Buchinspiration „Vom Coach zum Unternehmer“

Vom Coach zum Unternehmer werden – ich bin überzeugt, dass viele von Ihnen u.a. das mit dem Thema meines Blogs in Verbindung bringen. Heute möchte ich Sie durch ein Buch inspirieren, das vom Titel her genau das verspricht – es aber inhaltlich nicht ganz leistet, weil es sich an Existenzgründer richtet. Wie dieses Buch Sie dennoch auf eher unerwartete Weise ein Stück in Richtung Ihres Ziels voranbringt, zeige ich in diesem Artikel. 

Bücher von Coaches und Beratern gibt es viele – warum soll ausgerechnet dieses für Sie besonders inspirierend sein? Vor allem, wenn es ein „Praxis-Leitfaden für die erfolgreiche Existenzgründung für Coaches und Berater“ ist – und Sie ja sicher kein Existenzgründer mehr sind?

In dieser Video-Rezension begründe ich, warum:

Kurz-Zusammenfassung des Videos: Das Buch ist inhaltlich für Sie wahrscheinlich nur teilweise interessant, weil Sie keine Existenzgründer sind. Dennoch ist das Buch inspirierend – weil es methodisch und vom Aufbau her ein wenig anders ist als andere Bücher. Und weil es Sie dadurch zu einem gedanklichen Experiment anregen kann, das vielleicht die Grundlage für ein Coachingprodukt sein kann ;)

Ein Buch als Selbstlernprogramm…

Das Buch Vom Coach zum Unternehmer
besteht nicht, wie sonst üblich, aus mehreren hierarchisch angeordneten Kapiteln, Unterkapiteln und Unter-Unterkapiteln, sondern aus 30 einzelnen Lerneinheiten, die in chronologischer Reihenfolge sortiert sind. (–> Zum Inhaltsverzeichnis auf dieser Seite nach unten scrollen: vomcoachzumunternehmer.de) Das aktives Durcharbeiten der 30 Lektionen soll den Leser nach 30 Tagen fit für den Start in die Selbständigkeit als Coach oder Berater machen.

Da jedes der Kapitel darauf abzielt, den Leser einen großen Schritt in Richtung seines Ziels (erfolgreich Geld verdienen als Coach) zu gehen, sind das Besondere an dem Buch die einzelnen Kapitel: Jedes einzelne bietet in sich abgeschlossen jeweils Leseinput und konkrete Aufgaben für genau einen Tag. Jedes Kapitel könnte also auch ein Lernbrief in einem Selbstlernprogramm sein, das z.B. per E-Mail ausgeliefert wird.

Damit das so gelingt, musste der Autor…

  • den gesamten Entwicklungsprozess des Lesers gedanklich vorwegnehmen. Was sollte er zuerst machen, was danach, was mittendrin, welche Aufgabe folgt logisch auf eine andere, womit ist der Prozess sinnvoll abgeschlossen – all‘ das hat der Autor vorher festgelegt.
  • jedes Kapitel bzw. jede Aufgabe auf das Wesentliche reduzieren, dass der Leser die Aufgabe wirklich an eine Tag realistisch erledigt bekommt. Das bedeutet: Der Autor hat für den Leser Entscheidungen getroffen („tu‘ dies aber lass‘ jenes“). Immerhin geht es um so „große“ Aufgaben wie „einen Namen finden“, „Eine Social-Media-Strategie entwerfen“ und ähnliche Dinge, mit denen sich mancher Existenzgründer wochenlang aufhalten kann…
  • im Verlauf des Buches immer wieder dazu motivieren, auf Perfektionismus zu verzichten und auch wirklich ins Tun zu kommen – und nicht nur den Text zu lesen. Das schafft er u.a. dadurch, dass es schlichtweg nicht viel Input-Texte gibt, sondern die Aufgaben im Mittelpunkt stehen. So hat der Leser gar keine Möglichkeit, sich gemütlich lesend zurückzulehnen…

Jetzt interessiert mich:

… können Sie das auch mit Ihren Inhalten?

