische „Geld verdienen im Internet“ mit Onlinekursen verdienen?

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In meiner Facebook-Gruppe wurde neulich die Frage gestellt, ob man eigentlich nur in der Nische „Geld im Internet verdienen“ mit Kursen gutes Geld verdienen könne. Wo denn eigentlich die Kurse für Schwimmlehrer, Kochinteressierte und Lebensglück-Sucher zu finden wären. Diese Frage und die anschließende Diskussion haben mich zu diesem Artikel inspiriert. Ich möchte damit einerseits Einsteiger sensibilisieren, nicht zu leichtfertig zu Kursen und anderen „digitalen Produkten“ zu greifen, die mit großen Versprechungen aufwarten. Und andererseits möchte ich auch Mut machen dafür, sich mit dem eigenen Thema an einen Onlinekurs heranzuwagen. Denn natürlich kann man nicht nur in der „Schnell-reich-im-Internet“-Nische gut mit eigenen Kursen verdienen – nur sieht man als Einsteiger die „anderen“, soften Themen erst auf den zweiten oder dritten Blick.


Folge hier anhören oder herunterladen:

Die Seite „Gute Beispiele„, auf der mittlerweile eine stattliche Liste an Onlinekursen zusammen gekommen ist: coachingprodukte-entwickeln.de/gute-beispiele/
Wie profitabel die jeweils für den Anbieter sind, kann ich leider nur in wenigen Fällen sagen. Da möchte ich in Zukunft aber mehr Fokus drauf legen, profitable Kurse als Fallstudie zu zeigen.

Meine dreiteilige Serie „Gründe, warum sich dein Onlinekurs nicht verkauft“ (es liegt nicht an der Nische, sondern meist an den hier genannten Dingen): Folge 1: Dein Angebot, Folge 2: Marketingprozess, Folge 3: Mindset

Podcast-Folge von Gordon Schönwälder, die sich auf die gleiche Diskussion bezieht: Schnell reich werden im Internet – Bauernfängerei 2.0

Meine Facebook-Gruppe: Erfolgreich mit Onlinekursen & Co.

„Geld verdienen im Internet“ – wie diese Nische funktioniert

Nahezu jeder, der anfängt, sich mit dem Gedanken zu beschäftigen, über das Internet Kunden zu gewinnen oder eine Einkommensquelle zu finden, die orts- und zeitunabhängiger als das aktuelle Offline-Geschäft ist, stolpert früher oder später in den Social Media und über Google etc. über solche oder ähnlichen Angebote:

„Das revolutionäre System, mit dem du deine Verkäufe über deine Webseite in zwei Wochen verdoppeln kannst“

„Wie ich 20.000 Euro mit nur einer Mail erzielte – und wie du das gleiche kannst“

„25-jähriger ohne Ausbildung verdient 6-stellig im Jahr mit eigenen Kursen – lerne sein Erfolgsrezept“

„Wie du 100.000 Euro und mehr mit deiner Webseite verdienen kannst“

„Mache dein Wissen zu Geld – mit deinem eigenen digitalen Produkt“

Also, bei der Überschrift wird in dieser Nische meist geklotzt und nicht gekleckert. In den meisten Fällen beziehen sich die genannten Umsätze oder Maßzahlen („Umsätze verdoppeln“ etc.) auf Produkte, die sich wiederum ebenfalls mit dem „Geld verdienen im Internet“ beschäftigen. Es ist ein sich selbst speisender Kreislauf.

Beispiel: Zuerst war vielleicht ein Power-Kurs, der „statt 799 heute nur 99“ kostete – und sich 100 mal verkaufte – beispielsweise über gezielt geschaltete Werbung. Oft sind diese Einstiegs-Produkte von amerikanischen Ebooks oder Kursen inspiriert, wenn nicht sogar größtenteils übernommen. Im nächsten Schritt wird dann die Schrittfolge, mit der diese Umsätze erreicht wurden, zu einem „System“ oder „Blueprint“ oder „Template“ oder ähnliches erklärt – und suggeriert, dass jeder, der diesen Schritten folgt, ähnliche Ergebnisse erreichen kann.

Weil meist bei der Vermarktung tief in die Manipulations-Kiste gegriffen wird und mit Deadlines, extremen Preisreduktionen etc. geworben wird, funktioniert das dann auch wieder. Die Umsätze steigen… Nun kann der Marketer noch einen Schritt weitergehen und behaupten, er hätte mit „dieser einfach zu lernenden Strategie, die sonst keiner kennt“ seine Umsätze verdoppeln können. Auch hier natürlich wieder mit dem Versprechen, dass jeder, der diese Strategie anwende dies eben auch tun könne.

