Mitgliederbereich vs. Onlinekurs – Unterschiede, Anwendungsbereiche, Kombinationsmöglichkeiten [OBL038]

Unter welchen Umständen kann ein Mitgliederbereich für dich ein gutes Modell sein? Wie unterscheiden sich Mitgliederbereich von Onlinekursen? Wie kann sich ein Kurs zu einem Mitgliederbereich weiterentwickeln? In diesem Artikel / dieser Podcast-Folge möchte ich hier mehr Klarheit schaffen und vielleicht auch Inspiration geben, kreativ über neue Formate der Zusammenarbeit mit deinen Kunden nachzudenken.


Folge hier anhören oder herunterladen:

Was ist ein Mitgliederbereich?

Genau wie bei einem Onlinekurs geht es darum, deinen Kunden über einen längeren Zeitraum dabei zu unterstützen in Richtung seines Ziels voranzukommen. Genau wie bei Onlinekursen kann der Mehrwert entweder in speziell aufbereitetem Wissen oder der Zusammenarbeit in der Community bzw. dem Zugang zu dir als Experten – oder einer Kombination daraus – entstehen.

Anders als bei Onlinekursen hat die Mitgliedschaft aber für die Kunden kein festes Ende und keinen festen Start. Die Inhalte werden nicht oft nicht in einer sequentiellen (aufeinander aufbauenden) Reihenfolge ausgeliefert – und führen daher auch nicht stringent jedes Mitglied von A nach B, was ja ein wichtiges Basis-Merkmal von Onlinekursen ist.

In den meisten Mitgliederbereich-Modellen spielt die Community, der Zusammenhalt und der Austausch der Mitglieder untereinander eine noch wichtigere Rolle als in den meisten Onlinekursen.

Charakteristisch für Mitgliederbereich ist, dass die Zahlung von den Kunden jeweils für einen festgelegten Zeitraum stattfindet (Monat, Quartal, Jahr) und wie eine Art Abo immer weiterläuft, wenn das Mitglied nicht kündigt. Viele Solounternehmer finden – verständlicherweise – den Gedanken faszinierend, mit einem eigenen Mitgliederbereich wiederkehrendes Einkommen aufzubauen. Anders bei einem (begleiteten) Onlinekurs: Hier wird nur einmalig Geld im Vorfeld eingenommen und danach müssen wieder neue Kunden gewonnen werden.

Das sind so die wichtigsten Unterschiede zwischen Onlinekursen und Mitgliederbereichen – die Übergänge sind allerdings fließend und es sind auch Modelle denkbar, die beides miteinander kombinieren.

Was können mögliche Mehrwerte eines Mitgliederbereiches sein?

Ein Onlinekurs führt in vorher festgelegten Schritten hin zu einem klar definierten Ziel bzw. einer klar definierten Problemlösung – die Unterstützung auf diesem Weg ist der klare Mehrwert eines Onlinekurses. Bei einem Mitgliederbereich ist das nicht so eindeutig. Was können Mehrwerte sein, für die Mitglieder immer wieder bereit sind, ihr „Abo“ zu verlängern und Mitglied zu bleiben? Ich sehe da drei Mehrtwert-Kategorien:

Mehrwert-Kategorie 1: Inhalte

  • Besonders detaillierte Anleitungen
  • Monatliche Motivationsbriefe
  • Wöchentliche kleine Übungen
  • Quartalsweise bestimmte Schwerpunkt-Themen
  • Input durch fach-verwandte Experten (aber Achtung: Auf win-win achten, wenn Experten kostenlos in deinem kostenpflichtigen Mitgliederbereich ihr Wissen teilen sollen!)