Jetzt sind Sie dran: Können Sie das auch mit Ihren Inhalten – einen schriftlichen Selbstlernkurs draus machen, den die Kunden im Zweifel ganz allein bearbeiten können? Ihr Kurs muss auf keinen Fall gleich 30-Tage lang sein. Aber machen Sie doch mal das Gedankenspiel:

  • In welchem Thema oder Teilthema stecken Sie so tief und gut drin, dass Sie daraus relativ zügig einen schriftlichen Selbstlernkurs schreiben könnten?
  • Welche sehr ähnlichen Prozesse haben Sie bei Kunden schon öfter begleitet und können daher daraus ableiten, was ein eher autodidaktischer Lerner für Schritte zum Ziel bräuchte?
  • Wie würden Sie Ihr Thema in Schritte aufteilen, so dass Ihre Kunden – mit dem Stoff allein gelassen – immer jeweils etwa 8 Stunden brauchen, um Ihren Input zu lesen und die von Ihnen gestellten Fragen zu beantworten und Aufgaben zu erledigen?
  • Und ganz wichtig: Welche Entscheidungen treffen Sie für den Leser? Welche Übungen sind „nice-to-have“, welche „must“, weil sie so zuverlässig gute Ergebnisse erbringen? Das halte ich für ganz wichtig – hier nicht der Versuchung zu unterliegen, eine ganzen Blumenstrauß an möglichen Übungen reinzugeben, was den autodidaktischen Lerner meist überfordert (und dazu führt, dass er nichts tut).

Diese gedankliche Übung ist im Grunde die Vorbereitung für jedes Coachingprogramm. Denn zuerst steht immer die Entscheidung: Bis zu welchem Ziel begleite ich meine Teilnehmer? In welche Schritte gliedere ich das auf? Erst wenn das geklärt ist, und zusätzlich klar ist, welche Lernbedürfnisse Ihre Teilnehmer haben – erst dann kann die Frage nach Tools, Techniken und Methoden sinnvoll gestellt werden.

Würde der Autor die Kapitel per E-Mail ausliefern und eine Form der kontinuierlichen Betreuung anbieten, z.B. in einem betreuten, geschlossenen Forum – er könnte meiner Meinung nach den gesamten Prozess super als Coachingprogramm vermarkten… (Ich werde ihn mal fragen, was er davon hält ;))

Und hier noch eine Idee, wie Sie sofort damit starten können:

In diesem Artikel geht es darum, wie Sie Ihr Wissen materialisieren. Das ist ein wichtiger Hebel, um über die reine Einzelbetreuung hinauszuwachsen.

Meine Idee, wie Sie sofort damit starten könnten – ganz dem Motto des vorgestellten Buches folgend: Nachdem Sie die Gliederung grob klar haben, schreiben Sie Ihre ersten Kapitel (= Module), entscheiden Sie sich für passende Reflexionsfragen und/oder Umsetzungsaufgaben – und geben diese sofort zum Lesen an Ihre Kunden. Entweder in Ihrem vorhandenen Blog, in einem neu angelegten Blog oder in Ihrem Newsletter. Sie müssen ja nicht sagen, dass diese Kapitel evtl. mal Teil eines kostenpflichtigen Programms werden – wissen Sie ja auch noch gar nicht. Aber üben Sie diese Form der Materialisierung Ihres Beratungswissens auf diese Weise und probieren Sie aus, wie die Menschen in Ihrem Netzwerk damit zurecht kommen. Hier finden Sie übrigens ein Kapitel als „Vorlage“: maulco.de/tag-16-pralinen-gratis/

Wenn Sie angefangen haben, auf diese Weise Ihre Inhalte zu erstellen, geben Sie mir und uns allen hier gerne über die Kommentarfunktion bescheid, damit wir Feedback geben können! :)

Jetzt wünsche ich Ihnen viel Spaß mit meiner in diesem Beitrag gestellten „1-Tages-Aufgabe“ – lassen Sie mich wissen, was Sie dazu denken.

Herzliche Grüße

Marit Alke

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo und vielen Dank für die Rezension! Ich bin auch gespannt, welche Reaktionen von Ihren Lesern kommen mögen und stehe für Fragen zum Buch natürlich gern zur Verfügung. :)

  2. Hallo Marit,
    danke für den Buchtipp. Das Buch habe ich direkt auf meinen Wunschzettel gepackt.
    Viele Grüße, David Goebel