Wie wählen Sie die Inhalte aus für Ihren Online-Kurs / Ihr Coachingprogramm?

Inhalte Online-Kurs auswählenSie wissen unglaublich viel über Ihr Thema – und jetzt sollen Sie eine Auswahl treffen für Ihren Online-Kurs oder Ihr Programm… Oh, diese Selektion fällt schwer! Fast jeder Trainer dürfte das Problem kennen, immer zuviel Stoff in seine Seminartage reinzuplanen. Und auch Online-Kurs-Entwickler (=Online-Trainer) stehen vor der gleichen Problematik: Welche Inhalte sollen rein, welche bleiben draußen? In diesem Artikel möchte ich dazu ein paar Hilfestellungen geben.

Glauben Sie mir, ich kenne solche oder ähnliche inneren Dialoge, wenn ich an neuen Kursen arbeite: „Wenn ich z erwähne, muss ich aber eigentlich auch noch auf xy eingehen!“. „Richtig verstehen tut man z eigentlich nur, wenn ich auch xy erkläre.“, „Das gehört auch noch dazu, da kann ich ja vielleicht mehrere Alternativen bereitstellen“

Ich erlebe das auch bei dem Trainerteam, das ich hin und wieder in Sachen Online-Lernen berate: Die berühmte „didaktische Reduktion“ ist jedes Mal auf’s Neue eine Herausforderung. Das Bedürfnis eines Experten, sein gesamtes Wissen zur Verfügung zu stellen steht in Konflikt zu dem, was didaktisch sinnvoll ist, damit der „Lernende“ sein Ziel erreicht.

Doch, zurück zu der ganz praktischen Frage: Wie finden Sie heraus, welche Inhalte in Ihren Kurs gehören und welche nicht? Hier ein kleiner, simpler 3-Schritte-Plan, mit dem Sie dieser Frage schon deutlich näher kommen dürften:

Starten Sie mit dem WOHER? und dem WOHIN?

Der erste Schritt ist, dass Sie sich sehr genau überlegen, WOHER Ihr Teilnehmer kommt, also, wo der steht, wenn der Kurs beginnt – und WO es für ihn HIN gehen soll. Also, Sie legen sehr genau fest, was für ein Ergebnis Ihr Teilnehmer nach aktivem Bearbeiten des Kurses realistisch erreichen soll.

Solche Lernziele können auf verschiedenen Ebenen definiert werden, meist geht es in Kursen um mehrere Ebenen:

  • Geht es um das Erkennen bestimmter Zusammenhänge?
  • Oder um spezifisches Wissen, das für das Ausführen bestimmter Dinge nötig ist?
  • Oder um bestimmte Erkenntnisse, die eigene Person (des Teilnehmers) betreffend?
  • Oder um Fähigkeiten / Kompetenzen, die aufgebaut werden sollen?
  • Oder um konkrete Arbeitsergebnisse?

Auch der aktuelle Stand Ihrer Teilnehmer kann variieren:

  • Ist er ein Einsteiger in diese Thematik? Oder wie intensiv hat er sich damit schon beschäftigt?
  • Braucht er das Ergebnis als „Privatperson“ oder als „Profi“ (bspw. Kochen: Für den Alltag – als ambitionierter Hobbykoch – als gelernter Koch, der sich weiterbilden will)
  • Welche Aktionen / konkreten Handlungen sind in Richtung des angepeilten Ergebnisses ggf. schon unternommen worden vom Teilnehmer? Auf welche praktischen Erfahrungen in dem Bereich kann er aufsetzen?
  • Geht es um Grundlagen oder um Spezialwissen, das der Teilnehmer braucht?
  • usw.

Dieses definierte Lernziel (WEN führe ich WOHER WOHIN) ist sehr zentral, denn das ist ja letztlich alles, was zählt: Dass Ihr Teilnehmer in der Lage ist, mit Ihren Inhalten und Ihren Hilfestellungen im Kurs dieses Ziel zu erreichen. Das klingt so selbstverständlich – ich weiss aber aus Erfahrung, dass das eigentliche Lernziel gegenüber anderen Fragen gerne in den Hintergrund rückt!

Design follows Function…

Sammeln Sie Ideen wie ein Eichhörnchen im ersten Schritt

Mit dem Lernziel Ihrer Teilnehmer fest im Blick können Sie jetzt in die Sammelphase gehen – und alles festhalten, was denen potenziell voranhelfen könnte. Seien Sie in dieser Phase gerne sehr kreativ und denken Sie auch um die Ecke – mit welchen Anekdoten, Bildern, ungewöhnlichen Übungen etc. könnten Sie Ihren Kurs aufpeppen? Wie das Lernerlebnis schöner machen? Welche Basics sollten mit rein? usw.