Mehrwert-Kategorie 2: Community

  • Moderiertes Forum oder Facebook-Gruppe
  • Vernetzung zu Erfolgsteams / Hilfe bei der Organisation von Mastermind- oder Lokal-Treffen
  • Vermittlung von „Buddies“, Accountability-Partnern
  • Live-Treffen einmal im Jahr
  • Monatliche Fragen-Antwort-Webinare

Mehrwert-Kategorie 3: Zugang zum Experten

  • Monatliche Webinare
  • Kontingent an Einzel-Gesprächszeit
  • Möglichkeit, Fragen im Forum beantwortet zu bekommen
  • Fallbeispiele aus der Community werden ausführlich besprochen
  • Kompakt-Coaching vor der Gruppe (in einer Telefon- oder Video-Konferenz)

Diese Kategorien lassen sich natürlich auch auf Onlinekurse anwenden, denn auch da gibt es ja sehr unterschiedliche Formate, die jeweils an unterschiedlichen Stellen Mehrwerte schaffen (z.B. Selbstlernkurse woanders als Gruppenkurse, Live-Online-Formate woanders als asynchrone Kurse etc.). Aber hier ging es ja um Mehrwerte-Ideen für Mitgliederbereiche.

Mitgliederbereich oder Onlinekurs – was ist für dich das bessere Modell?

Voraussetzungen für Mitgliederbereiche:

Grundsätzlich gilt: Aus meiner Sicht sind die Voraussetzungen recht hoch, um wirklich erfolgreich und nachhaltig einen Mitgliederbereich aufzubauen. Das liegt daran, dass eine gewisse „kritische Masse“ an Mitgliedern Voraussetzung dafür ist, dass sich neue Mitglieder angesprochen fühlen. Und da naturgemäß immer wieder Leute aussteigen werden, braucht es auch immer wieder neue Mitglieder, die überzeugt werden müssen.

  • Es müssen dem Anbieter möglich sein, immer wieder neue Mitglieder zu werben: Er braucht die Bereitschaft zu wiederkehrenden, kreativen Marketing-Aktionen
  • Dafür braucht es eine schon vorhandene Community / Folgerschaft, treue Fans, eine Anerkennung als „Tribe Leader“ (nicht unbedingt Experte), die aufgebaut wurde durch das Teilen kostenloser Inhalte und das Zusammenbringen von Gleichgesinnten
  • Es sollte schon Materialien / Inhalte geben, die für den Einstieg der ersten Mitglieder eine attraktive Basis darstellt und dafür sorgt, dass der Anbieter die erste Zeit voll auf’s Marketing konzentrieren kann
  • Bereitschaft und Fähigkeit des Anbieters, ständig neue Mehrwerte für die Mitglieder zu schaffen

Wann passt das möglicherweise besser als Onlinekurse:

  • Wenn die Community und weniger das Expertenwissen im Mittelpunkt steht. Eine „Bewegung“, ein gemeinsames übergeordnetes Ziel, „Anders“ sein als andere vom Mindset, bestimmten Grundhaltungen her
  • Wenn sich das Thema nicht gut in eine klare sequentielle Abfolge mit definiertem Anfang und Ende bringen lässt. Das betrifft meist vor allem solche Themen, die entweder „Dauerläufer“ sind, also die Kunden dauerhaft im Alltag begleiten (Ordnung, Mindset, Gewohnheiten wie Sport oder Ernährung…) oder solche, wo das Thema so umfangreich ist und so viele Facetten hat und eine weitreichende Entwicklung für die Kunden bedeutet (Businessaufbau, Persönlichkeitsentwicklung…)
  • Wenn es zu einem Thema immer wieder neue Aspekte hinzuzufügen gibt, wie z.B. Recht, Steuer-Recht, Facebook etc.

Von Onlinekursen zum Mitgliederbereich

Die Übergänge können fließend sein. Mancher betreute Kurs ist vom Charakter her wie eine starke Community und zeitweise ein Mitgliederbereich, mancher Mitgliederbereich lässt neue Teilnehmer erstmal einen zeitversetzt ausgelieferten Selbstlernkurs durcharbeiten.

Sobald ein Onlinekurs fertig ist, kann er dazu dienen, den Einstieg in das Thema für neue Mitglieder zu erleichtern – indem durch die „Dripfeed“-Funktion der Inhalt zeitversetzt zur Anmeldung freigeschaltet wird, so dass er zuerst nach und nach die Grundlagen durcharbeiten kann.

