DER große Hemmschuh für deinen Marketing-Erfolg: Kritik an anderen

Hemmschuh Marketing-Erfolg

Es ist nicht die Technik, es ist nicht das fehlenden Wissen über funktionierende Strategien, es ist nicht die fehlende Zeit – es ist wie so oft die innere Haltung, die uns am meisten im Weg steht. Viele wollen Kunden über das Internet gewinnen – und wenn du Onlinekurse an Selbstzahler vermarkten willst, dann musst du deine Kunden sogar über das Internet gewinnen. Gleichzeitig erlebe ich in meinem Umfeld gerade viel Kritik und Ablehnung gegenüber den Marketing-Aktivitäten anderer. Dadurch entsteht eine große Diskrepanz – die dich im schlimmsten Fall lähmt und nur halbherzig agieren lässt. Lies‘ hier meinen Appell für eine offenere Haltung als Konsument – um als Anbieter erfolgreich Online-Marketing nutzen zu können. 

Nervt dich Onlinemarketing aus Konsumentensicht?

  • Du findest es unverschämt, wenn andere dir nach dem Zusenden eines Freebies (z.B. eines E-Books oder einer Checkliste) auch noch weitere Mails schicken?
  • Du wirst ärgerlich, wenn du kostenpflichtige Angebote in deinem E-Mail-Fach vorfindest und meldest dich sofort aus der entsprechenden Liste ab?
  • Jedes Mal, wenn du deine Mailadresse irgendwo einträgst denkst du dir: „Also, kostenlos darf man das ja eigentlich nicht nennen, ich zahle ja mit meiner E-Mail-Adresse?“
  • Du sitzt mit gemischten Gefühlen in kostenlosen Webinaren und ertappst dich dabei, dass du denkst „Na, die/der muss es ja nötig haben?“ oder „Andere Leute müssen arbeiten, der kann hier sein Wissen rausschleudern?“.
  • Und am Ende des Webinars spricht der Anbieter dann auch noch über sein kostenpflichtiges Angebot und du denkst „War ja klar, dass die Sache einen Haken hat – alles nur eine Verkaufsmasche!“?
  • Überhaupt, für diese Schwemme an kostenlosen Angeboten hast du kein Verständnis? Wie soll man dann in diesem Markt noch etwas verdienen, wenn andere alles raushauen? „Das ist unkollegial!“…
  • Dir geht es auf die Nerven, wenn du von Anzeigen „verfolgt“ wirst – und meldest die gleich als Spam, egal von wem die kommen?

Solche oder ähnliche Gedanken gehen dir manchmal durch den Kopf?

Gleichzeitig möchtest du gerne das Internet besser zur Kundengewinnung und zum Füllen deiner Kurse nutzen. Du bist fasziniert davon, was alles an tollen Strategien gezeigt wird, siehst, dass es bei anderen funktioniert – und möchtest diese Strategien gerne nutzen um dein Business aufzubauen und passende Kunden zu gewinnen. Richtig?

Merkst du, wie das nicht zusammenpasst?

Als Konsument überwiegend oder sogar global ablehnend gegenüber „Werbung“ im Internet zu sein und als Anbieter die gleichen Strategien erfolgreich anwenden wollen – das klappt nicht!

Schaust du kritisch-differenziert hin oder lehnst du global ab?

Natürlich ist es gut und richtig, als Konsument von Inhalten im Internet immer wieder in sich hineinspüren und sich zu fragen: Möchte ich so behandelt werden? Gefällt mir das, was oder wie derjenige das macht? Bin ich einverstanden mit dem „Tonfall“, mit den Taktiken, empfinde ich das als fair und integer, was ein Anbieter in seinen Mails oder in seinen Webinaren macht – oder werden gewisse Grenzen des Anstands überschritten?

Wenn du mit einen differenziert-kritischen Blick als Konsument die Aktivitäten anderer verfolgst, dann gibt es auch Anbieter, von denen du gerne die E-Mails liest, gerne Angebote buchst, dich respektvoll behandelt fühlst, du die Webinare als angenehm empfindest, bei denen sich kostenpflichtige Angebote unaufdringlich in die Gesamt-Kommunikation einbetten.

