So bringen Sie ein (virtuelles) Erfolgsteam ins Rollen – 8 wichtige Tipps

Worauf kommt es an, wenn Sie als Coach oder Trainer ein Erfolgsteam für Ihre Kunden gründen wollen? Einmal richtig auf den Weg gebracht, ist so eine überschaubare Teilnehmergruppe ein kraftvolles Instrument für Ihr Coachingprogramm, das über das Ende des Programms hinaus Nutzen stiftet. Doch gerade der Start kann holprig sein. Wie Sie das vermeiden, zeige ich Ihnen anhand selbst erprobter Tipps.

Ein Erfolgsteam oder Mastermind-Gruppe, das Sie telefonisch oder online betreuen, kann die „magische Zutat“ sein, mit der aus Ihren schriftlichen Unterlagen ein vollwertiges (Online-)Programm wird. Warum und wie, das habe ich in diesem Artikel ausführlich erläutert: Die „magische“ Zutat, die aus einem Buch ein Coachingprogramm machen kann.

Eine moderiertes Erfolgsteam als Einstieg in die Produktentwicklung

Die „Methode“ Erfolgsteam ermöglicht Ihnen als Coach, Trainer oder Berater, mit überschaubarem Technik-Einsatz ein ortsunabhängiges – und damit über’s Internet vermarktbares – Programm anzubieten. Wenn ich gefragt werde „Wie starte ich am besten in die Produktentwicklung?“, nenne ich oft die Kombination aus Selbstlernunterlagen und einer moderierten Mastermind-Gruppe bzw. Erfolgsteam.

Ein Erfolgsteam ist allerdings per definitionem eine selbstorganisierte (also nicht extern moderierte) Gruppe, die sich zu jeweils anstehenden Fragestellungen (also nicht zu von außen vorgegebenen Themen) in strukturierter Form austauscht. Doch die Selbstorganisation hat gerade in der Startphase ihre Tücken.

Die zwei wichtigsten Erfolgsfaktoren, damit der Start der virtuellen Teamarbeit reibungslos gelingt, sind nach meiner Erfahrung diese:

Einer nimmt’s in die Hand

Eine komplett selbstorganisierte Gruppe tut sich erfahrungsgemäß schwer, überhaupt einen Anfang zu finden. Der wohl wichtigste Erfolgsfaktor für den gelungenen Start eines Erfolgsteams ist daher, dass einen Initiator gibt, der zu Beginn das Ruder in die Hand nimmt.

Hier schaffen Sie als Programm-Anbieter allein schon dadurch einen Wert, dass Sie Gleichgesinnte zusammenführen und durch Terminvorgaben dafür sorgen, dass die Gruppe ins Laufen kommt. Sie begleiten und moderieren die Gruppe bei einer vorher festgelegten Anzahl an Sitzungen (drei bis sieben würde ich empfehlen, mehr sind möglich) und ziehen sich danach zurück.

Kennenlernphase inhaltlich strukturieren

Bevor sich die Teammitglieder vertrauensvoll gegenseitig beraten können, ist eine Kennenlernphase nötig. Wenn diese ungesteuert abläuft, stellt sich in der ersten Sitzung jeder nacheinander mit seiner kompletten Vita vor… Das ist für alle Beteiligten sehr anstrengend und schafft keinen Raum, um sich gegenseitig Fragen zu stellen. In den folgenden Sitzungen wissen die Teammitglieder dann oft nicht so recht, worüber sie in dieser noch nicht vertrauten Runde sprechen sollen. Das kann dazu führen, dass schon nach den ersten Sitzungen der Austausch ins Stocken gerät – bevor jeder spüren konnte, dass er mit seinen Anliegen und Fragestellungen hier gut aufgehoben ist.

Darum hat es sich bewährt, die ersten Sitzungen dazu zu nutzen, dass jeder Teilnehmer zu vorgegebenen Themen und Leitfragen reihum etwas beiträgt. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie führen die Teilnehmer inhaltlich durch Ihr Programm – und die Teilnehmer sprechen in jeder Sitzung über einen anderen persönlichen Aspekt und lernen sich so besser kennen. So entsteht durch den strukturierten und von außen gesteuerten Austausch zu Beginn die Basis für die spätere selbstorganisierte Zusammenarbeit.

