[Gastartikel] Darf’s ein bisschen mehr sein – oder „Wieviel FREE ist zuviel?“

Karin Wess

[Von Karin Wess] „Ja, darf ich denn so viel schon in meinem Blog verraten?“ oder: „Was – DAS soll ich in meinem Newsletter einfach so preisgeben?“ oder: „Mein bestes Wissen in einem kostenlosen Kurs verschenken, wirklich?“. Sind das Fragen, die Ihnen öfter mal kommen? Wer – wie Marit, ich und viele andere Internet-UnternehmerInnen – sein Wissen sehr freizügig teilt, wird oft skeptisch gefragt, ob er nicht zuviel verschenkt. Wie man denn überhaupt überleben kann, wenn man soviel kostenlos rausgibt. Lesen Sie, warum FREE eine sehr gute Marketingstrategie ist.

Wenn heute jemand zum ersten Mal auf Ihre Webpage kommt, ist er vermutlich noch nicht sofort und prompt bereit dazu, auch bei Ihnen zu kaufen – ganz gleich, was Sie anbieten.

Vermutlich ist er aber sehr wohl bereit, Ihre kostenlosen Inhalte anzusehen, denn damit bekommt er einen ersten Eindruck über Sie, über Ihre Arbeit und Ihre Angebote.

Kostenlose Inhalte sind wie die Kostproben, die Sie in Supermärkten angeboten bekommen. Wenn’s geschmeckt hat, wollen Sie mehr davon!

Doch wie viel „kostenlos“ ist zu viel? Und gibt’s das überhaupt?

Denken Sie doch bitte mal für einen Augenblick nach, wie lange Sie sich schon mit Ihrer Haupt-Kompetenz beschäftigen, mit dem, was Sie heute anbieten. Wie viele Jahre beschäftigen Sie sich schon mit Ihrem Thema? Wie viele Weiterbildungen, Ausbildungen, Kongresse, Seminare, Workshops, Bücher oder Vorträge haben Sie schon konsumiert? Wie oft haben Sie schon praktische Erfahrungen gesammelt in der direkten Anwendung? Aus wie vielen Fehlern haben Sie schon gelernt? Mit wie vielen Kunden haben Sie schon zusammengearbeitet.

Glauben Sie wirklich, dass Sie all das in einem 10-Minuten Video, einem halbstündigen Webinar oder einem Blogartikel mit etwa 1.000 Wörtern „verraten“ könnten? Was auch immer Sie in Ihren kostenlosen Angeboten präsentieren, es bleibt immer nur die Spitze des Eisberges!

Das, was die Kunden dann letzlich bei Ihnen kaufen, ist immer mehr wert als das reine Wissen. Die Interessenten wollen Hilfe beim Anwenden der von Ihnen erhaltenen Kenntnisse und Strategien: Hilfe bei der individuellen Umsetzung (z.B. in einem Einzelcoaching), Schritt-für-Schritt-Anleitungen (z.B. in einem Selbstlernkurs), Austausch in der von Ihnen moderierten Community (z.B. in einem Coachingprogramm) oder handfeste Unterstützung (z.B. beim Webdesign).

Und deswegen kann es nie „zuviel“ sein, was Sie kostenlos rausgeben an Wissen und Know-how – solange Sie Geld damit verdienen, bei der Umsetzung dieses Wissens zu helfen.

Positionieren Sie sich von Anfang an richtig

Sie definieren mit ihren kostenlosen Angeboten, Ihren Blog-Artikeln, Ihren Grafiken, Ihren Facebook-Posts oder Newsletter Opt-In Angeboten, auf welchem Level Sie von Ihren Kunden gesehen werden. Sie legen damit den Grundstein, wie Sie sich am Markt präsentieren und positionieren.

Hat das, was Sie zu geben haben, einen hohen Standard? Ist es professionell? Hat es Inhalt und liefern Sie Ihren Lesern und potentiellen Kunden damit reichlich konkrete Tipps und Hinweise oder tun Sie all das nur, um „irgendetwas“ zu sagen? Sind Ihre Texte fehlerfrei oder finden sich immer und überall Grammatikfehler? Achten Sie auf den Stil und die Ausarbeitung oder ist das für Sie nebensächlich?
Für Ihre potentiellen Kunden ist es das garantiert nicht. Denn es vermittelt unmittelbar einen ersten Eindruck und der hält bekanntlich meist ein Leben lang.

Nutzen Sie Ihre kostenlosen Angebote als Marketing-Instrument

Blogartikel zu schreiben, nur um sie zu schreiben, ist nicht die beste Strategie. Dann lassen Sie es lieber.
Wenn Sie damit jedoch das Ziel verfolgen, Ihren kostenlosen Inhalt als Ihr bestes Marketing-Instrument einzusetzen, ob in Form von Videos, Blogs, PDF’s oder Kursen, dann werden Ihnen diese kostenlosen Inhalte unzählige Interessenten bringen, die gerne immer und immer wieder von Ihnen hören und / oder lesen wollen.

