[OBL060] Die Magie eines Pilot-Kurses – und: Wie du vorgehst

In dieser Podcast-Folge gehe ich nochmal genauer auf das Konzept des Pilotkurses ein. Ich hatte das als eine Phase benannt in der Folge 57 In 12 Monaten vom Offline-Selbständigen zum profitablen Onlinekurs-Business – für die ich öfter gehört hatte, wie hilfreich dieser „Bogenschlag“ ist. Hier gehe ich genauer darauf ein, warum ein Pilotkurs so „magisch“ ist, wie er genau aufgebaut sein kann und sogar komplett ohne vorgefertigte Medien auskommen kann. Und wie du vorgehst, um motivierte Pilotteilnehmer zu finden – also welche Möglichkeiten du hast, deinen Kurs zu „launchen“ ob mit oder ohne großer Liste.


Folge hier anhören oder herunterladen:

Die im Podcast genannten Links:

Inhalt in Stichworten

Hier der Inhalt nur grob in Stichworten, damit du nicht gezwungen bist, die Podcast-Folge zu hören um zu wissen, worüber ich hier rede:

Warum ist ein Pilotkurs „magisch“ und so wertvoll?

  • Du willst Onlinekurse entwickeln, die Wert schaffen. Dazu gehört vor allem, dass deine Teilnehmer mit deinen Lernimpulsen gut und wirksam vorankommen. Das kannst du nur dann wirklich wissen und justieren, wenn du im ersten Kurs engen Kontakt zu einer kleinen Teilnehmergruppe hältst und alles ganz nah mitbekommst, wie die sich durch den Prozess bewegen.
  • Experten-Bias: Du kannst dich nur noch schwer hineinfühlen, Gefahr, Lerner zu überfordern
  • Den Markt testen; Nichts auf den Markt bringen, das hinterher keiner kauft. Risikolos, also ohne allzu viel Zeit in die Erstellung von Medien zu stecken
  • Schneller handlungsfähig sein, Hürden verringern (Technik)
  • Wenn du noch keine Erfahrung damit hast, deine Online-Zielgruppe durch den Prozess zu begleiten, dann kannst du gar nicht alle Stellen kennen, an denen diese potenziell haken und weitere Anleitung gebrauchen könnten. Selbst bei typischen und eigentlich eindeutigen Technik-How-to-Anleitungen würdest du staunen, welche Fragen deine Teilnehmer stellen.

Wie kann ein Pilotkurs konkret aussehen?

  • Es geht darum, dass du deinen ersten Kurs in Kontakt mit deinen Teilnehmern entwickelst. Also, selbst wenn es ein Selbstlernkurs sein soll, führst du den ersten Durchlauf als betreutes Gruppenprogramm (oder auch als Einzelprogramm) durch.
  • Es geht nicht darum, dass du alles fertig machst und es dann einigen Beta-Testern vorsetzt, die Feedback auf Details geben (Lektorat)
  • Möglichkeit 1: Offener Workshop, bestehend aus einem Forum und 3-5 Webinaren bzw. besser gesagt „Online-Workshops“ mit viel Interaktion. Das Thema ist von dir festgelegt und auch grob die Themen der einzelnen Online-Workshops. Dann stellst du den Teilnehmern jeweils kurz vor dem Live-Treffen im Webinarraum die Frage, was sie wissen möchten, was sie brauchen, was sie an Fragen haben – und gehst dann in dem Live-Workshop genau auf diese Fragen ein. Ggf. mit Hilfe von Folien, die du kurzfristig erstellst oder weiterführenden Materialien.
  • Dieses Vorgehen ist einigermaßen „radikal minimal“, aber ich bin sicher, für viele Themen wäre das schon ein sehr mehrwertiges Angebot für die kleine Pilotgruppe!
  • Zuerst gelesen habe ich darüber im Buch Launch von Jeff Walker (oben verlinkt) – er nennt dieses Vorgehen „Seed Launch“
  • Möglichkeit 2: Du bereitest einige Lernmedien vorab vor, bleibst aber flexibel und hast nicht den Anspruch, dass diese Lernmedien „Evergreen“-Content werden. Denn das ist ein sehr hoher, fast unrealistischer Anspruch, wie ich finde, OHNE den Kontakt zu Teilnehmern gleich beim ersten Versuch den Nagel auf den Kopf zu treffen mit den Impulse, Beispielen, Fragen und dem Aufbau des Kurses. Ausnahmen sind hier natürlich wieder „technische Themen“, bei denen es einen eindeutigen Weg zum Ziel gibt.
  • In diesem Fall lässt du beispielsweise Videos erstmal weg, weil die für die meisten Anbieter einen hohen Aufwand darstellen – und damit nicht so einfach anpassbar sind, wenn sich durch die Arbeit / die Interaktion mit den Teilnehmern ergibt, dass eigentlich ein anderer inhaltlicher Aufbau sinnvoll wäre.