Das ist also das Muster hinter vielen der Angebote, die versprechen, dass du lernst, wie du Geld im Internet (mit eigenen „digitalen Produkten“) verdienst. Die meisten, die sich erhofft hatten, zügig zu erlernen, wie sie über das Internet Geld verdienen, durchschauen spätestens nach dem zweiten oder dritten gekauften Kurs, dass wohl doch mehr heiße Luft enthalten ist als für sie anwendbare Strategien.

Schade ist das dann, wenn dadurch bei den Käufern solcher Kurse das Selbstbewusstsein leidet und sich die Überzeugung festsetzt: „Trotz 5 Kursen und 3 Ebooks, die ich alle durchgearbeitet habe, verdiene ich immer noch nicht gut – bei den anderen funktioniert es ja anscheinend, irgendwas mache ich wohl falsch!?“.

Echte Experten, die dir zeigen, wie du mit „realen“ Themen über das Internet Geld verdienst

Die Grenze ist nicht ganz leicht zu ziehen, aber es gibt auch seriöse Angebote, die auf fundierten Erfahrungen basieren, die sich nicht aus der Nische „Geld im Internet“ speisen. Das sind dann Experten, die vorher nachhaltig Geld verdient haben mit anderen Coaching-, Beratungs- oder Lebenshilfe-Themen – und dann auf einer Meta-Ebene dazu übergehen zu lehren, wie sie diese Erfolge erzielen konnten.

Oder andere Experten, die einfach ihr Thema gut kennen (Marketing, Online-Didaktik etc.) und dieses Wissen jetzt bezogen auf den Aufbau eines Online-Business richten. Dazu gehöre ich ja z.B. mit meinem Thema „Online-Training“.

Also, das also nur zur Abgrenzung: Kritisch sehe ich die Nische „Geld verdienen im Internet“ dort, wo durch starken Fokus auf einen funktionierenden Marketing-Prozess (mit teilweise grenzwertigen Methoden) viel Geld damit verdient wird, anderen zu zeigen, wie sich vermeintlich Geld verdienen – und aus diesen Erfahrungen dann wieder den nächsten Kurs zu machen. Da ist dann einfach zu wenig Substanz dahinter. Mal abgesehen davon, dass es mehr braucht für einen guten Kurs als nur selbst einmal eine Erfahrung gemacht zu haben – aber das steht auf einem anderen Blatt.

Kann man denn mit anderen Onlinekurs-Themen Geld verdienen?

Im Moment ist es ja absolut „in“, mit eigenen Ebooks oder Onlinekursen (meist Selbstlernkursen), zusätzliches Einkommen erwirtschaften zu wollen. Und so ist es nicht unwahrscheinlich, dass du selbst oder in deinem Bekanntenkreis erlebt hast, dass „das nicht funktioniert“!

Der Grund dafür ist oft ironischerweise, dass genau das falsch gemacht wird, was die „unseriösen“ Internetmarketer richtig machen: Das Marketing für den Onlinekurs wurde nicht nachhaltig und strategisch angegangen. Wo die Internetmarketer ihre Energie sparen, nämlich bei der Qualität des Kurses, stecken die inhaltlich begeisterten Unternehmer ihre ganze Energie in die Gestaltung des ihres Kurses. Und wundern sich dann, dass er sich nicht verkauft…

In meiner Artikelserie hatte ich über Gründe geschrieben, warum sich ein Onlinekurs möglicherweise nicht verkauft – falls du die verpasst hast, die kannst du hier nachlesen: Teil 1 Angebot, Teil 2 Marketingprozess, Teil 3 Mindset.

Es liegt also nicht an den Themen! Denn ich erlebe ja immer wieder Kollegen und Mitstreiter, Teilnehmer und Community-Mitglieder, die erfolgreich mit ihren Kursen Geld verdienen – und das außerhalb der Nische „Geld verdienen im Internet“. Sicher nicht sofort 5-stellig, wie es ja gerne suggeriert wird. Das braucht schon seine Zeit und hartnäckiges Dranbleiben, damit man nach etwa einem bis zwei Jahren die Früchte ernten kann! Aber sie schaffen sich ein zweites Standbein oder stehen sogar mit beiden Beinen fest auf ihrem Onlinekurs-Geschäftsmodell.