Mit einem differenzierten, tendenziell offenen Blick auf Online-Marketing wirst du auch selbst erfolgreich Online-Marketing für dich nutzen können: Denn dann hast du positive Vorbilder und bekommst gleichzeitig ein gutes Gespür dafür, wie du es nicht machen möchtest. Das ist „Lernen am Modell“ in Bestform. :)

Absolut richtig ist, dass du – und wir alle – sehr kritisch bleiben sollten, was das Überschreiten von Grenzen angeht. Einige Dinge, die technisch machbar sind, grenzen an Täuschung, sind betrügerisch oder einfach nur aufdringlich und nervig. Ich habe mit Maik Pfingsten zusammen ja mal in einem Webinar aufgedröselt, wo wir zwei die Grenzen sehen und was wir kritisch betrachten (auch wenn es für andere funktionieren mag): Hier geht es zur Aufzeichnung Nachhaltiges Onlinemarketing (Youtube).

Wenn du allerdings alles eher global ablehnst, was in deine Inbox kommt oder was du an kostenlosen Inhalten (ggf. mit Werbeanteil) so zu sehen bekommst – dann solltest du dich fragen, ob du nicht alternative Marketing-Methoden für dein Business suchen solltest.

Und da insbesondere E-Mail-Marketing unerlässlich für das Füllen von Onlinekursen ist, solltest du dir in diesem Fall auch wirklich ernsthaft überlegen, ob es für dich überhaupt in Frage kommt, eigene Onlinekurse entwickeln und vermarkten zu wollen!

Das schreibe ich bewusst so drastisch, um dir deutlich zu machen, wie sehr die negative Konsumentensicht zu deinem größten Hemmschuh für deinen Marketing-Erfolg werden kann!

Zum Vermarkten deines Kurses brauchst du Online-Marketing…

Wenn du eigene Onlinekurse entwickeln und vermarkten möchtest, dann brauchst du Online-Marketing. Daran führt aus meiner Sicht kaum ein Weg vorbei. Mit allem, was dazu gehört:

  • Glaubwürdigkeit und Vertrauen schaffen über das großzügige (!), regelmäßige Teilen von Inhalten im Internet,
  • Eine E-Mail-Liste von relevanter Größe aufbauen, z.B. über ein „Freebie“, über wiederkehrende kostenlose Angebote, Kooperations-Aktionen, durch Anzeigen (die auf ein Freebie führen) oder ähnliches,
  • Das Füllen von kostenlosen Webinaren (oder anderen größeren Aktionen) mit Hilfe dieser E-Mail-Liste – und das anschließende Verkaufen (!) an diese Teil-Liste,
  • Und allgemein das Nutzen deiner E-Mail-Liste, um weitere Mehrwerte zu schaffen UND auf kostenpflichtige Angebote von dir aufmerksam zu machen.

(Wichtig an dieser Stelle nochmal der Hinweis: Ich richte mich mit meinem Blog an Coaches, Trainer, Berater, die Selbstzahler als Kunden gewinnen wollen. Als Unternehmenstrainer oder -berater „darfst“ du nach Herzenslust gegen Online-Marketer wettern und dich ärgern was das Zeug hält :) – denn deine Kunden gewinnst du wahrscheinlich immer noch am besten über klassische Akquise und sorgfältigen Beziehungsaufbau. Das geschilderte Vorgehen im Online-Marketing brauchst du nicht in dem Maße wie die Kernleser meines Blogs.)

Was du als Konsument kritisch siehst, wirst du nicht kraftvoll für dich nutzen können

Nein, es gibt nicht DEN einen Weg im Online-Marketing, der für alle passt. Das ist absolut richtig und wenn dir einzelne Gepflogenheiten nicht gefallen, dann musst du sie nicht mitmachen!