Wie geht der Prozess? Wie entwickelst und füllst du deinen Pilotkurs?

  • Durch Interaktion und Gespräche mit der Zielgruppe das Thema festlegen und genau beschreiben, für wen der Kurs ist und für wen nicht
  • Inhalte und Ergebnis festlegen, Inhalte in Module aufgliedern
  • Entscheiden, welches Format für den Pilotkurs (Gleich mit Lernmedien? Abgespeckte Lernmedien? Live-Interaktion?)
  • Verkaufsseite fertig stellen, Pilotpreis und Termine festlegen
  • Den Pilotkurs launchen und 3-15 Teilnehmer dafür gewinnen
  • Wie in einem Workshop, einem Live-Seminar mit der Teilnehmergruppe durch den Prozess durchgehen, Austausch in der Community anregen, in Kontakt bleiben – siehe der Punkt oben

Wie füllst du deinen Pilotkurs mit Pilot-Teilnehmern?

Vier Möglichkeiten, zu launchen. Siehe auch mein Podcast / Artikel „So vermarktest du deinen Kurs – mit oder ohne große Liste“.

  • aus dem Online-Marketing-Lehrbuch: Kostenlosen Content anbieten in Form einer zeitlich begrenzten Aktion, z.B. Webinare, Webinar-Reihen, Challenge, zeitlich begrenzter Audiokurs usw. – für diese Aktion ordentlich „trommeln“, mit Hilfe von Multiplikatoren und dem eigenen schon vorhandenen Netzwerk bzw. in der vorhandenen Liste.
  • Direkte Ansprache über vorhandene Kontakte: Im Netzwerk Leute direkt und persönlich anschreiben oder ansprechen, ob sie interessiert sind oder jemanden kennen, der interessiert sein könnte. Letzlich eine Art „Akquise“, die auf das gewachsene Vertrauen aufbaut. Einigermaßen mühsam, aber die einzige Möglichkeit, wenn noch keine Liste / Sichtbarkeit für das Thema da ist.
  • Kostenlose Beratungs-Kurzgespräche anbieten: Viele Zeitfenster zur Verfügung stellen für individuelle Gespräche mit Interessenten.  Auf diese Weise sehr viel über Bedürfnisse lernen. Nicht verkaufen, wenn kein Interesse da ist. Wenn es passt, dann den Pilotkurs erwähnen und ggf. zweites Gespräch für den Verkauf vereinbaren. Für diese kostenlosen Gespräche „werben“,  z.B. in der vorhandenen Liste. Gut geeignet bei Pilotkursen zu erklärungsbedürftigen oder persönlichen Themen und wenn die Liste noch nicht so groß ist.
  • Rein über Emails: Das macht Sinn für alle, die eine größere Liste schon haben. Sie können über Umfragen, Interaktion per Mail mit der Zielgruppe, spezifischen zum Pilotkurs passenden Inhalt die Interessenten für den Pilotkurs führen. An die Öffentlichkeit gelangt nur ggf. die Aufforderung, sich in die Interessentenliste für den Pilotkurs einzutragen – alles weitere passiert dann weitgehend per Mail.

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In dieser Folge habe ich ein Thema vertieft, das ich vorher bereits einmal angesprochen hatte. Ich finde es so wichtig, dass du diese Möglichkeit siehst, mit einem sehr abgespeckten Pilotkurs zu starten – statt den Anspruch zu haben, gleich beim ersten Wurf den perfekten Evergreen-Content auf der perfekt-langfristigen Technik-Lösung zu erschaffen. Das ist schlichtweg unrealistisch. Und ich behaupte, dass jeder Kurs, der erst als sehr interaktive gestalteter Pilotkurs durchgeführt wurde, deutlich besser sein dürfte als einer, der „nur“ aus der Expertenwarte heraus entwickelt wurde. Diese „Schleife“ vor dem eigentlichen Verkauf des „richtigen“ Kurses lohnt sich also aus meiner Sicht gleich mehrfach – langfristig halt.

Ich bin gespannt, was du sagst, ob noch Fragen offen sind oder ob du ggf. Interesse an meiner spontanen Idee hast, Mitte Juli einen Live-Online-Workshop-Tag dazu mit mir zu machen, an dem am Ende des Tages dein konkreter Projektplan für deinen Pilotkurs steht – individuell für dich passend. Melde dich über die Kommentare – ich freu‘ mich drauf, von dir zu lesen!