Claudia Kauscheder hat das im Webinar* mit mir das „Eichhörnchen-Prinzip“ genannt: eine Zeitlang „gehen Sie schwanger“ mit Ihrem Kursthema – und halten Augen und Ohren für Ideen offen. Jede Idee notieren Sie – wie ein Eichhörnchen, das auch erstmal alles sammelt. :)

*Eine Aufzeichnung des Webinars zum Thema „Versunken in der Schublade oder neue Einkommensquelle? So werden Ihre Online-Produkte wirklich fertig“ können Sie hier anfordern, falls Sie Interesse haben)

Reduzieren Sie auf das Wesentliche im zweiten Schritt

Und jetzt folgt der wichtigste Schritt, die eigentliche Entscheidung für Ihre Kurs-Inhalte. Halten Sie sich nach dieser Sammelphase nochmal Ihre Definition von Anfangs- und Endpunkt Ihres Teilnehmers vor Augen. Und dann stellen Sie sich die Frage:

Welche drei bis acht wichtigsten Dinge muss der Teilnehmer unbedingt von Ihnen erfahren, damit er seinem Ergebnis zu etwa 80% näher kommen kann?

Oder anders formuliert: was sind die 20% der Inhalte, die voraussichtlich 80% zum Ergebnis beitragen?

Machen Sie sich klar: Ihr Kunde, Ihr Teilnehmer bezahlt Sie auch dafür, dass Sie aus dem unendlichen Rauschen der Informationen diejenigen auswählen, die Sie als Experte erfahrungsgemäß für wesentlich halten!

Und daher sind diese 3-8 TOP-Inhalte, die Sie hier ausgewählt haben, schon fast alles, was Ihre Teilnehmer brauchen. Geben Sie diesen Inhalten das entsprechende Gewicht in Ihrem Kurs und verdeutlichen Sie falls nötig auch, warum Sie den (Kern-)Prozess auf diese Schritte reduzieren.

Weitere Inhalte können Sie beispielsweise in einer (wachsenden) FAQ-Bibliothek zur Verfügung stellen oder in einem Bereich, den Sie Toolbox / Ressourcen oder ähnlich nennen.

Oder Sie geben diese Informationen erst, wenn einzelne Teilnehmer danach fragen. Das kommt Ihnen wie schlechter Service vor? Es gilt abzuwägen, ob Sie die Masse der Teilnehmer verwirren und vom Wesentlichen ablenken, wenn Sie eine Info, die möglicherweise nur für einzelne relevant ist, mit in die Haupt-Inhalte packen.

Die Frage, was zum Kern des Kurses gehört und was in die Peripherie ist etwas, das sich meist auch gut im Laufe des Kurses herausfinden lässt (vorher ist oft eher schwierig!).

Fazit

„Eigentlich“ ist es ganz einfach:
Bei der Entscheidung für die Inhalte Ihres Kurses oder Ihres Programms sollten Sie dem Prinzip So viel wie nötig, so wenig wie möglich folgen.

Aus Erfahrung weiss ich aber, dass dies nicht ganz einfach und ein kontinuierlicher Lernprozess für uns als Online-Trainer bzw. Kurs-Anbieter ist! Im Laufe der Zeit werden Sie immer besser darin werden, zu entscheiden, was wesentliche Inhalte sind und welche eher kleinen Einfluss auf das angepeilte Ergebnis sind.

********************************************

Wie steht es bei Ihnen? Hadern Sie damit, welche Inhalte in Ihrem Kurs Platz finden sollen? Wenn Sie schon einmal einen Online-Kurs oder ein Coachingprogramm angeboten haben: Wie sind Sie vorgegangen, um eine Entscheidung über die enthaltenen Inhalte zu treffen? Welche Ergänzungen oder Fragen haben Sie für mich? Ich freue mich drauf!

Herzliche Grüße

Marit Alke

 

P.S: Stopp! :) Heute Nacht stecken die Kinder ihre Wunschzettel in ihre Stiefel – und Sie dürfen mir Ihre Wünsche an meinen Blog verraten! Helfen Sie mit, dass ich nächstes Jahr noch besser voranhelfen kann! 

[ez_btn color=“green“ url=“https://de.surveymonkey.com/r/7T7JF3H“ target=“_Blank“]Hier geht es zur Umfrage / zum Wunschzettel[/ez_btn]

Danke im Voraus!!