Ich z.B. lehne zu aufdringliche Pop-Ups, die E-Mail-Adressen einsammeln ab. Das geht so weit, dass ich Blogartikel nicht weiterlese, wenn mir so ein Ding vor die Nase springt – und ich gehe noch weiter, und teile solche Blogartikel nicht. Gleichzeitig höre ich von vielen Kollegen, dass solche Pop-Ups sehr wirkungsvoll sind – was sich in puren Zahlen messen lässt. Durch meine kritische Haltung gegenüber Pop-Ups wächst meine Liste also sicherlich etwas langsamer. Ich verzichte hier bewusst auf Marketing-Potenzial, weil ich als Konsument dieses Vorgehen bei anderen kritisch sehe. 

Mit jeder einzelnen kritischen Haltung, die du als Konsument gegenüber bestimmten Marketing-Aktivitäten hast, schränkst du dich selbst in deinen Möglichkeiten ein, Kunden über das Internet zu gewinnen! Was dir bei anderen grundsätzlich nicht gefällt, kannst du logischerweise nicht kraftvoll für dich einsetzen. Weil du ja dann einen inneren Konflikt hast: Du willst deine Produkte und Dienstleistungen verkaufen – aber ja deine Kunden nicht nerven…

Lösungsmöglichkeiten

Aus meiner Sicht gibt es drei Möglichkeiten, den geschilderten Zwiespalt aufzulösen:

1. Arbeite an deiner inneren Haltung – eigne dir einen positiv-differenzierenden Blick an

Das finde ich die beste Lösung! Zumindest, wenn du deine Onlinekurse mit Hilfe von Online-Marketing mit passenden und ausreichend Teilnehmern füllen willst. :) Sei als Konsument in der Grundhaltung positiv, nimm‘ dankbar die kostenlosen Inhalte von anderen an und sei offen, wenn auch mal weiterführenden Angebote per Mail oder im Webinar oder ähnliches kommen. Als Konsument hast du nämlich auch sehr viel davon: Du kannst durch die kostenlosen Inhalte sehr gut selektieren, welcher Anbieter zu dir passt – und kaufst nicht mehr die Katze im Sack.

Gleichzeitig solltest du natürlich auch kritisch bleiben und sehr aufmerksam sein, was dir persönlich „aufstößt“ und missfällt. Manchmal sind das Kleinigkeiten und Nuancen, manchmal sind das tatsächlich „Methoden an sich“, die dir missfallen. Speichere das ab als „so werde ich es nicht machen“ und gehe weiter zu Punkt 2:

2. Finde einen Marketing-Weg, der für dich stimmig ist

Mit diesem differenzierten Blick wird es dir besser gelingen, bewusst zu entscheiden, welche Taktiken / Methoden du anwenden möchtest (mit gutem Gefühl) – und welche du weglassen bzw. anders anwenden willst.

Suche also proaktiv nach Alternativen, um die Dinge in deinem Marketing weglassen zu können, die dich bei anderen nerven. Z.B.

  • Das Vergrößern der E-Mail-Liste geht auch ohne Freebie auf der Webseite – z.B. durch regelmäßige Webinare, durch das Mitmachen bei Kooperations-Aktionen, durch das Aufwerten deiner Blogartikel oder Podcast-Episoden durch Arbeitsblätter/Checklisten o.ä. (die es gegen E-Mail-Adresse gibt) usw.
  • Wenn dich das Verkaufen aus kostenlosen Webinaren heraus nervt, dann biete vielleicht einen kostenlosen Mini-Kurs an, bei dem du im letzten Modul auf das kostenpflichtige Angebot verweist.
  • Wenn dir bestimmte Formulierungen in Newslettern missfallen oder dir eine bestimmte Frequenz nicht gefällt, dann mach‘ es bei dir anders.
  • usw.

Wie du siehst, legst du dir damit freiwillig Beschränkungen auf – aber solange du aktiv wirst und nach gangbaren Alternativen suchst, wirst du auch vorankommen.