Weitere Tipps für einen guten Erfolgsteam-Start

  • Einstiegs-Webinar: Nutzen Sie für die erste Sitzung visuelle Unterstützung, z.B. in einem Webinar-Raum oder einem Hangout. So kann sich jedes Teammitglied mit Fotos und Collagen und ggf. mit WebCam selbst vorstellen – das hilft, Gesichter und Stimmen einander zuzuordnen.
  • Telefonkonferenzen: Für die folgenden Sitzungen ist es nach meiner Erfahrung für alle Beteiligten entspannter, sich nur zu hören und nicht auch noch auf den Bildschirm schauen zu müssen.
    Als besonders hilfreich wird mir immer wieder zurückgemeldet, dass man sich so in Ruhe Notizen machen kann, was in einer Präsenz-Runde oder wenn man in die WebCam schaut eher nicht möglich wäre.
  • Verbindlichkeit: Machen Sie schon in Ihren Marketingtexten bzw. in Vorgesprächen deutlich, dass die Teilnahme an der Mastermindgruppe verbindlich ist und eine aktive Teilnahme jedes Einzelnen unabdingbar für das Funktionieren der Gruppe. So kann sich der Teilnehmer vorab darüber klarwerden, ob er das möchte oder nicht. Die Verbindlichkeit ist ebenfalls einer der essentiellen Erfolgsfaktoren – denn wenn es nur die Hälfte der Teilnehmer nicht ernst genug nimmt, zerfällt die Gruppe sehr schnell.
  • Terminklarheit: Legen Sie die Termine genau einmal fest – nämlich zu Beginn. Einigen Sie sich mit allen Teilnehmern auf einen Rhythmus (z.B. alle zwei Wochen) und einen festen Wochentag und Uhrzeit – oder legen Sie dies bereits vor Beginn der Teilnehmersuche fest. Dieser Termin sollte nicht diskutierbar sein – denn sonst sind Sie als Initiator schnell viele Stunden mit Doodle-Umfragen beschäftigt…
  • Struktur und Zeitmanagement: Noch ein wichtiges Kennzeichen erfolgreicher Teams ist, dass diese sich nicht „verquatschen“ sondern sich diszipliniert an einen Zeitplan, eine vorgegebene Struktur halten. Diese Struktur müssen Sie als Initiator zu Beginn erläutern und danach strikt auf deren Einhaltung achten – ohne dem jeweils Sprechenden während eines Gedankengangs das Wort abzuschneiden. Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt, was eine Frage der Übung ist. Auch die „passende“ Struktur einer Sitzung schält sich für eine Gruppe oft erst im Laufe der Zeit heraus – bleiben Sie hier gleichermaßen klar/strukturiert und offen für die Bedürfnisse der Teilnehmer.
  • Moderation: Seien Sie der Gruppe ein gutes Vorbild, indem Sie als Moderator das Gespräch professionell lenken. Fassen Sie Aussagen zusammen; versuchen Sie den Kern zu erfassen und wiederzugeben; fragen Sie nach; ermuntern Sie alle Teilnehmenden dazu, sich zu äußern; behalten Sie die „Metaebene“ im Blick; achten Sie darauf, dass die Sprechenden beim Thema bleiben usw.
    Alles längst bekannte Aufgaben eines Moderators – die Sie sich für die Telefonmoderation einmal mehr ins Gedächtnis rufen sollten.
    Bevor Sie sich zum Ende Ihres Programms aus der Gruppe zurückziehen, sollten Sie darauf achten, dass ein Moderator für die nächsten Sitzungen festgelegt wird – der dann Ihre bisherige Rolle übernimmt. Diese Rolle sollte rollierend übernommen werden und wird erfahrungsgemäß irgendwann gar nicht mehr benötigt.

Das waren 8 erprobte Tipps bzw. gelernte Lektionen aus meinen persönlichen Erfolgsteam-Erfahrungen. Damit dürften Sie sich jetzt gut gerüstet fühlen, es mit einer moderierten Mastermind-Gruppe mal auszuprobieren, oder? Vielleicht haben Sie durch meine Ausführungen auch gemerkt, dass diese (relativ enge) Form der Teilnehmerbetreuung nichts für Sie ist – wunderbar, ein Stück Klarheit mehr! :)

Wenn Sie noch mehr dazu wissen möchten, fragen Sie einfach. Auch eigene Erfahrungsberichte und andere Kommentare sind wie immer sehr willkommen!

Herzliche Grüße

Marit Alke

P.S.: Genau HEUTE feiert dieser Blog sein 6-monatiges Bestehen! Danke für Ihr aktives Mitdenken, Weiterempfehlen und Ihre Zeit für’s Lesen meiner meist langen Artikel!! Weiter so… :D Damit ich weiter Ihren Nerv treffen kann, würde mich interessieren: Worüber möchten Sie hier gerne mehr lesen? Was würden Sie verändern? Hier ist Platz für Ihre Wünsche:

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