Ich überlege mir mal etwas, wie ich dir mehr motivierende Beispiele bringen kann von guten Kursen, mit denen auch gut verdient wird! Denn das ist mir ein Herzensanliegen, dass die guten, wertvollen Themen – die mit Substanz und da, wo Erfahrung dahinter ist – als Onlinekurs auf den Markt kommen, um damit letztlich insgesamt einen positiven Beitrag zum großen Ganzen leisten zu können.

Die erfolgreichen Kurs-Entwickler sind für Einsteiger nicht sichtbar

Kommen wir zum Ausgangspunkt zurück, der Frage meines Gruppen-Mitglieds: Wo denn bitteschön die erfolgreichen Kurse außerhalb der genannten Nische seien?

Einsteiger nehmen logischerweise oft erstmal die Angebote wahr, die am aggressivsten beworben werden. Und bei denen die Überschriften so richtig schön nach „schnell-leicht-für jeden“ klingen. Logisch ist auch, sie suchen beispielsweise im Internet nach dem Stichwort „Online Geld verdienen (+ ihr Thema)“ – und kommen dann auf entsprechende Angebote. Da der Marketingprozess bis ins letzte Detail perfektioniert ist, kaufen dann auch viele dort.

Erst einige Fehlversuche später merken sie, dass es auch eine deutlich ruhigere Szene gibt, in der solide mit guten Kursen gutes Geld verdient wird.

Die erfolgreichen Kurse in anderen Nischen sind oft für Außenstehende nicht so leicht zu finden. Und auch das ist wieder logisch: Weil erfolgreiches Kurs-Marketing sich an die wendet, die schon Interesse an dem jeweiligen Thema bekundet haben, z.B. durch einen Newsletter-Eintrag oder durch das Liken einer Unternehmensseite bei Facebook. Nur an diejenigen wird überhaupt das Angebot gerichtet, alles andere wäre ja unsinnig und Verschwendung. Noch dazu sprechen die meisten Kurs-Entwickler nicht über ihre Umsätze und Teilnehmerzahlen – warum auch?

Um Neu-Einsteiger zu motivieren wäre das wohl hilfreich – aber das ist ja nicht im originären Interesse der Kurs-Anbieter, die gut in ihrer Nische mit ihren Kursen verdienen.

Julia Gruber von Gruber Gesundheit berichtete beispielsweise in der Facebook-Gruppen-Diskussion, dass sie ihren neuen Kurs „WellnEssennur über ihre Email-Liste gefüllt hat – und fünfstellig damit verdient hat. Und ich weiss, es gibt noch viele weitere solcher Beispiele.

Fazit: JA, man kann definitiv auch in anderen Nischen mit seinen Onlinekursen gutes Geld verdienen! Es dauert nur möglicherweise etwas länger, weil Überschriften wie „Fünfstellig pro Monat mit einem eigenen Produkt“ natürlich ein fast unwiderstehliches Versprechen sind. Doch da steckt wenig Substanz hinter – und das ist doch nicht das, was du willst, oder? Dann lieber Substanz und nachhaltig – und dafür nachhaltig erfolgreich. :)

Meine Tipps für Einsteiger, die gerne mit ihren Dienstleistungen oder Onlinekursen „Geld im Internet“ verdienen möchten – und über vielversprechende Angebote stolpern

Dies noch abschließend von mir als Tipps für die potenziellen Käufer von – im wahrsten Sinne des Wortes – vielversprechenden Onlinekursen:

  • Schau‘ kritisch, was hat der Anbieter vorher gemacht! Woraus speist sich sein Expertentum? Wie ist seine Story (hinterfragen, oft wird hier stark frisiert, weggelassen, aufgebauscht)? Was hat er gelernt? Was befähigt ihn dazu, diesen Kurs anzubieten?
  • Stelle die Frage, wie gut das in dem Kurs oder Programm gezeigte „System“ bzw. Stratgie sich auf andere Themen übertragen lässt! So mancher hat zwar selbst bestimmt hohe Umsätze eingefahren mit der „Strategie“, aber hatte besondere Rahmenbedingungen oder Voraussetzungen. Sind die bei dir gegeben?
  • Sind Voraussetzungen angegeben, die nötig sind, damit das angepriesene System funktionieren kann? Oft wird hier überhaupt nicht differenziert und das Produkt ist „für jeden“ – das ist aus meiner Sicht schon mal unseriös! Ein seriöser Kurs-Anbieter wird sagen können, unter welchen Voraussetzungen der potenzielle Teilnehmer bestmöglich von dem Kurs profitieren kann – einer, der nur auf verkaufen aus ist, sagt sowohl den totalen Anfängern als auch den Fortgeschrittenen: „Ja, ist genau richtig für dich“…
  • Wenn du einen solchen Kurs kaufst, dann lasse ihn nicht auf deiner Festplatte liegen!! Sieh‘ dir so früh wie möglich alles durch: Ist das gut gemacht? Hilft dir das? Hast du das Gefühl, da ist Substanz hinter und wirklich wertvolles Wissen? Ist der Inhalt aufgebläht und viel zu lang – oder wurde offensichtlich auf das Wesentliche reduziert? Gib‘ den Kurs zurück, solltest du nicht den Eindruck haben, dass er dir hilft!
  • Oft sind übrigens die ersten Module mit mehr Aufwand erstellt als die nachfolgenden. Genau das soll mögliche Rückgaben verhindern.
  • Auch die Tatsache, dass viele Kurse „aufgebläht“ sind und beispielsweise aus 50 Videos á 20 Minuten bestehen, verhindert, dass du den Kurs frühzeitig kritisch prüfst und ggf. zurückgibst – denn so hoher Zeitinvest schreckt ab UND imponiert gleichzeitig.
  • Frage bei den angegebenen Referenzen wirklich mal nach. Vor allem, wie die Verbindung zum Anbieter ist, in welchem Thema derjenige aktiv ist, welche konkreten Erfolge er mit dem System erreichen konnte.
  • Und: Beobachte, WIE hier an dich vermarktet wird! Willst du ebenfalls so vermarkten? Passt der Stil zu dir, kannst du dir das für dich und dein Thema vorstellen? Meist lernst du ja genau diese Taktiken dann auch im Kurs, die du während der Vermarktungsphase schon aus Kundensicht erlebst.

Ja, ich weiss, das ist alles schwer herauszufinden, wenn scheinbar die Uhr tickt und dir die „Pistole auf die Brust“ gesetzt wird – und du beispielsweise nach einem Werbe-Webinar nur zwei Stunden Zeit bekommst, den Kurs zum Super-Dumping-Preis zu kaufen! Mach‘ es trotzdem! Ein seriöser Onlinekurs-Verkäufer räumt dir auf Nachfrage Bedenkzeit ein.

Fazit:

  • Wenn du diesen Artikel liest, bevor du viel Geld an scheinbare Erfolgsrezepte verschenkt hast, dann tu‘ dir lieber die Ruhe an und suche nach dem für dich passenden Mentor / Lehrer / Vorbild-Unternehmer von dem du lernen willst. Die seriösen Onlinekurs-Vermarkter bieten alle die Möglichkeit, sie vorher über ihren Blog, Podcast, Webinare oder ähnliches besser kennenzulernen.
  • JA, es gibt eine wachsende Zahl an tollen Solo-Unternehmern, die basierend auf ihren fundierten Erfahrungen mit guten Onlinekursen gutes Geld verdienen! Und genau an dieser Stelle möchte ich übrigens meinen Beitrag leisten: „Mit guten Onlinekursen gut verdienen“ – dabei möchte ich denen helfen, die wirklich relevantes Wissen haben! :)
  • Akzeptiere, dass „Schnell-Reich-im-Internet“ schlicht nicht geht! Es sei denn, du willst es den jungen Männern nachmachen, die ich anfangs skizziert habe. Dann bist du definitiv auf meinem Blog falsch. :) Geld verdienen im Internet funktioniert! Sehr gut sogar und es macht viel Freude. Aber es geht nicht schnell – und es kostet Arbeit, es braucht einen langen Atem und es braucht ein funktionierendes Geschäftsmodell. DAS ist online nicht anders als offline. Rechne hier lieber in einer Zeitspanne von einem bis zwei Jahren – in der Zeit ist es gut möglich, mit dem richtigen Fokus mit eigenen Onlinekursen solide Geld zu verdienen.

Deine Erfahrungen, Meinungen, Ergänzungen zum Thema?

Auch so freue ich mich natürlich über Erfahrungsberichte, Ergänzungen, Widerspruch und abweichende Meinungen, Fragen und Anmerkungen zu diesem Thema!

Bis bald,

Herzliche Grüße

Marit Alke

 

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