Das ist besser, als wenn du pauschal Angst hast, deine Kunden zu nerven, weil dich selbst „irgendwie alles nervt“ – mit dieser undifferenzierten Haltung wirst du nämlich alles nur halbherzig machen und nicht mit voller Power. Und halbherzig funktioniert Online-Marketing nicht!

3 Entscheide dich bewusst dafür, auf Online-Marketing zu verzichten

Auch das ist eine Lösung! Die finde ich persönlich zwar schwer vorstellbar – aber bevor du in diesem Zwiespalt gefangen bleibst „Eigentlich will ich gerne, aber ich finde das alles so schrecklich“ ist das die bessere Variante. Denn auch dann wirst du wieder handlungsfähig und hörst auf, mit dir zu hadern.

Wenn du sehr gerne Onlinekurse entwickeln möchtest, aber kein Marketing machen willst, gibt es ja auch die Möglichkeit, als Dienstleister Lernmaterialien für andere zu entwickeln. Es gibt vielbeschäftigte Speaker oder Trainer, die die Kundschaft schon haben – aber nicht die Zeit, selbst Onlinekurse zu gestalten.

Oder du gibst einen größeren Anteil an den Teilnehmergebühren ab und lässt andere für dich vermarkten – z.B. andere Anbieter, die eine ähnliche Zielgruppe haben wie du.

Wenn du für Unternehmen arbeitest, ist sowieso Akquise und Direktansprache der beste Weg (so schätze ich das ein). Um Selbstzahler für deine Onlinekurse zu gewinnen, funktioniert das nur sehr begrenzt! Ich habe ja mein allererstes Programm „Wesentlich – das Programm in eigener Sache“ damals ganz ohne Internet mit 10 zahlenden Teilnehmern gefüllt. Dafür habe ich aber auch wirklich Pirouetten gedreht, sämtliche potenziellen Multiplikatoren persönlich angesprochen, mit sehr vielen Leuten Gespräche geführt, herumtelefoniert was das Zeug hält… Es war mühsam. Und vor allem: Es hätte sich nicht wiederholen lassen! Ein zweites Mal hätte diese Strategie nicht funktioniert, weil ich ja nun mein ganzes Netzwerk schon abgeklappert hatte...

 

Es gibt sicher noch weitere Möglichkeiten, nicht auf Online-Marketing angewiesen zu sein… Besser fänd‘ ich allerdings, du entscheidest dich für die Punkte 1 und 2.

Wirklich, meine ich das ernst: „Dann lass‘ es besser mit dem Onlinekurs“??

Ich liebe Onlinekurse und sehe darin für uns „wertorientierten“ Einzelunternehmer sehr großes Potenzial. Daher fänd‘ ich es schade um jeden Kurs, der nicht in die Welt kommt. :)

Mir ging es in diesem Artikel darum, einen Hemmschuh klar zu benennen, der glaube ich vielen gar nicht bewusst ist. Ich bin absolut dafür, dass wir emphatisch bleiben und nicht nur auf die Zahlen schielen, was z.B. das Vergrößern einer E-Mail-Liste angeht. Ich bin dafür, dass wir nicht alles schlucken, was uns als Konsumenten vorgesetzt wird. Ich sehe auch einiges kritisch und mache nicht alles mit, was da so an Erfolgs-Strategien durch die Dörfer getrieben wird. Und ich bin trotzdem erfolgreich mit meinem Online-Marketing, fülle meine Programme und Kurse damit. Und es gibt noch viel mehr solcher guten Beispiele – finde sie und dann löse deine inneren Handbremsen! :)

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Das war jetzt mal eine „Herzensbotschaft“ die raus in die Welt wollte. Eigentlich wollte ich diese Woche anfangen, euch Lernplattformen vorzustellen – aber dieses Thema drängte sich vor. Ich bin gespannt, was du dazu sagst, welche Erfahrungen du selbst gemacht hast, welche Sichtweise (die ja gerne auch anders sein darf) du dazu hast! Ich freu‘ mich wie immer auf die Diskussion! Und natürlich auch, wenn du meinen Artikel teilst und in die Welt bringst.

Herzliche Grüße

Marit

 

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