„Meine Mitbewerber machen das aber ganz anders!“

Wissen Sie was? Scheren Sie sich nicht darum, was andere machen! Es ist Ihr Unternehmen, es ist Ihr Traum! Niemand kann sich so gut um Ihr Unternehmen kümmern, wie Sie es tun. Was interessiert es Sie dann, was die anderen tun?

Wichtig für Ihren Erfolg, ist ganz allein, was Sie TUN. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Sie brauchen keine kostenlosen Inhalte anzubieten, Sie brauchen auch keine Coaching-Produkte zu entwickeln und Sie brauchen auch nicht aktiv über Ihre Angebote zu sprechen. Sie brauchen auch keine Strategie-Gespräche anzubieten oder einen Newsletter zu betreiben – bloß weil es Ihre Branchen-Kollegen auch nicht tun.

Oder aber Sie tun einfach, was Sie für richtig halten und wovon Sie merken, dass Ihre Interessenten und Ihr Unternehmen gleichermaßen davon profitieren können: Präsentieren Sie Ihr bestes Know-How – und zwar laut, deutlich und weithin sichtbar. :)

Ich weiß nicht, wie genau das Universum funktioniert, aber ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung (und auch aus der meiner Klienten) versichern, dass alles mehrfach wieder zurückkommt. In der Regel in Form von Kunden, die zu Fans werden, die Ihnen treu sind, die Ihnen vertrauen und gemeinsam mit Ihnen wachsen.

Liefern Sie Hilfreiches und Nützliches

Wenn es gut, hilfreich und wirklich nützlich war, werden Ihre Fans es teilen und weiterleiten oder sie werden sich sogar für den Newsletter eintragen.
Apropos Newsletter – scheuen Sie sich nicht davor, Ihren Newsletter wirklich regelmäßig zu versenden! Denn alle Ihre Abonnenten warten regelrecht darauf, wieder von Ihnen zu hören, denn genau deswegen haben sie sich angemeldet.

Wenn Sie zudem konsequent, mit einem durchdachten und strukturierten Kommunikationsplan an die Sache herangehen, dann zeugt das…
a) von Professionalität,
b) von Kreativität und
c) von Kontinuität.

Denn wer will schon mit einem Coach, Mentor, Masseur oder Techniker zusammenarbeiten, der vielleicht in zwei Monaten wieder von der Bildfläche verschwunden ist? Was, wenn nochmals Fragen auftauchen oder nochmals Hilfe benötigt wird?
Achten Sie bei Ihren Beiträgen zudem stets darauf, dass Sie sich immer wieder um Ihre Kernleistung drehen. Schreiben Sie nicht ein Mal über Meerschweinchen und beim anderen Mal über Migräneanfälle – außer Sie wissen, wie man Migräneanfälle von Meerschweinchen beheben kann.

Wenn Ihre Leistung, so wie bei Marit, die Entwicklung von Coaching-Produkten ist, dann bleiben Sie bei diesem Thema. Erwähnen Sie in Ihren Artikeln Ihre Angebote immer wieder, weisen Sie darauf hin. Sich selbst und seine Angebote zu präsentieren gehört dazu, denn immerhin wollen Sie ja ein gewinnbringendes Unternehmen und kein teures Hobby betreiben, oder?

Manche meiner Artikel wurden tausendfach gelesen, wie wild geteilt und kommentiert. Warum? Weil sie einen echten Mehrwert für meine Kunden, Leser und potentiellen Kunden liefern.

Ebenso meine kostenlose 21-Tages-Challenge (die jetzt übrigens am 10.4.2014 wieder beginnt): Schon als ich sie zum ersten Mal durchgeführt habe, fragten mich viele, warum um Himmelswillen ich all dieses Wissen kostenlos hergäbe.

Karin Wess 21 Tage Challenge

Na, haben Sie mittlerweile eine Idee, warum ich das tue? Genau! Weil ich so meine potentiellen Kunden langsam an meine Angebote heranführe, weil ich ihnen zeige, wie es sein kann, wenn sie mit mir arbeiten, weil ich ihnen einen Eindruck davon vermittle, welches Potenzial ich in ihnen wecken kann und weil ich sie schon zu Fans mache, noch bevor sie meine Kunden werden.

Und genau dadurch konnte ich auch für mein erstes Online-Programm „Kickstart“ mit Leichtigkeit Kunden gewinnen. FREE zahlt sich also aus!

Viel Spaß und Erfolg,
Ihre
Karin Wess