Oder: Die Teilnehmer eines Gruppenkurses können nach dem Abschluss des Kurses für begrenzte Zeit weiter auf die Unterlagen zugreifen und haben weiter Zugang zur Community – allerdings werden alle „Alumnis“ (fertigen Teilnehmer) in einer größeren Community betreut. Bei meinem Flaggschiffprogramm Mein erster Onlinekurs läuft es so, dass meine Teilnehmergruppe die drei Monate des Programms „unter sich“ bleibt, damit wirklich ein Zusammenhalt entsteht. Danach haben sie noch 12 Monate Zugriff auf die Unterlagen und können in der „Alumni“-Community bleiben – die ja wiederum nach Ablauf des nächsten Durchgangs des Programms weiter wächst. Wer nach den 12 Monaten dabei bleiben möchte, kann seine Mitgliedschaft verlängern. So entsteht ganz organisch ein Mitgliederbereich, ohne den Stress, zu Beginn eine „kritische Masse“ an Mitgliedern gewinnen zu müssen.

Und noch eine Möglichkeit fällt mir ein, vom Kurs in einen Mitgliederbereich hineinzuwachsen: Wenn im Laufe der Zeit mehrere Kurse entstanden sind, kannst du eine Mitgliedschaft mit unbegrenztem Zugang zu allen deinen Kursen anbieten – und ggf. zusätzlichen Mehrwert durch beispielsweise exklusive Webinare bieten.

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, mit Onlinekursen zu starten, die Community insgesamt immer weiter auszubauen – und dann erst den Schritt hin zu einem eigenen Mitgliederbereich zu gehen.

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Das waren meine Gedanken zu Mitgliederbereichen als Geschäftsmodell – und wie das mit Onlinekursen zusammenhängt. Die Grenzen sind fließend und wer weiss, wie viele der heutigen Kurs-Entwickler in einigen Jahren einen florierenden Mitgliederbereich aufgebaut haben. Es werden wohl einige sein. Bis dahin dürfen wir weiter hineinwachsen und lernen, was unsere Kunden brauchen! :)

Ich freue mich wie immer über deine Kommentare, Gedanken, Feedback – und auch, wenn du diesen Artikel / die Podcastfolge mit deinem Netzwerk teilst!

Herzliche Grüße

Marit Alke

 

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Marit, vielen Dank für deinen wieder mal sehr hilfreichen Beitrag! Endlich geht es um Mitgliederbereiche! ;-)

    Ich hoffe sehr darauf, dass bald auch Anleitungen für die technische Umsetzung folgen. :-) Denn ich habe meine VA damit hoffnungslos überfordert. Ich war einfach nicht in der Lage zu vermitteln, worum es überhaupt geht. Ein Mitgliederbereich ist eben mehr als ein Produkt bei Digimember anlegen.

    Wenn das hier jemand liest und mir einen Tipp geben kann, wo ich technische Unterstützung finden kann, sage ich schon mal danke.

    • Hallo Jutta,

      danke für das Feedback! Anleitungen für die technische Umsetzung? Das ist doch das Einsatzfeld, für das Digimember originär gedacht und optimiert ist – während man für Kursbereiche ein klein wenig um die Ecke denken muss.
      Beide Mitgliederbereiche, um die es in dem Interview ging, sind mit Digimember erstellt und mit Digistore24 verknüpft – dazu gibt es ja schon eine Anleitung bei mir (nur eben mit andrer Überschrift).

      Aber ich weiss ja nicht, was du vorhast und wie komplex das technisch sein soll. Michaela Steidl oder Claudia Kauscheder könnte ich empfehlen, die können das beide einrichten.

      Herzliche Grüße
      Marit

  2. Hallo Marit,
    danke für den Beitrag. Ich schwanke bei meinem im Aufbau befindlichem Projekt noch zwischen Mitgliederbereich und Kurs. Bei mir geht´s um das Thema Ernährung. Im Moment sind in dem Bereich diese 30-Tage Challenges sehr gefragt. Aber das lutscht sich vielleicht auch mal aus. Da könnte ich mir vielleicht was neues einfallen lassen. Dieser Post ist auf jeden Fall Hilfreich für mich.

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