Herzliche Grüße

Marit Alke

 

12 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Marit, deine Podcasts sind so toll und informativ und absolut nicht zu lang! Danke dir! Alles Liebe Andrea

    • Hallo Andrea,

      oh, dankeschön!! In diesem Fall hatte ich im Rückblick das Gefühl, etwas zu viel „fluff“ drin zu haben, aber weil so viel anderes getan werden möchte vor den Osterferien hatte ich entschieden, es jetzt so rauszugeben. Danke für die Bestärkung!

      Lieber Gruß
      Marit

  2. Liebe Marit,
    danke für die gute Zusammenfassung. Ich finde deinen Ansatz super, ganz im Sinne der Design Thinking Mentalität: nur die Produkte entwickeln, die gebraucht werden. Und immer die Wünsche/ Ideen der Kunden im Blick haben.

    Durch die vielen Interviews bzw. Feedback zu den Prototypen wird der Pilotkurs immer weiter auf die Bedürfnisse angepasst. Diese sind den Kunden im Vorfeld oft auch nicht klar, bzw. kristallisieren sich während der Gespräche und Nutzung der Unterlagen heraus. Freue mich schon auf die nächste Folge.

    Liebe Grüße
    Silvia

    • Hallo Silvia,

      genau, so ist das: Auch die Kunden merken erst in dem Prozess, was sie exakt benötigen – und du als Anbieter wirst staunen, was da alles passiert, wo überall Fragen auftreten usw. Selbst bei Technik-Themen ist das so – die ja eigentlich selbsterklärend sein sollten.

      Erst wenn das Auto rollt, kann gesteuert werden – ein Bild, das Shailia mal verwendet hatte, was hier sehr gut passt.

      Lieber Gruß und danke für deine aktive Beteiligung an meinen Inhalten 🙂
      Marit

  3. Hallo Marit,
    ein sehr informativer, nützlicher, motivierender Beitrag. Danke! Ich selbst sehe es auch so: erstmal kleiner anfangen und genau die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe im Blick behalten. Da ist ein Pilotkurs sicher die richtige Wahl. Eine Frage habe ich noch: du sprichst davon, rein über E-Mails Teilnehmer zu generieren, ist sinnvoll bei einer bereits größeren Liste. Hast du da einen Tipp für die Größenordnung der Liste?
    Viele Grüße
    Gabriele

    • Hallo Gabriele,

      das ist eine gute Frage – und recht schwer zu beantworten. Eine „kleine“ Liste von 80-100 Leuten, die genau Interesse an dir und deinen Inhalten haben, kannst du auf diese Weise schon gut mitnehmen und in deinen Pilotkurs holen. Wenn denn dein Angebot den Nerv trifft und wenn bei deiner Liste auch die Bereitschaft ist, sich aktiv zu beteiligen, z.B. auf Fragen, die du stellst.

      Es kommt also auch immer sehr darauf an, WIE diese Liste gewachsen ist. Wenn sie bspw. im Rahmen irgendeines „Listbuilding-Booster-Events“ entstanden ist, hast du viele Leute drin, die sich passiv berieseln lassen wollen und eher noch in der Phase des „Inhalte sammeln“ sind.
      Wenn die Liste hingegen nach und nach gewachsen ist durch Leute, die dir bspw. schon länger folgen, in den Social Media kommentieren, die du teilweise schon „kennengelernt“ hast über Kommentare – dann wird dieser Ansatz besser funktionieren.

      Und auf’s Thema kommt es auch immer an. Sehr spezifische Themen brauchen eine kleinere Liste als eher breite, grundlegende Themen – denn für zweiteres gibt es ja z.B. deutlich mehr Angebote und auch meist weniger dringenden Bedarf als wenn ein Pilotkurs EINE spezifisches Herausforderung zu überwinden verspricht.

      Mein Tipp ist, beides zu machen, wenn die Liste noch nicht so groß ist: Öffentlich auf den entstehenden Pilotkurs hinweisen mit den Hinweis, sie mögen sich in deine Liste eintragen – und in der Liste selbst mit den Leuten interagieren, durch Fragen, Fragebögen, kleine Anekdoten bei der Erarbeitung deiner Inhalte, Aufgreifen von Fragen usw.

      Ich hoffe, das hilft, auch wenn es wieder so eine „Kommt-drauf-an“-Antwort ist 🙂
      Lieber Gruß
      Marit

  4. Liebe Marit,
    vielen herzlichen Dank für den Podcast und die tolle Zusammenfassung! Ich plane gerade meinen Pilotkurs und werde gerne auf ein Angebot von dir zurück kommen.

    Deine Corinna

  5. Vielen Dank für den „Inhalt in Stichworten“, sodass auch Leute wie ich hier glücklich werden und schnell erkennen können, ob ihnen die Podcast Folge hilfreich sein könnte oder nicht. !!!

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